Schweiz
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Hetzender Gemeindeschreiber von Boswil: Tausend Personen fordern seine Entlassung

Daniel Wicki ist nicht zimperlich. Im Netz hetzt der Gemeindeschreiber von Boswil gegen Flüchtlinge. Das geht vielen zu weit. Eine Petition von SP-Nationalrat Cédric Wermuth haben innert weniger Stunden über Tausend Personen unterschrieben: Sie fordern die Entlassung von Wicki.

Jürg Krebs / ch media



Er will einen Flüchtling, der eine Frau vergewaltigt hat, mit einer Pistole «impfen», andere aus dem Land prügeln. Er fragt ironisch, warum Flüchtlinge ihre Ausweise, aber nicht ihre Mobiltelefone verlieren. Man kennt solche Einlassungen zur Genüge – aber nicht aus der Gilde der überaus zurückhaltenden Gemeindeschreiber. Und genau das ist Daniel Wicki und zwar in Boswil.

Bild

Daniel Wicki. screenshot: tele m1

Für die «Impfung mit einer Neun-Millimeter» hat sich der Gemeindeschreiber kurz nach Bekanntwerden des Falles entschuldigt. Er anerkennt, dass einige seiner Kommentare «grenzwertig» waren, spricht von einer «emotionalen Situation».

Wickis Kommentar auf Facebook:

Bild

Der Gemeindeammann von Boswil hingegen stellt sich vor seinen Angestellten. Es seien private Äusserungen.

Medienanwalt Martin Steiger widerspricht. Er hält Wickis Aussagen «unabhängig von einer allfälligen rechtlichen Dimension für jenseits von Gut und Böse». Der Gemeindeschreiber irre, wenn er glaube, seine geäusserte persönliche Meinung von seiner beruflichen Tätigkeit trennen zu können. Möglicherweise sind Straftatbestände wie Rassendiskriminierung oder öffentliche Aufforderung zu Gewalttätigkeit erfüllt, so Steiger.

«An die Wand stellen und eine Neun-Millimeter-Impfung verpassen!»

Solche und weitere Hasstiraden gegenüber Flüchtlingen sind auf der Facebook-Seite des Boswiler Gemeindeschreibers, Daniel Wicki, zu lesen. Video: © TeleM1

Die Entschuldigung jedenfalls wollen Wicki viele nicht abkaufen und schon gar nicht akzeptieren. Hunderte sind einer Online-Petition von Cédric Wermuth gefolgt und fordern seine Entlassung. Über Tausend Personen waren es innert weniger Stunden bis am Freitagmittag. Und es werden immer mehr.

So reagieren watsons auf eure Hasskommentare

Video: Angelina Graf

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • efrain 08.12.2018 13:08
    Highlight Highlight Ich finde es etwas schwach, dass der Kontext dieser Äusserung nicht dargelegt wird: Es ging um eine Schlagzeile, dass eine Gruppe von Migranten (?) gefasst wurde, die eine Frau vergewaltigt haben (sollen, die sind noch nicht verurteilt). In diesem emotionalen Kontext ist es etwas verständlicher, dass sich einige Leute dazu hinreissen lassen, ihren unterschwelligen Rassismus auszufahren.

    Doch ich finde auch, dass man diese Äusserungen nicht durchgehen lassen darf. Sonst entsteht der Eindruck, solche menschenverachtenden und unreflektierten Haltungen seien okay und legitim.
  • Spooky 07.12.2018 20:26
    Highlight Highlight Möglicherweise war er einfach nur total besoffen,
    als er das schrieb.

    (Ich kann das beurteilen, ich kenne diesen Zustand.) 🙈
    • Citation Needed 08.12.2018 14:58
      Highlight Highlight Die leicht rötliche Gesichtsfarbe könnte Dir recht geben, Spooky. Dennoch, wenn einer im Suff nicht zum liebenswerten Schussel, sondern zum hartherzigen Hetzer mutiert, dann hab ich meine Mühe. Ansonsten sei dem Menschen ab und an ein Rausch gegönnt, das Leben ist ernst genug
    • Fabio74 08.12.2018 15:55
      Highlight Highlight Und dies legitimiert Hass und Aufrufe zu Mord?
    • Spooky 08.12.2018 17:45
      Highlight Highlight @Citation Needed
      Einverstanden. Mein Kommentar ist keine Rechtfertigung, nur eine mögliche Erklärung.
  • α Virginis 07.12.2018 18:16
    Highlight Highlight Lustig, die ganzen Blitz-Bots hier. Oder sind die tatsächlich so dämlich, dass sie noch selbst am PC sitzen und fleissig blitzen??? Fragen über Fragen...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 07.12.2018 19:59
      Highlight Highlight Was denn sonst.
      Ein unschuldiges Mitglied der heiligen SVP hat gerade das Gesetz gebrochen und das passt vielen nicht.
      Also müssen die Bots und Trolle um jeden Preis versuchen, die Aufmerksamkeit auf andere zu lenken.
      Denn sonst könnte noch jemand bemerken, wie viele bei der SVP dieses Gedankengut als gut befinden.
    • Skip Bo 08.12.2018 09:11
      Highlight Highlight Gähn, gemäss watson ist er parteilos, ehemals CVP Mitglied.
  • Citation Needed 07.12.2018 15:40
    Highlight Highlight Nur schon, dass er denkt, es handle sich bei seinem Brunz um eine 'Meinung' ist alarmierend. Es rechtsnationale Hetze. Der Typ gehört nicht ins Gemeindewesen. Ich bin in der Gegend aufgewachsen. Als Jugendliche haben wir sehr unter dem ländlichen Bieder-Konservativismus und Bünzlitum gelitten, umso tragischer zu sehen, dass es seither nicht beser, sondern schlimmer geworden ist.
    • Fabio74 07.12.2018 16:41
      Highlight Highlight Viel schlimmer sind all jene, die dies verteidigen hier.
  • Mr. Spock 07.12.2018 15:33
    Highlight Highlight Das ist dich ganz klar ein Verstoss gegen StGB 262!? Kann mir einer sagen, weshalb dies nicht geandet wird und ein "Mitarbeiter" noch geschützt wird? Bin mir relativ sicher, dass meine Vorgesetzten da gar kein Verständnis ätten, Emotionen hin oder her!!!
    • René Gruber 07.12.2018 15:43
      Highlight Highlight StGB §262? Störung des Totenfriedens? Wenn dann wohl StGB §262 Rassendiskriminierung.
    • Mr. Spock 07.12.2018 17:16
      Highlight Highlight Tippfehler, bei uns beiden! ^^
    • Watson - die Weltwoche der SP 07.12.2018 22:18
      Highlight Highlight Seit wann sind Flüchtlinge eine Rasse?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ein Starwars Star wars! 07.12.2018 15:33
    Highlight Highlight Das ist ja genau, was die Rechte stärkt... dass die Linke die Diskussion über gewisse Themen kategorisch ausschliesst.

    Herr Wicki hat die Realität auf seiner Seite* und Herr Wermuth profiliert sich als PK.

    Gefällt mir gar nicht, wenn sich meine Seite ins eigene Bein schiesst.
    Play Icon


    *Klarstellung: Der Impf-Kommentar war total daneben.

    • Samurai Gra 08.12.2018 11:49
      Highlight Highlight Der Impf-Kommentar war Aufruf zu Mord
  • hävi (the return) 07.12.2018 15:25
    Highlight Highlight Er hetzte zuerst im Netz. Und nun hetzt das Netz zurück.
    Ist dies so wie wir uns das wünschen?

    Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein.
    • Fabio74 07.12.2018 15:38
      Highlight Highlight Wer keinen Hass sät. Wer nicht zu Gewalt Mord aufruft kriegt auch nichts zurück.
      Vielkeicht mal denken bevor man solch geifernden und braunen Hass schönredet und verteidigt
    • chnobli1896 07.12.2018 16:01
      Highlight Highlight *werf*
    • Watson - die Weltwoche der SP 07.12.2018 22:22
      Highlight Highlight @Fabio

      Wo war dein Aufschrei, als bei der letzten Juso Demo in Bern ein Plakat mit der Aufschrift "Ein Baum, Ein Strick, Ein PNOSGenick" gezeigt wurde? Komischerweise konnte ich hier darüber noch gar nichts lesen? Scheinbar war die Demo ja laut Watson "friedlich"

      https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/AntiPnosTransparent-Gemeinderaetin-in-Erklaerungsnot/story/22399445
    Weitere Antworten anzeigen
  • leverage 07.12.2018 15:21
    Highlight Highlight Da ich den Link zur Petition vermisste:
    https://actionsprout.io/62BBE0
    • Madison Pierce 07.12.2018 16:32
      Highlight Highlight Eine Petition auf Facebook? Und das von einem Gegner des Nachrichtendienstgesetzes!

      Entweder versteht er nichts davon oder er hat einfach schnell was zusammengeklickt.
    • Fabio74 07.12.2018 17:03
      Highlight Highlight Danke
    • marroni 07.12.2018 18:31
      Highlight Highlight @madison geht auch ohne fb! Nimm das du Kluggaggeler ;)
      Benutzer Bild
  • α Virginis 07.12.2018 15:13
    Highlight Highlight Ich hoffe, es werden mehrere zehntausend, die seinen Rücktritt fordern, und auch noch den von Weber, oder wie der heisst, seinem Obewr-SVP-Guru...
  • Maria B. 07.12.2018 15:05
    Highlight Highlight Dass der ultralinke Wermuth solche emotionalen Äusserungen, die auf Grund zahlreicher Vergewaltigungen durch "schutzbedürftige Flüchtlinge" und Wirtschaftsmigranten aus Ländern wo Frauen eh wie Dreck behandelt werden, ist m.E. recht fragwürdig und auch etwas schizo, da er anderseits MeToo rühmt und unterstützt ;-(.

    Was sind schon 1000 Unterschriften aus dem politischen und privaten Umfeld, wenn bekanntlich hierzulande Abertausende (und keineswegs nur Rechte und Neonazis) exakt dasselbe denken wie dieser Gemeindevertreter?

    Man(n) wird solche Verbrechen nicht ad infinitum gesundbeten können...
    • Fabio74 07.12.2018 15:42
      Highlight Highlight Man muss Verbrechen mit der Justitz bestrafen. Dafür gibt es diese in Rechtstaaten.
      Und zwar Gewalt vin jeder und jedem. Inkl diesem Aufruf zu Gewalt und Selbstjustiz!
      Ekelhaft sind all jene wie du du dieses braune Gedankengut relativieren und verharmlosen.
      Und denjenigen Diffanieren der eine Gegenreaktion zeigt.
    • Der Typ 07.12.2018 15:48
      Highlight Highlight Dass das Verbrechen eine Schandtat war bestreitet niemand. Ich bin gegen die Todesstrafe, Rassismus und Aufforderung zur Gewalt an Flüchtlingen. Dies gehört sich nicht. Vorallem nicht für eine Person welche von unseren Steuergeldern bezahlt wird.

      Todesstrafe und Selbstjustiz haben in einem Rechtsstaat nichts zu suchen.
    • tinu32 07.12.2018 15:52
      Highlight Highlight Wer das so denkt ist ein Rechter. Was sonst?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mr. Minit 07.12.2018 15:04
    Highlight Highlight Und ich fordere, dass Veeurteilte nichts in der Politik zu suchen haben!
  • koks 07.12.2018 15:03
    Highlight Highlight Ausgerechnet der Wermut, der selbst auch nicht zimperlich ist mit austeilen ("Männer sind Müll").
    • Fabio74 07.12.2018 15:43
      Highlight Highlight Und? Rechtfertigt dies, Aussagen wie Flüchtlinge an die Wand zu stellen?Legitimiert dies Aufruf zu Mord?
  • Fabio74 07.12.2018 14:41
    Highlight Highlight Hassprediger

Die meisten grossen Städte verzichten auf 1.-August-Feiern – eine Übersicht

Keine Umzüge, keine Feuerwerke, abgesagte Feiern: Wegen der Corona-Krise wird der 1. August in diesem Jahr anders aussehen, als gewohnt. Doch einige Gemeinden und Städte haben sich Alternativen ausgedacht.

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Ebenfalls nicht stattfinden wird die grosse Feier beim Bürkliplatz in der Stadt Zürich, es gibt …

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