Schweiz
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A cannabis plant grows in the Bekaa valley, Lebanon October 4, 2015. Syrian refugees work to harvest and process spiky-leafed cannabis plants in neighbouring Lebanon’s Bekaa Valley. Often farmers of cotton and wheat back home in Raqqa province - now the de facto capital of Islamic State - the conflict in Syria drove them to seek safety in a region where Syrian migrant workers used to spend a few months a year before returning home. REUTERS/Alia Haju PICTURE 11 OF 18 - SEARCH

Cannabis gibt's bald in der Apotheke. 
Bild: STRINGER/REUTERS

1000 Berner Kiffer im Glück: Sie bekommen ihr Gras bald in der Apotheke



In der Stadt Bern sollen Apotheken versuchsweise Cannabis an eine Gruppe von bis zu 1000 Kiffern verkaufen. Die Stadtregierung hat die Uni Bern mit der Erarbeitung eines entsprechenden Forschungsprojekts beauftragt.

Die Stadt gibt dabei mehrere Eckpunkte vor, wie Gemeinderätin Franziska Teuscher am Montag vor den Medien erläuterte: Bei den Studienteilnehmern muss es sich um mindestens 18-jährige Frauen und Männer handeln, die ihren Wohnsitz in der Stadt Bern haben und bereits Cannabis konsumieren.

Cannabis legalisieren, Koks und Amphetamine entkriminalisieren: Was sagst du?

Der Verkauf des Cannabis soll über Apotheken erfolgen. So könne eine bestehende professionelle Infrastruktur genutzt werden, sagte Teuscher. «Zudem geniessen Apotheken das Vertrauen der Bevölkerung, haben das nötige Fachwissen im Umgang mit Betäubungsmitteln und verfügen über Kontroll- und Sicherheitsdispositive.»

Das wissenschaftliche Forschungsprojekt sollte innert drei bis vier Monaten erstellt werden können, sagte Matthias Egger, Direktor der Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern. Dafür ist ein Kostendach von 20'000 Franken vorgesehen.

Die exakte Zahl der Studienteilnehmer sei noch offen, betonte Egger. Womöglich würden auch nur einige hundert mitmachen.

Update:

Unklar sei auch, wie viel Cannabis man zu welchem Preis werde kaufen können. Bezogen werde das Cannabis entweder von Schweizer Produzenten, die den Stoff für wissenschaftliche Zwecke herstellen, oder aus dem Ausland. Konsumiert werden solle das Cannabis dann im privaten Raum.

Städte arbeiten zusammen

Mehrere Städte – darunter auch Zürich, Genf und Basel – haben Interesse signalisiert, ein Pilotprojekt für den regulierten Zugang zu Cannabis durchzuführen. In der Stadt Bern hat sich das Parlament im März 2015 für einen entsprechenden Versuch ausgesprochen.

Das letzte Wort hat allerdings der Bund, der eine Ausnahmebewilligung erteilen müsste. Denn das Betäubungsmittelgesetz verbietet grundsätzlich den Cannabis-Konsum in der Schweiz.

Das Berner Gesuch beim Bundesamt für Gesundheit werde in der zweiten Jahreshälfte 2016 in Koordination mit den Projektarbeiten in Basel, Genf und Zürich eingereicht werden, kündigte Teuscher an. Die Städte arbeiteten in dieser Frage eng zusammen.

Genf möchte es mit sogenannten Cannabis Social Clubs probieren, wie Teuscher auf Anfrage sagte. Was Basel und Zürich planten, sei noch nicht bekannt.

«Scheinheiliger Zustand»

Schliesslich gebe es trotz Verbot und Repression in der Schweiz 200'000 bis 300'000 Menschen, die regelmässig Cannabis konsumieren. Allein in der Stadt Bern seien es rund 4000 Personen, sagte Teuscher.

«Schweizweit konsumieren zweimal so viele Menschen Cannabis wie in der Stadt Bern leben», sagte Teuscher – «und alle schauen weg. Das kann einfach nicht sein. Ich will diesem scheinheiligen Zustand etwas entgegenhalten.» Es brauche bessere Lösungen, damit man zu einer glaubwürdigen Suchtpolitik zurückfinde. (sda)

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