Schweiz
Aargau

Boswil: 1000 Personen fordern Entlassung

Hetzender Gemeindeschreiber von Boswil: Tausend Personen fordern seine Entlassung

Daniel Wicki ist nicht zimperlich. Im Netz hetzt der Gemeindeschreiber von Boswil gegen Flüchtlinge. Das geht vielen zu weit. Eine Petition von SP-Nationalrat Cédric Wermuth haben innert weniger Stunden über Tausend Personen unterschrieben: Sie fordern die Entlassung von Wicki.
07.12.2018, 14:1107.12.2018, 14:38
Jürg Krebs / ch media

Er will einen Flüchtling, der eine Frau vergewaltigt hat, mit einer Pistole «impfen», andere aus dem Land prügeln. Er fragt ironisch, warum Flüchtlinge ihre Ausweise, aber nicht ihre Mobiltelefone verlieren. Man kennt solche Einlassungen zur Genüge – aber nicht aus der Gilde der überaus zurückhaltenden Gemeindeschreiber. Und genau das ist Daniel Wicki und zwar in Boswil.

Daniel Wicki.
Daniel Wicki.screenshot: tele m1

Für die «Impfung mit einer Neun-Millimeter» hat sich der Gemeindeschreiber kurz nach Bekanntwerden des Falles entschuldigt. Er anerkennt, dass einige seiner Kommentare «grenzwertig» waren, spricht von einer «emotionalen Situation».

Wickis Kommentar auf Facebook:

Bild

Der Gemeindeammann von Boswil hingegen stellt sich vor seinen Angestellten. Es seien private Äusserungen.

Medienanwalt Martin Steiger widerspricht. Er hält Wickis Aussagen «unabhängig von einer allfälligen rechtlichen Dimension für jenseits von Gut und Böse». Der Gemeindeschreiber irre, wenn er glaube, seine geäusserte persönliche Meinung von seiner beruflichen Tätigkeit trennen zu können. Möglicherweise sind Straftatbestände wie Rassendiskriminierung oder öffentliche Aufforderung zu Gewalttätigkeit erfüllt, so Steiger.

«An die Wand stellen und eine Neun-Millimeter-Impfung verpassen!»

Solche und weitere Hasstiraden gegenüber Flüchtlingen sind auf der Facebook-Seite des Boswiler Gemeindeschreibers, Daniel Wicki, zu lesen. Video: © TeleM1

Die Entschuldigung jedenfalls wollen Wicki viele nicht abkaufen und schon gar nicht akzeptieren. Hunderte sind einer Online-Petition von Cédric Wermuth gefolgt und fordern seine Entlassung. Über Tausend Personen waren es innert weniger Stunden bis am Freitagmittag. Und es werden immer mehr.

So reagieren watsons auf eure Hasskommentare

Video: Angelina Graf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Warum es sich wieder mehr lohnt, dem Schweizer Staat Geld zu leihen
Wer dem Schweizer Staat für zehn Jahre Geld leiht, erhält wieder deutlich mehr Zins. Und das, obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bei null Prozent hält. Der Grund dafür liegt vor allem an den internationalen Anleihemärkten. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten.
Die Renditen langfristiger Staatsanleihen haben sich in den vergangenen Monaten weltweit deutlich nach oben bewegt. Auch in der Schweiz ist diese Entwicklung zu beobachten: Die SNB hält ihren Leitzins bei null Prozent. Gleichzeitig ist die Rendite zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen («Eidgenossen») seit dem Ausbruch des Iran-Krieges von ihrem bisherigen Jahrestief von 0,18 Prozent stetig gestiegen. Ende September erreichte sie mit 0,69 Prozent den bisherigen Jahreshöchststand. Aktuell liegt sie bei 0,58 Prozent.
Zur Story