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Umfrage zeigt: Rentenreform fällt bei den Jungen und Frauen durch

09.08.2017, 06:3015.08.2017, 11:28

Bei der Doppelvorlage für die Reform der Altersvorsorge findet nur die Erhöhung der Mehrwertsteuer vor dem Volk Gnade. Die Gesetzesvorlage mit der Erhöhung des Frauenrentenalters hingegen fällt in einer Umfrage durch. Damit wäre die Vorsorgereform tot.

Das ergab die erste Onlineumfrage des Medienkonzerns Tamedia vor der Abstimmung am 24. September, die am Mittwoch in den Medien des Unternehmens veröffentlicht wurde. Gut sieben Wochen vor dem Urnengang ist die Meinungsbildung bei allen drei Vorlagen indessen noch nicht weit fortgeschritten.

Das Gesetz zur AHV-Reform stösst bei 54 Prozent der Befragten auf Ablehnung. Die Vorlage beinhaltet eine AHV-Rentenerhöhung für Neurentner und die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre. 40 Prozent wollen Ja stimmen.

Die Zusatzfinanzierung der AHV durch die erhöhte Mehrwertsteuer bedingt eine Verfassungsänderung, über die abgestimmt werden muss. Ihr stimmte in der Umfrage eine knappe Mehrheit von 52 Prozent zu.

Deutlich zeigt sich, dass die Wähler von FDP und SVP wie ihre Parteien gegen die Rentenreform sind. 75 Prozent der SVP-Anhänger lehnen das neue Gesetz ab, bei den FDP-Wählenden sind es 60 Prozent. Bei der SP und den Grünen, welche die Reform gutheissen, steht die Basis nicht geschlossen hinter den Parteiparolen. Bei der SP wollen 31 Prozent mit Nein stimmen, bei den Grünen 42 Prozent.

Junge wären benachteiligt

Für die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage ausschlaggebend ist, dass die Jungen benachteiligt würden. So zeigt sich klar ein Generationengraben. Die Zustimmung zu beiden Vorlagen ist bei den 18- bis 34-Jährigen am tiefsten. Auch die Frauen, deren Rentenalter steigen würde, stehen der Reform mit 59 Prozent Nein-Anteil kritischer gegenüber als die Männer (50 Prozent Nein).

Relativ unbestritten scheint die neue Verfassungsbestimmung über die Ernährungssicherheit. Hier tendieren 53 Prozent zu einem Ja, 27 Prozent sind dagegen. Allerdings sind 20 Prozent noch unentschieden.

Die erste Tamedia-Umfrage war am 3. und 4. August online. Die bereinigten Daten wurden für die Analyse nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Die Resultate der Befragung stützen sich auf 8630 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz. Der Fehlerbereich lag bei 1,5 Prozent. Die zweite Welle der Umfrage findet am 21. und 22. August 2017 statt. (sda)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Asmodeus
09.08.2017 07:35registriert Dezember 2014
Länger arbeiten für weniger Rente ist halt ungeil.

Und diese Befürchtung konnte die SP bisher auch nicht dämpfen. Ihr einziges Argument ist aktuell, dass bei einer Ablehnung ein noch schlechterer Vorschlag käme.

Und aus Angst einem faulen Deal zustimmen widerstrebt mir.
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Jein
09.08.2017 07:51registriert August 2017
Kein Wunder ist die junge Generation nicht sehr positiv gestimmt: Die Reform führt zu mehr MwSt, tieferen Renten für alle unter 45, ist spendabler für Neurentner als notwendig (die 70 CHF mehr im Monat gelten per 2018/19, der Umwandlungssatz ist erst in '22 tiefer), und erst noch nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, vor 2030 bräuchte es eine neue Reform.
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