Schweiz
Bern

Kanton Bern budgetiert einen Überschuss – warnt aber auch vor neuen Defiziten

Kanton Bern budgetiert einen Überschuss – warnt aber auch vor neuen Defiziten

25.08.2016, 11:5925.08.2016, 12:34

Der Kanton Bern rechnet für 2017 mit einem Überschuss von 99 Millionen Franken, dies bei einem Budget von rund 11 Milliarden Franken. Bereits ab 2019 drohen erneut Defizite und damit ein neues Sparpaket. Gleichzeitig sollen die Unternehmenssteuern auf ein schweizerisches Mittel gesenkt werden.

CYCLING : Tour de Suisse - Stage 7 - Berne / Berne - 06/19/2015, the city of Bern.

Foto: Vincent Kalut/Photo News/Panoramic (EQ Images) SWITZERLAND ONLY
Bern macht Plus.Bild: Panoramic

Für 2018 wird im Finanzplan zwar noch ein minimaler Überschuss von 18 Millionen erwartet, danach verdüstern sich die Perspektiven weiter: 2019 rechnet der Kanton mit einem Defizit von 95 Millionen, für 2020 mit 88 Millionen Franken. In den nächsten vier Jahren dürften zudem die Schulden um weitere 400 Millionen Franken wachsen.

Erstmals seit dem letzten umfangreichen Sparpaket müsse wieder ein «finanzpolitischer Rückschlag» hingenommen werden, sagte Regierungspräsidentin und Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP) am Donnerstag vor den Medien.

Die Verschlechterung der Prognosen hat verschiedene Gründe: Nebst der höheren Verbilligung der Krankenkassenprämien rechnet der Kanton mit tieferen Steuereinträgen. Zudem budgetiert er aufgrund eines Grossratsentscheids nur die Hälfte der zu erwartenden Gewinnausschüttung der Nationalbank.

Steuerstrategie entlastet Unternehmen 

Die seit dem 1. Juli mehrheitlich bürgerlich zusammengesetzte Kantonsregierung wird sich ab Herbst über ein neues Entlastungspaket beugen. Den politischen Kräften im Kanton stelle sich die Grundsatzfrage, ob der Staat Leistungen abbauen solle oder nicht, erklärte Simon.

Gleichzeitig zum Budget verabschiedete die Berner Regierung ihren Bericht zur kantonalen Steuerstrategie. Kern der Strategie ist die schrittweise Senkung des Gewinnsteuersatzes von heute 21,6 auf 16,37 Prozent. Damit will sich der Kanton Bern schweizweit im Mittelfeld der Kantone positionieren.

Verzichten will die Regierung auf die «politisch chancenlose» Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer, mit der die frühere rotgrüne Regierung die Mindereinnahmen der Steuerstrategie gegenfinanzieren wollte.

Bern

Die Motorfahrzeugsteuern waren aufgrund einer vom Volk angenommenen Initiative gesenkt worden. Die Steuerstrategie kostet den Kanton Bern ab 2022 unter dem Strich rund 140 Millionen Franken.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Manuel Strupler ist der neue SVP-Wahlkampfleiter: Das sagt er zur 30-Prozent-Marke
Manuel Strupler war ein erfolgreicher Schwinger. Jetzt steigt der Thurgauer Nationalrat als neuer SVP-Wahlkampfleiter in den Ring. Er sagt, weshalb seine Partei nicht um jeden Preis Kompromisse eingeht – und dass sie die Städte nicht aufgegeben hat.
Manuel Strupler, bis zu den eidgenössischen Wahlen 2027 dauert es noch fast zwei Jahre. Sie sind der neue Wahlkampfleiter der SVP. Weshalb starten Sie so früh?
Zuerst ist es mir wichtig zu sagen: Ich bin nicht allein, sondern kämpfe mit einem guten Wahlkampfteam für unsere Schweiz. Wir müssen früh Gas geben. Wir wollen die Kantonal- und Ortsparteien rechtzeitig motivieren und dafür sorgen, dass sie parat sind, wenn sie die Kandidaten nominieren. Migration und Kriminalität beschäftigen die Menschen stark. Und natürlich kämpfen wir gegen den EU-Unterwerfungsvertrag.
Zur Story