Schweiz
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Nach Hasskommentaren: Gemeindeschreiber von Boswil beurlaubt

Also doch: Dem Boswiler Gemeindeschreiber Daniel Wicki werden die Hasskommentare auf Facebook zum Verhängnis. Der Gemeinderat hat am Montagabend beschlossen, Wicki ab sofort zu beurlauben. Inzwischen wurde auch eine Strafanzeige eingereicht.



Der Gemeinderat bedauere die «unbedachten und menschenverachtenden Posts» ihres Gemeindeschreibers Daniel Wicki. «Diese sind nicht tolerierbar.» Das schreibt der Gemeinderat von Boswil in einer Medienmitteilung von Montagabend. Die Konsequenz: «Der Gemeinderat hat an der Sitzung vom 10.12.18 entschieden, den Gemeindeschreiber ab sofort zu beurlauben.»

Weitere Massnahmen würden getroffen und in der Personalakte festgehalten. Diese Konsequenzen unterliegen der Schweigepflicht.

Wicki machte im sozialen Netzwerk Facebook wiederholt Stimmung gegen Asylsuchende. Nachdem in Deutschland eine Frau vergewaltigt wurde – unter anderem von Asylbewerbern – rief er zur Erschiessung der mutmasslichen Täter auf: «An die Wand stellen und ihnen eine saubere 9-mm-Impfung verpassen!!!! Tut nicht weh, ist effizient und nachhaltig.», hatte der Gemeindeangestellte geschrieben. Mittlerweile hat er sich vor den Medien für seine Worte entschuldigt.

Bild

Der Druck auf Wicki und den Gemeinderat wurde in den letzten Tagen immer grösser. Kritik kam von links bis rechts. Die SP reichte sogar eine Strafanzeige gegen den Gemeindeschreiber ein. Die CVP Boswil kritisierte zudem das Verhalten von Gemeindeammann Michael Weber. Dieser habe zur Eskalation beigetragen. Der Ammann stellte sich zuerst voll hinter seinen Gemeindeschreiber. Einzelne Gemeinderäte distanzierten sich dagegen. 

So reagieren Boswiler auf ihren Gemeindeschreiber

In der Medienmitteilung betont der Gemeinderat am Montag nun, das eine «gute und lösungsorientierte Atmosphäre über Parteigrenzen hinweg» herrsche im Gemeinderat. 

Wegen Drohung tagte Gemeinderat geheim

Die Sitzung des Gemeinderates von Boswil wurde am Montag an einem geheimen Ort abgehalten. Der Grund liege an der Ankündigung einer Drohung. «Auf Anraten der Kantonspolizei Aargau wurde der Sitzungsort verlegt und im Vorfeld nicht kommuniziert.»

«An die Wand stellen und eine Neun-Millimeter-Impfung verpassen!»

Video: kaltura.com

 

(tam/aargauerzeitung.ch)

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