Schweiz
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Armin Capaul, Bergbauer und Initiant spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Hornkuh-Initiative zur Eidgenoessischen Volksabstimmung, am Dienstag, 2. Oktober 2018 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Armin Capaul am 2. Oktober in Bern vor den Medien. Bild: KEYSTONE

Den Kühen zuliebe berühmt: Wie der Bergbauer Armin Capaul zum Medienstar wurde

Was mit einem Brief an ein Bundesamt begann, endete in einer Volksinitiative. Der 67-jährige Bergbauer Armin Capaul sagt: «Ich habe nie davon geträumt, hier zu sitzen. Ich wollte nur den Kühen und Geissen eine Stimme geben.»

Yann Schlegel/CH Media



Leicht gebückt sitzt Armin Capaul im orangefarbenen Sessel des Bundeshaus-Medienzentrums. Eine grüne Mütze mit gelb-roten Streifen hat er aufgesetzt. Weisser Zauselbart, weisses Zauselhaar. Der Hornkuh-Rebell im sterilen Raum der Bundeshauptstadt. Ich habe nie davon geträumt, hier zu sitzen», sagt der 67-jährige Capaul. «Ich wollte nur den Kühen und Geissen eine Stimme geben.»

Die Journalisten erhörten den Bergbauern. Viele fuhren in den Berner Jura, besuchten Armin Capaul im abgelegenen Valengiron, um mehr über seine Geschichte zu erfahren. Sein Naturell und seine Worte machten ihn zu einem begehrten Helden. «Wenn die Kühe wählen könnten, hätten sie Hörner», sagt Capaul. In der Schweiz haben neun von zehn Kühen keine Hörner mehr. Der Bergbauer spricht: «Zeichnen Sie einmal eine Kuh ohne Hörner.»

«Wenn ich müde bin, fasse ich mit der Hand ans Horn der Kuh und tanke frische Kraft»

Was mit einem Brief an ein Bundesamt begann, endete in einer Volksinitiative. In seinem ersten Schreiben hatte er vorgeschlagen, dass behornte Kühe mit einem Franken pro Tag subventioniert würden.

Dann liess er über zwei Politiker in Bern Motionen einbringen, die ebenfalls scheiterten. Also lancierte er eine Volksinitiative; das stärkste direktdemokratische Instrument. Am 25. November stimmt die Schweiz darüber ab, ob Landwirte für Kühe mit Hörnern Direktzahlungen erhalten sollen.

Bergbauer Armin Capaul, links, diskutiert nach der Debatte zur von ihm eingereichten Hornkuh-Initiative mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 4. Juni 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

«Ich habe die Bevölkerung und die Medien hinter mir», soll Capaul zu Schneider-Ammann gesagt haben. Der abtretende Wirtschaftsminister habe erwidert: «Ja, es scheint so.» Bild: KEYSTONE

«Der Spiegel» berichtet über den «Alm-Öhi»

Schon 2015 reiste «Der Spiegel» zu Capaul und berichtete über den «Alm-Öhi», der für die Würde der Kuh kämpft. Wenige Monate später kam die Initiative mit 119'626 gültigen Unterschriften zustande. Sowohl Bundesrat wie auch Parlament sprachen sich gegen die Initiative aus.

Einen indirekten Gegenentwurf der Landwirtschaftskommission des Nationalrats lehnte die analoge Ständeratskommission ab. Vor der Niederlage soll Capaul laut der «Weltwoche» gegenüber Bundesrat Johann Schneider-Ammann gesagt haben: «Ich habe die Bevölkerung und die Medien hinter mir.» Der abtretende Wirtschaftsminister habe erwidert: «Ja, es scheint so.»

Armin Capaul in der Arena

Armin Capaul in der «Arena» SRF. Bild: screenshot srf

Der begabte Protagonist

Über 3800 Medienberichte seien in der Schweiz zur Hornkuh- Initiative bereits erschienen, sagte Capaul gestern vor den Medien stolz. Das Interesse an der Initiative und am Protagonisten bleibt ungebrochen gross: Am kommenden Freitagabend strahlt der deutsch-französische TV-Sender Arte einen Dokumentarfilm über den Bergbauern aus.

Im Zusammenhang mit der Hornkuh-Initiative erschienen zwei Bücher. Vergangene Woche referierte Capaul an einer internationalen Konferenz der Agrarjournalisten und besuchte in diesem Rahmen einen Alpabzug im Entlebuch. In Schüpfheim, so Capaul, habe keine einzige Kuh Hörner gehabt.

Von der Politik belächelt, von den Medien gefeiert

Weshalb seine Hornkuh-Initiative durchkomme, nachdem das Volk soeben zwei Agrarinitiativen verworfen habe, fragt ihn ein Journalist im Medienzentrum. «Weil es bei mir bloss um zwei Hörner geht», sagt Capaul. Als er damit begonnen hatte, Unterschriften zu sammeln, belächelte ihn die Politik. Die Medien dagegen begannen ihn zu feiern.

Capaul weiss um deren Wirkung. «Dank den Medien bin ich hier, sie waren so begeistert», sagt er und lächelt mit leuchtenden Augen von seinem orangenfarbenen Stuhl. Die Stimmen zugunsten der Kühe sind zahlreicher geworden, Capaul könnte mit seiner Initiative an der Urne tatsächlich einen Coup landen.

«SVP ist keine Bauernpartei mehr»

Eher überraschend beschloss der Bauernverband Stimmfreigabe. Die SP-Delegierten beschlossen am vergangenen Samstag die Ja-Parole. Die Bauernpartei SVP ist gespalten; zwei Drittel der Delegierten stimmten gegen Capauls Anliegen.

Als SVP-Präsident Albert Rösti im Medienzentrum auftaucht, um die Kampagne zur Selbstbestimmungsinitiative zu lancieren, grüsst er «Armin» – wie ihn alle nennen – herzhaft. «In der ‹Arena› werde ich sagen, dass die SVP keine Bauernpartei mehr ist», sagt der Bergbauer zu Rösti. Dann prophezeit Capaul selbstbewusst: «Es gibt ein 80-Prozent-Ja bei 100 Prozent Ständemehr.» Dies sei seine Vision.

Sollte es anders kommen, würden die Kühe und Ziegen verlieren, nicht er, meint Capaul. Seine Aufgabe sei getan. Und weil er all dies für die Kühe getan habe, sei ihm die Energie nie ausgegangen. «Wenn ich müde bin, fasse ich mit der Hand ans Horn der Kuh und tanke frische Kraft», sagt Capaul. Ein druckfrischer Satz, der die Journalisten verzückt. Der Bergbauer wiederholt sich: «Es ist unglaublich, dass die Medien so mitmachen.» (aargauerzeitung.ch)

Viehschau in der Schweiz

Kühe sollen Hörner tragen

abspielen

Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 03.10.2018 17:37
    Highlight Highlight In der Praxis sieht es so aus, dass Hornkühe fast ausnahmslos in Anbindeställen gehalten werden. In Freilaufställen sind höchst selten Hornkühe anzutreffen. Nicht weil das Enthornen Spass macht, sondern weil die Kühe nicht nur lieb miteinander sind. Bei der Fütterung vertreiben die Starken die Schwächen, mit Hörnern kann sowas blutig enden. Es gibt einige Freilaufställe wo Hornkühe gehalten werden, aber man findet kaum Literatur wie sich das bewährt.
    Hornkühe können in Anbindeställen gut gehalten werden, aber mit beschränkter Bewegungsfreiheit.
    Was hat Priorität? Freilauf oder Horn?
  • Bijouxly 03.10.2018 13:57
    Highlight Highlight Das kommt in die Verfassung... Es ist immer wieder traurig, dass Leute vergessen, dass Initiativen nicht einfach Vorschläge sind. Sondern, dass das nachher in unserer V-e-r-f-a-s-s-u-n-g steht! Das kann ich echt nur den Kopf schütteln...
    • El Vals del Obrero 03.10.2018 16:26
      Highlight Highlight Nach diesem zu jeder Initiave passendem Totschlag-Argument müsste man Initiavrecht komplett abschaffen, da j-e-d-e Initiave in die V-e-r-f-a-s-s-u-n-g kommt.

      Hätte er nur einfach einen Vorschlag machen wollen, hätte er stattdessen eine Petition gestartet.
    • PrivatePyle 03.10.2018 16:49
      Highlight Highlight @meine Senf

      Warum das Initiativrecht abschaffen? Man kann es auch einfach ändern und erneuern. Bijouxly hat Recht. Dass ein solcher Quatsch in die Verfassung kommen soll, ist wirklich ein Unfug und lenkt die politische Arbeit von Themenfeldern weg, die viel wichtiger sind!
    • El Vals del Obrero 03.10.2018 17:05
      Highlight Highlight OK, dann halt abschaffen, bis es "einfach" geändert wurde.

      Wenn etwas "nur" in der Verfassung steht, gibt es immerhin noch etwas Spielraum beim entsprechendem Gesetz.

      Würde per Initiave direkt ein Gesetzesartikel wörtlich formuliert, wäre der Murks eher noch grösser.
  • Jol Bear 03.10.2018 13:49
    Highlight Highlight Bei aller Symathie für Capaul und sein Engagement: Es gibt Rinderrassen, die genetisch hornlos sind, z.B. Angus und Galloway. Und es deutet in der Forschung einiges darauf hin, dass die Vorfahren der uns heute vertrauten Rinderrassen hornlos waren, und die verbreiteten hornlosen Ur-Rinder nach der Eiszeit vor etwa 10'000 Jahren nach Norden vertrieben wurden. Also: Dass der "natürliche Zustand" einer Kuh jener mit Hörnern ist, ist ein wahrscheinlich falsches Argument.
  • PrivatePyle 03.10.2018 13:40
    Highlight Highlight Ich muss doch sehr lachen wenn hier in den Kommentaren immer paradoxerweise geschrieben wird: der "natürliche" Zustand der Kuh ist mit Horn.

    Dem kann man anfügen: das "natürliche" Verhalten eines erwachsenen Menschen wäre auch keine Milch zu trinken!

    Ein Landwirtschaftsbetrieb ist kein Zoo. Die Tiere werden so gezüchtet und gehalten, dass sie wirtschaftlich rentabel sind und der Umgang mit Ihnen sicher (deshalb keine Hörner). Wer diesen Fakt nicht akzeptiert, soll keine Tierprodukte mehr essen und sein Gemüse selber anpflanzen.
    Die Intitiative ist so sinnvoll wie ein Euter an einem BullenI
    • demokrit 03.10.2018 15:01
      Highlight Highlight "das "natürliche" Verhalten eines erwachsenen Menschen wäre auch keine Milch zu trinken!"

      Das ist für die meisten Europäer falsch. Diese verfügen über das Enzym Laktase und können Milchzucker (Laktose) problemlos im Erwachsenenalter verarbeiten.

      Die Initiative verbietet deine Tierquälerei aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Sie sorgt vielmehr dafür, dass Tierquäler dann keine Subventionen mehr erhalten.
    • PrivatePyle 03.10.2018 16:29
      Highlight Highlight Nochmals auch für dich Demokrit: Für ein adultes Säugetier (wie der erwachsene Mensch) ist Milchtrinken UNnatürlich! Über 70% der Menschen weltweit können Laktose nicht abbauen. Dass dies die meisten Europäer mittlerweile können hat sich evolutiv entwickelt, weil man in diesen Breitengrade für gewöhnlich die Milch der Tiere trank.

      Es gibt auch viele Rinderrassen bei denen die Hörner weggezüchtet wurden und die ohne Hornansatz zur Welt kommen.... Klingelts?

      "Die Initiative sorgt vielmehr dafür, dass Tierquäler dann keine Subventionen mehr erhalten."

      Glaube du hast da was missverstanden.^^
    • demokrit 03.10.2018 16:39
      Highlight Highlight Deine Verallgemeinerung stimmt halt nicht. 15% der Europäer sind nicht laktoseintolerant. Für Sie ist das Milchtrinken im Erwachsenenalter völlig natürlich. Diejenigen Populationen die Milch nicht vertragen (z.B. oft Asiaten), werden Sie auch nicht konsumieren, weil sie davon üble Bauchkrämpfe kriegen.

      Ein Wegzüchten ist keine Tierquälerei, sondern menschliche Zuchtwahl. Das ist etwas ganz anderes.

      "dabei sorgt [der Bund], dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen."
    Weitere Antworten anzeigen
  • G. Schmidt 03.10.2018 13:25
    Highlight Highlight Hornkuhinitiative...

    Eine Kreation von Esoterikern und Stadtkindern...

    Wenn diese Hörner so gut wären bzw. bessere Milch liefern würde... dann wäre dies schon längst passiert.

    Stattdessen verlangt man nun vom Staat mit Direktzahlungen den übersubventionierten Agrarsektor mot mehr Vorschriften noch profitabler zu machen.

    Ohne mich.
  • Alterssturheit 03.10.2018 13:17
    Highlight Highlight Ich sags ganz friedlich, ohne Zorn -
    zu einer Kuh gehört das Horn.
  • Troxi 03.10.2018 13:00
    Highlight Highlight Das Engagement ist sicher lobenswert. Die Frage weshalb man begann die Hörner zu entfernen ist für mich die zentrale Frage und die wird aus meiner Sicht mit dem Wort Sicherheit beantwortet. Tiere mit Hörner sind sicherlich natürlicher, aber die birgen ein massiv höher Risiko der Verletzungsgefahr für Mensch und Tier. Die Initiative sieht eine höhere Direktzahlung vor, was mir den Gedanken nicht loslässt, dass es in erster Linie um sein Geldsäckel und nicht um das Wohl des Tieres geht.
    • Maya Eldorado 05.10.2018 03:20
      Highlight Highlight @Troxi
      Wie recht sie haben mit der Verletzungsgefahr.
      Ein Beispiel bei den Menschen: Gibt man denen Waffen in die Hand, gibt es bald Verletzte und gar Tote bei Menschen und Tieren.
      Schon mit den Fäusten können die Menschen erheblichen Schaden an anderen Kreaturen anrichten.
    • Oigen 05.10.2018 08:58
      Highlight Highlight und trotzdem darf man den menschen ihre wafen ja nicht verbieten, aber der kuh (die sich nicht wehren kann) nehmen wir die hörner weg
    • Troxi 05.10.2018 10:56
      Highlight Highlight Ich habe mich gestern noch während der Heimreise noch den Bundesbeschluss durchgelsen und es kann doch nicht sein, dass obendrauf die Würde des Tieres ausschliesslich daran definiert wird ob Hörner vorhanden sind oder nicht. Wenn es dann darauf hinaus läuft, dass man Anbindeställe aus dem Boden stampft, ist aus meiner Sicht die Würde höherbei Weidehaltung ohne Hörner.
  • Fumia Canero 03.10.2018 12:48
    Highlight Highlight Bei Hunden ist schon seit einigen Jahren das Coupieren von Ohren und Ruten verboten. Nun gut - die konnten damit auch niemanden aufspiessen. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass massenweise andere Lebewesen aufgespiesst worden wären, bevor man begann die Kühe zu enthornen.
    • Bijouxly 03.10.2018 13:59
      Highlight Highlight Es geht nicht ums Aufspiessen, sondern um die Verletzungsgefahr vorallem innerhalb der Herde. Und ja, das ist bei den heutigen Platzverhältnissen durchaus ein Problem.
    • El Vals del Obrero 03.10.2018 16:31
      Highlight Highlight Dann könnte man ja auch an den Platzverhältnissen was ändern ...

      Aber es stimmt natürlich, auch wenn man einen Haufen Menschen zusammenpfercht, gibt es sicher weniger Verletzte, wenn man ihnen die Fäuste amputiert.
    • PrivatePyle 03.10.2018 16:51
      Highlight Highlight @meine Senf
      Auch das ist Falsch. Die Platzverhältnisse wurden in den letzten Jahren stetig geändert bzw. vergrössert. Informier dich mal darüber. ^^
  • Dogbone 03.10.2018 12:06
    Highlight Highlight Armin hat unsere volle Unterstützung verdient! Seine Sache zeigt uns vor allem auch auf, was wir, bzw. die Bauern, mit den Viechern anstellen, nur damit man mehr von ihnen auf kleinerem Raum halten kann. Unsere Kinder wissen nicht einmal mehr, dass Kühe auch Hörner haben, nicht nur Stiere... Es geht nur noch um Kostenoptimierung und mit der Annahme der Initiative tut man nicht nur den Tieren einen Gefallen, sondern setzt auch ein Zeichen, dass es mit der „Fleischproduktion“ reicht!

    Das man den Bauern Geld zahlen muss, damit sie die Tiere nicht mehr entstellen, ist eine andere Geschichte...
  • Soini 03.10.2018 11:48
    Highlight Highlight Ich zolle Herrn Capaul grossen Respekt für seinen unermüdlichen Einsatz und es freut mich für die Schweiz, dass jeder die Möglichkeit hat, ein Anliegen zur Abstimmung zu bringen.

    Gegen die Initiative sprich für mich ua.:
    1. das Kastrieren von Schweinen, das Montieren von Nasenringen bei Rindern ist genauso ein Eingriff
    2. Jeder der Erfahrung in der Rinderhaltung hat weiss, dass die Hörner ein verletzungsrisiko darstellen und zudem mehr Platz benötigen.

    Man muss sich entscheiden zwischen einer effizienten, produktiven Landwirtschaft oder einer 100% subventionierten Heidilandschaft.
  • Snowy 03.10.2018 11:43
    Highlight Highlight Wer seine Kuh nicht verstümmelt, erhält mehr Direktzahlungen.

    Sehe nicht ein, wie man gegen diese Initiative sein kann.
    Direktzahlungen sind logischerweise auch immer Lenkungsabgaben.
    • Skip Bo 03.10.2018 12:16
      Highlight Highlight Die Lenkung besteht nun darin, dass es finanziell sinnvoll bleibt, die Tiere weiterhin in Anbindeställen zu halten.
      Es ist ein Dilemma, wenn man sich zwischen behornten oder permanent freilaufenden Kühen entscheiden soll.
      Das Geld wäre besser investiert, wenn bessere Freilaufstallkonzepte für Hornkühe gesucht und unterstützt würden.
  • Skip Bo 03.10.2018 11:37
    Highlight Highlight Der natürliche Zustand ist Kuh mit Horn NICHT angekettet. Mit der Initiative hat man die Wahl ob die Halter von behornten, angeketteten Kühen zu belohnen sind. Es gibt eine kleine Anzahl Tierhalter welche behornte Kühe in Freilaufställen halten. Das sind die einzigen welche Beiträge erhalten dürften. Die Initiative belohnt die Anbindehalter, es werden nicht weniger Tiere enthornt.
    Behornten Jung- und Masttieren sind aus unerklärbaren Gründen von Beiträgen ausgeschlossen, vielleicht weil sie in Freilaufställen gehalten werden?
    • Skip Bo 03.10.2018 13:08
      Highlight Highlight Hornblitz? Ok, die Einschränkung nur den freilaufenden Hornkühen einen Beitrag zuzugestehen, stösst den potentiellen Anbindeempfängern sauer auf.
  • Makatitom 03.10.2018 11:21
    Highlight Highlight Die Initiative ist gut, aber falsch aufgegleist. so dass ich sie trotzdem ablehnen muss. Nicht der Bauer, der seinen Kühen die Hörner lässt soll einen Stutz mehr bekommen pro Tier und Tag, sonder der Bauer, der seinen Kühen die Hörner absabelt (oder ausbrennt, oder was auch immer) eine Stutz weniger pro Tier und Tag, Wir hören schliesslich täglich, wie heftig wir sparen müssen (bei 2.3, bzw 4.3 Mrd Überschuss), also darf man ruhig auch mal bei der Classe parasitaire sparen
    • PrivatePyle 03.10.2018 17:00
      Highlight Highlight Hmmm... So viel ich weiss bieten Parasiten keine Gegenleistung an, für das was sie erhalten. Bauern so viel ich weiss schon. Oder lebst du völlig autark? Insofern trifft deine parasitierende Klasse wohl eher auf andere Bevölkerungsteile zu, die du in diesem Forum normalerweise immer bedingungslos in Schutz nimmst;)
  • Stichelei 03.10.2018 11:15
    Highlight Highlight Der natürliche Zustand ist die Kuh mit Horn. Es braucht also einen aktiven Vorgang, um dies zu ändern und die Hörner zu entfernen. Ich finde es ein Unding, wenn wir nun Direktzahlungen leisten sollen, damit etwas NICHT gemacht und die Kuh in ihrem natürlichen Zustand belassen wird. Ich fände, es wäre konsequenter und motivierender für die Kuhhalter, wenn für das Entfernen der Hörner bestehende Direktzahlungen gekürzt würden.
    • Kaffo 03.10.2018 11:37
      Highlight Highlight @stichelei. Kann dir voll und ganz zustimmen. Wollte etwas ähnliches schreiben. Die Initiave wäre gut wenn es ohne Subvetion gehen würde.
  • Bruno Wüthrich 03.10.2018 10:59
    Highlight Highlight Den Kühen die Hörner zu nehmen, ist ein Unding. Diese Initiative anzunehmen, wäre ein Anfang zum Besseren. Aber noch längst nicht zum Guten.

    Langfristig müssen wir dahin kommen, dass tierische Produkte wieder etwas Besonderes werden. Dass man sich Fleisch und Wurst nur noch ein bis zwei Mal pro Woche leistet. Dass auch Nutztiere Anrecht auf ein anständiges Leben haben.

    Deshalb müssen wir nicht Vegetarier oder Veganer werden. Einfach etwas bewusster leben müssten wir. Fleisch von Tieren aus Massentierhaltung und/oder von Schlachtfabriken gilt es zu meiden.
    • Lord_Mort 03.10.2018 12:56
      Highlight Highlight Das haben Sie gut formuliert. Ich würde mehr für Fleisch bezahlen. Fleisch ist heute einfach viel zu günstig. Das jedes Mal, wenn diese Diskussion losgeht, die Menschen gleich meinen sie müssten vegan leben, zeigt wie undifferenziert heute die Meinungsbildung ist.
  • Maya Eldorado 03.10.2018 10:54
    Highlight Highlight Kühe ohne Hörner sind amputierte Kühe.
    Die Hörner sind durchblutet und mit Nerven durchsetzt. Sie sind sozusagen Ausbuchtungen des Kopfes.

    Hier wäre eine Subvention nun wirklich sinnvoll, im Gegensatz zu vielen anderen.
    Wiel diese Subvention ist für die Tiere und nicht für den Mammon.
    • Dogbone 03.10.2018 12:08
      Highlight Highlight Viele Blitzerbauern hier? Sie hat Recht und ihr wisst es auch!
    • PrivatePyle 03.10.2018 16:40
      Highlight Highlight Maya Eldorado:
      Wie erklären Sie sich dann, dass es tierwissenschaftlich keinen einzigen Hinweis oder eine Studie gibt, dass enthornte Kühe mehr leiden als behornte, bzw. sich absolut gleich verhalten wie Kühe mit Horn?
    • Maya Eldorado 05.10.2018 03:07
      Highlight Highlight @durrr
      Also für den Menschen haben die Hörner ganz offenbar keinen Nutzen. Sie sind vermutlich eher hinderlich. Das wird wohl der Grund sein, dass immer weniger Kühe Hörner haben.

      Lässt man den Kühen die Hörner, benutzen sie die auch. Also haben sie ganz sicher einen Nutzen für die Kühe. Wenn sie sich z.B. bedroht fühlen verteidigen sie sich, greifen an. Das passt aber dem Menschen nicht.
  • Jein 03.10.2018 10:54
    Highlight Highlight Wenn die Kühe wählen könnten, würden sie auch nicht geschlachtet, in dem Sinne ist das kein Argument und eher selektiv bei diesem Thema plötzlich den "Standpunkt" der Kuh miteinzubeziehen.

    Nichtdestotrotz freu ich mich bei solchen Initiativen immer ein bisschen, es geht eigentlich um nichts und zeigt wie wenig Probleme wir hierzulande haben.
    • Neruda 03.10.2018 12:14
      Highlight Highlight Viele kleine Änderungen geben letztendlich auch eine grosse ;)
  • Hayek1902 03.10.2018 10:40
    Highlight Highlight Ich bin gegen Direktzahlungen und Subventionen, aber wenn wir es sowieso schon machen, kann man auch pragmatisch abstimmen... Ich wandere gerade durch Österreich und Kühe mit Hörner sind wirklich richtige Kühe. Ich weiss noch nicht, wie ich abstimmen werde. Ich tendiere leicht gegen ja, aber so oder so bin ich vom Engagement von Capaul beeindruckt.
  • äti 03.10.2018 10:30
    Highlight Highlight Natürlich müssen die Tiere ihre Hörner behalten. Sonst könnte man auch die Beine amputieren, weil sie kaum noch Auslauf haben.
    Oder hat sich schon jemand überlegt, gewisse Politiker von ihren Ohren zu befreien, da sie eh überflüssig sind?

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