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Kris V. ist wieder hinter Gittern.
Kris V. ist wieder hinter Gittern.bild:zvg

Nach Flucht aus der Psychiatrie: Bois Mörder Kris V. wurde in Deutschland verhaftet

Letzten Samstag floh Kris V. (22) aus der Psychiatrie der Klinik Königsfelden der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG). Seine Flucht ist zu Ende – er wurde in Deutschland festgenommen.
03.06.2016, 15:4717.11.2020, 13:57

Kris V. ist wieder hinter Gittern: «Er wurde im süddeutschen Raum verhaftet», sagt Nicole Payllier, Leiterin Kommunikation der Gerichte Kanton Aargau. Der 22-jährige Mörder war am Samstag aus der psychiatrischen Klinik in Windisch AG geflüchtet.

Die Staatsanwaltschaft werde ein Auslieferungsgesuch stellen. Wann Kris V. in die Schweiz zurückgeführt wird, sei noch unklar. Das Familiengericht Baden prüft nun, in welcher geschlossenen Einrichtung er nach seiner Rückkehr in die Schweiz untergebracht wird.

Die Festnahme sei der sehr guten Zusammenarbeit der Kantonspolizei Aargau mit den deutschen Polizeidienststellen zu verdanken, die mit effizienter Amts- und Rechtshilfe zum Fahndungserfolg beigetragen hätten, schreiben die Gerichte Kanton Aargau in einer Mitteilung.

Kris V.s Opfer: die 17-jährige Boi.
Kris V.s Opfer: die 17-jährige Boi.bild: zvg

Höchststrafe im Jugendrecht

Kris V. hatte 2009 in Sessa TI die damals 17-jährige Boi mit einem Holzscheit erschlagen, damals war er selber erst 16 Jahre alt. Aufgrund ausgewerteter Handy-Daten hatte die Polizei den Schweizer im August 2009 zum Verschwinden der Jugendlichen befragt. Ihre Überreste wurden später im Juni 2010, zehn Monate nach dem Verschwinden, in Sessa aufgefunden. Wenig später wurde der Jugendliche an seinem Wohnort im Aargau verhaftet.

Das Jugendgericht Baden verurteilte den Aargauer 2013 wegen Mordes zur Höchststrafe im Jugendrecht. Er wurde zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung verurteilt.

Weil die jugendstrafrechtlichen Massnahmen bis zum Erreichen des 22. Altersjahres befristet sind, wurde der Mann im Frühling 2015 auf Antrag der Jugendanwaltschaft fürsorgerisch untergebracht. Dagegen wehrte sich der Mörder auf dem Rechtsweg, es folgte ein Hin und Her. Im Februar wies das Aargauer Verwaltungsgericht die Beschwerde des Mannes gegen die fürsorgerische Unterbringung ab.

Schwere psychische Störung

Das Verwaltungsgericht kam in seinem Urteil zum Schluss, dass die Voraussetzungen für die fürsorgerische Unterbringung nach wie vor erfüllt seien. Der Mann leidet gemäss Gutachten an einer schweren psychischen Störung, die mittels intensiver, langfristiger Psychotherapie zu behandeln ist.

Erst wenn der Mann im Therapieverlauf schrittweise auf ein Leben in der Freiheit vorbereitet und damit auch die Rückfallgefahr verkleinert werden könne, müsse die Behandlung nicht mehr in einer psychiatrischen Klinik erfolgen.

Die fürsorgerische Unterbringung des Mannes kostet die frühere Wohnsitzgemeinde Mägenwil AG so viel Geld, dass sie vor kurzem den Gemeindesteuersatz um sechs Prozentpunkte auf 96 Prozent erhöhen musste. Mägenwil muss jährlich für die Betreuung des jungen Mannes 264'000 Franken bezahlen. (sda/mlu)

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