Schweiz
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Kein Bock auf Überwachung: Diese 28 Dörfer sagten Nein zum NDG



Bild

Diese Gemeinden sagten Nein zum NDG. karte: wikipedia, grafik: watson

Nur 29 von 2369 Gemeinden lehnten laut den Abstimmungsresultaten vom letzten Sonntag das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) ab. Die Zahl stimmt allerdings nicht ganz. Doch dazu später. Eines fällt auf: Es handelt sich praktisch ausschliesslich um ländliche oder gar Berg-Gemeinden mit wenig Einwohnern.

Die einzigen Ausnahmen sind die Zürcher Stadtkreise 3,4 und 5, sowie die Genfer Stadtviertel Paquis, Saint-Gervais, Prairie-Delices, Cluse-Roserale, Acacias, Mail-Jonction und Cropettes-Vidollet. Weil diese nicht als Gemeinden gelten, haben wir sie nicht in die Karte aufgenommen.

Die Landschaft auf dem Zingel ob Gitschenen im Isenthal im Kanton Uri am Donnerstag, 8. September 2016. Wildheuer wie Aschwanden bewirtschaften die steilsten Wiesen hoch ueber dem Urnersee und tragen mit der traditionellen Arbeit zum Erhalt der Artenvielfalt bei. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

So sieht es im Urner Isenthal aus. Bild: KEYSTONE

Die Urnen werden geleert in der Berggemeinde Isenthal im Kanton Uri bei der Stimmabgabe anlaesslich der Eidgenoessischen Nationalrats- und Staenderatswahlen am Sonntag, 18. Oktober 2015. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

In dieser Holzbox: Alle 108 gültigen Stimmzettel aus der Gemeinde Isenthal.  Bild: KEYSTONE

Doch was ist die Erklärung dafür? Wir haben die urchigen Gemeinden kontaktiert. Das Isenthal, in der hintersten Ecke des Kantons Uri, hat das NDG mit 62 zu 46 Stimmen abgelehnt. Gemeindeschreiberin Nicole Odermatt sieht dafür zwei Gründe: «Ich denke, es war zum einen Misstrauen gegenüber dem Neuen, gegenüber der Technik. Zum anderen war das Ganze nicht so genau definiert. Man wusste nicht im Detail, was passiert.»

In der Gemeinde Wolfhalden in Appenzell Ausserrhoden, hier haben 277 der gut 500 Wahlberechtigten das NDG abgelehnt, meint ein Beamter, der seinen Namen nicht in einem Artikel lesen möchte: «Es könnte einfach Zufall sein. Vielleicht sind die ganzen Terroranschläge auch etwas vergessen gegangen. Ich weiss es nicht. Wenn etwas direkt vor der Haustüre passiert, dann schreien alle nach mehr Sicherheit und auch Überwachung. Wenn grad nichts geschieht, ist es okay, so wie es jetzt ist.»

Fehler in der Statistik

Aufschlussreicheres kommt aus der Bündner Gemeinde Mathon. Dort erreichen wir den Gemeindepräsidenten Silvio Clopath, der sofort abnimmt. Im Hintergrund ist Kuhglocken-Gebimmel zu hören.

Als er auf das NDG-Nein angesprochen wird, lacht er und sagt: «Unser Resultat auf der Kantonshomepage stimmt leider nicht. Da wurden die Zahlen vertauscht. Es ist genau umgekehrt. Wir haben es angenommen und sind somit bei den Leuten.» Dann wären wir also noch bei 28 ablehnenden Gemeinden.

Bild

Ein Dorf von Abtrünnigen! Nein, nur ein Fehler in der Statistik. Mathon (GR) stimmte für das NDG. bild: gemeinde mathon

In anderen Gemeinden gestalteten sich die Nachforschungen schwieriger. In der Aargauer Gemeinde Rietheim erreichen wir nur einen Anrufbeantworter. Eine sympathische Frauenstimme sagt: «Wegen einer Weiterbildung sind unsere Büros am Dienstag und Mittwoch geschlossen. Die Kehrichtgebührenmärkli können sie aber auch im Restaurant Krone abholen. Wir begrüssen sie gerne am Donnerstag wieder.» Später werden wir doch noch von der Gemeindeschreiberin kontaktiert, sie meint aber schlicht: «Ich weiss es nicht, warum unsere Gemeinde das NDG angenommen hat.»

Fakt ist: Das NDG kommt, auch wenn die Gemeinde es mit 77 zu 60 Stimmen abgelehnt hat. Denn gesamtschweizerisch wurde die Gesetzesänderung mit 65,5 Prozent und von allen Kantonen angenommen.

NDG

  • Stände
  • Ja:23
  • Nein:0
  • Offen:0
AIARAGBEBLBSFRGEGLGRJULUNENWOWSGSHSOSZTGTIURVDVSZGZH
Endresultat
65.5%
34.5%
Kein Ständemehr nötig

«Der gläserne Bürger droht Realität zu werden!» Moment – über welches Gesetz haben wir gerade abgestimmt?

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ma vaff... 28.09.2016 18:42
    Highlight Highlight Es wird Zeit das Mattenenglisch zu reaktivieren:)...
  • greeZH 28.09.2016 15:48
    Highlight Highlight Echt witzig der Verfolgungswahn hier drin. Die Linken und die Rechten sind sich in ihrem Schwarz/Weiss-Denken gar nicht so unähnlich.
  • planeto 28.09.2016 14:59
    Highlight Highlight Da ist ja mein Heimatort Isenthal. Gemäss Wikipedia wohnen dort 100% Schweizer und keine Zürcher. Oh ist das ein schöner Ort.
  • ichueberlegemirnochwas 28.09.2016 14:57
    Highlight Highlight Habe seit der Abstimmung nicht mehr darüber gesprochen, bin nun doch sehr sprachlos! Ich begreif das einfach nicht! Wie konnten wir uns nur für dieses Werkzeug entscheiden? In ca. 10 Jahren werde ich wohl unsere Geheimsprache (CH-Deutsch) in andere Sprachen übersetzen wollen/müssen! pff... Kopf hoch!
  • Blutgrätscher 28.09.2016 11:16
    Highlight Highlight Wenn man sich die Kleinstgemeinde Bister im Oberwallis mal anschaut, erklärt sich die Häufung der Nein-Resultate in den Bergdörfern:

    5 Ja
    8 Nein

    Bei einer so kleinen Stichprobe kann eine Familie die dafür/dagegen ist, einen riesugen Unterschied machen.
  • herschweizer 28.09.2016 11:06
    Highlight Highlight Aus Wolfhalden kann man easy auf die Nachbargemeinden herabspannern. Die kennen das genau.
  • The fine Laird 28.09.2016 11:02
    Highlight Highlight Chreis 5💪
  • WolfCayne 28.09.2016 10:55
    Highlight Highlight Waltensburg/Vuorz. Bitte achtet doch auf die offiziellen Gemeindenamen, das ist vor allem bei einer Kleinstsprache wichtig. Und dabei sogar belustigend "hö hö Furz" ;-)
  • Die verwirrte Dame 28.09.2016 10:36
    Highlight Highlight Scheinbar verfügt die Schweiz nur über 29 Gemeinden mit intelligenten Einwohnern...

    "People willing to trade their freedom for security will receive neither..." - Benjamin Franklin
    • azoui 28.09.2016 11:09
      Highlight Highlight Dame, darf ich Dich berichtigen: mit genügend intelligenten Einwohnern.
    • Die verwirrte Dame 28.09.2016 12:32
      Highlight Highlight Gilbert, du hast recht. Danke...:)
    • xTuri 28.09.2016 12:33
      Highlight Highlight Da muss ich Gilbert Schiess Recht geben. Liebe Dame, Ihre Aussage würde bedeuten, dass die 29 Gemeinden mit 100% Nein und der Rest der Schweiz mit 100% Ja zum NDG abgestimmt haben. Soviel zum Thema Intelligenz. Reicht wohl nur gerade um Benjamin Franklin zu zitieren...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mrum 28.09.2016 10:15
    Highlight Highlight Dass es sich um Berggemeinden handelt ist schon rein statistisch gesehen nachvollziehbar. In kleinen Stichproben sind Extremwerte (grosse Abweichung vom Durchschnitt) häufiger anzutreffen, da ein Abweichen von einzelnen Wählern prozentual einen grösseren Einfluss aufs Ergebnis hat. Die kleinsten Gemeinden sind nun mal in den Bergen.
    Eine Kausale Interpretation des Ergebnisses ist also nicht nötig. Klassische Verwechslung von Korrelation und Kausalität.
  • Miikee 28.09.2016 10:06
    Highlight Highlight Easy. Benutze Signal, Telegram, PGP Mail (PEP), TOR. Hoffentlich falle ich ins ND Raster und sie arbeiten Monate daran meine Nachrichten zu entschlüsseln und zu analysieren. Schlussendlich sehen sie dann wo ich heute zu Mittag gegessen habe. :) - R.I.P "Art. 13 Schutz der Privatsphäre" † 25.09.2016 aber nicht kampflos.
  • incorruptus 28.09.2016 09:37
    Highlight Highlight Es ist ohnehin kurios. Ich kenne nicht eine Person die für das NDG gestummen hat. Dafür ist das Resultat viel zu klar.
    • Miikee 28.09.2016 10:00
      Highlight Highlight Ich kenne in meinem Privaten wie auch Arbeitsumfeld auch keine einzige Person ... geh mal davon aus das die NEIN "Abstimmer" nicht Abstimmen gingen...
    • Sillum 28.09.2016 10:43
      Highlight Highlight Die welche "gestummen" haben, verstanden vielleicht nicht um was es sich handelte. Ein bisschen habe ich auch Dich in Verdacht, vielleicht nicht so ganz zu wissen um was es da wirklich geht.
    • greeZH 28.09.2016 11:00
      Highlight Highlight Dann ist wohl dein Bekanntenkreis sehr einseitig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roaming212 28.09.2016 09:32
    Highlight Highlight Wie NDG-Gegner in Wahrheit aussehen:
    Benutzer Bild
  • Luca Brasi 28.09.2016 09:29
    Highlight Highlight Vielleicht haben diese Gemeinden etwas zu verbergen, wenn man der Logik einzelner Befürworter folgt. ;)
  • Pasch 28.09.2016 09:29
    Highlight Highlight Ich kann das Resultat immernoch nicht ernstnehmen, subjektiv sind Ja und Nein Stimmen vertauscht worden.
    • Pasch 28.09.2016 11:34
      Highlight Highlight Woher bei Watson der Wind weht ist mir schon bewusst, dass macht es ja auch so angenehm. Und auch die häufung von fragwürdigen Kommentaren gerade vor Abstimmungen ist immer wieder faszinierend, aber ich einbeziehe da auch mein Umfeld ( Freunde, Büro, etc) plus was ich sonst noch aufschnappe...
      Zu keinem Zeitpunkt war das Ergebnis gefährdet... hmmm ok zu älteren hab ich eben keinen grossen Bezug und das die den Ausschlag gegeben haben, habe ich mir auch schon gedacht... naja
      Aluhut AUF! :-)
  • Donald 28.09.2016 09:20
    Highlight Highlight Ist das Sommerloch nicht schon vorbei?
  • Malu 81 28.09.2016 09:17
    Highlight Highlight Nicht informiert, oder Freiheitsliebend?
    Wie lange wird es dauern bis uns ein Chip unter die Haut gespritzt wird? Mit AHV Nummer und ID. Big Brother is watching you!
    • Die verwirrte Dame 28.09.2016 10:39
      Highlight Highlight Seh' ich genau so !!!
    • http://bit.ly/2mQDTjX 28.09.2016 11:30
      Highlight Highlight Ein Chip unter die Haut wäre vielleicht nicht schlecht.

      Vorallem, wenn man das ganz billig herstellen könnte, so dass auch die andere Hälfte der Menschheit am wirtschaftlichen und politischen Leben teilnehmen darf.

      Das sind rund vier Milliarden Menschen, die bisher ausgeschlossen sind, weil sie nicht über die nötigen Papiere verfügen, und oft nicht einmal ihre eigene Existenz belegen können.

      Wie willst du diese ausgeschlossenen Leute (die Hälfte der Menschheit) in die Gesellschaft integrieren und gleichzeitig Missbräuche verhindern? Ohne Technik wird's kaum gehen, oder wie?
    • Malu 81 28.09.2016 14:37
      Highlight Highlight Lorent Patron / Ich würde meinen Chip
      gerne weitergeben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nadeku 28.09.2016 09:13
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