Schweiz
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La conseillere d'Etat vaudoise Jacqueline de Quattro parle lors d'une conference de presse de presentation des lignes directrices cantonales a l'intention des communes vaudoises concernant le redimensionnement des zones a batir suite  a l'entree en vigueur de la loi sur l'amenagement du territoire revisee (LAT) ce jeudi 8 octobre 2015 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro will Bundesrätin werden. Bild: KEYSTONE

Judo-Meisterin und «eiserne Lady»: 7 Fakten über Bundesrats-Anwärterin de Quattro

Sie findet, dass schon zu lange keine freisinnige Frau mehr im Bundesrat sass: Die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro will Didier Burkhalter beerben. Sie wäre das wohl erste Mitglied der Landesregierung, das den schwarzen Gürtel im Judo trägt.



Kaum hatte sie die Bombe platzen lassen, verabschiedete sie sich in die Ferien. Jacqueline de Quattro sei den ganzen Tag nicht erreichbar, sagte ihre persönliche Mitarbeiterin, Anne Dousse, am Samstag zu watson. Am Morgen war bekannt geworden, dass de Quattro ins Rennen um den freiwerdenden Bundesratssitz von Didier Burkhalter steigt.

Die Waadtländer Staatsrätin ist damit nach dem Tessiner Ignazio Cassis das zweite FDP-Mitglied, das offiziell Interesse am Amt anmeldet. Doch wer ist die Politikerin, die schon seit dem Tag von Burkhalters Rücktritts-Ankündigung als mögliche Nachfolgerin gehandelt wird?

Das Sprachtalent

Die schweizerisch-italienische Doppelbürgerin Jacqueline de Quattro ist in Zürich geboren. Als sie elf Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Pully bei Lausanne. Sie spricht fliessend Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.

Die Feministin

La candidate aux elections vaudoise Jacqueline de Quattro, droite, pose pour le photographe avec Miss Suisse 2005 Lauriane Gillieron, gauche, lors de l'assemblee generale des Femmes du Parti radical-democratique Suisse, PRD, sur le theme

De Quattro (r.) mit Ex-Miss-Schweiz Lauriane Gillieron. Die Schönheitskönigin nahm 2007 an der GV der FDP-Frauen Schweiz zum Thema «Wo sind die Frauen?» teil. Bild: KEYSTONE

Schon bevor sie ihr Interesse am Bundesratsamt offiziell bestätigte, pochte de Quattro auf eine Frauen-Kandidatur aus der Romandie. Es gehe «um eine Frage des Prinzips, nicht um eine Frage von Personen», sagte sie der «Schweiz am Wochenende». Sie verwies darauf, dass seit bald 30 Jahren keine FDP-Frau mehr im Bundesrat sitze.

De Quattro war von 2008 bis 2010 Präsidentin der FDP-Frauen Schweiz. Als Talk-Gast in der SRF-Sendung «Giacobbo/Müller» ärgerte sie sich darüber, dass in Wahlkämpfen zuweilen mehr über ihre Frisur und ihren Lippenstift gesprochen wurde als über ihre Politik.

Ein anonymer Briefeschrieber habe sie wissen lassen: «Mit Waden, wie Sie sie haben, würde ich nie einen Rock tragen.» Sie habe reagiert, indem sie seither konsequent den Jupe aus dem Schrank nehme, sobald es draussen wärmer werde. «Ich habe nun mal nur die beiden Wädli, die ich habe.»

Die politische Spätzünderin

Die heute 57-Jährige Juristin betrat das politische Parkett relativ spät. Zunächst studierte sie Rechtswissenschaften und arbeitete am Jugend-, Kantons- und Bundesgericht. Im Jahr 2000 gründete die zweifache Mutter mit Kollegen eine Anwaltskanzlei in Lausanne. Erst nach der Jahrtausendwende wählten die Waadtländer sie ins Parlament – und sechs Jahre später dann in die Kantonsregierung.

Die Kampfsportlerin

De Quattro hat den schwarzen Gürtel im Judo und im Ju-Jitsu. In beiden Kampfsportarten absolvierte sie auch Wettkämpfe. So wurde sie 2004 Schweizermeisterin im Ju-Jitsu und erkämpfte sich die Bronze-Medaille im Judo. Der Kampfsport habe ihr in der Politik viel gebracht, sagte sie bei «Giacobbo/ Müller»: Sie habe gelernt, nie aufzugeben. Verlieren gehöre dazu. «Manchmal wird man vom Gegner einfach zu Boden geworfen.»

Die «Eisenhand in Samthandschuhen»

Sie sei «une main de fer dans un gant de velours», heisst es in der Romandie über de Quattro. Also eine «Eisenhand in Samthandschuhen» – in der Deutschschweiz auch oft einfach mit «eiserne Lady» übersetzt. Zu verdanken hat sie den Übernamen ihrem Wirken als Polizeidirektorin. Seitdem sie 2013 hart gegen Kleindealer vorging, haftet der elegant auftretenden Freisinnigen das Image einer Hardlinerin an. Eine bekannte Karikatur des Zeichners Raymond Burki zeigt sie, wie sie grinsend auf einer Strassenputzmaschine sitzt und die Drogenhändler auf dem Platz Lausanne platt walzt.

Die Grüne

Nicht nur mit Sicherheitsthemen, auch im Bereich Umwelt konnte sich de Quattro profilieren. Als Vorsteherin des Umweltdepartements macht sie sich für erneuerbare Energien stark. So will sie in der Waadt zahlreiche Windanlagen aufstellen und so den Atomstrom im Kanton ersetzen.

Die Sache mit dem Schwan

La conseillere d'Etat vaudoise Jacqueline de Quattro, procede a la remise en liberte du cygne noir

Nelson auf dem Weg in die Freiheit – wenig später war er tot. Bild: KEYSTONE

Es hätte so schön sein können: Medienwirksam entliess Jacqueline de Quattro letzten Sommer einen schwarzen Schwan in die Freiheit. Nelson, wie sie das Tier in Anlehnung an den südafrikanischen Freiheitskämpfer Nelson Mandela genannt hatte, war Wochen davor an einer Flussmündung aufgefunden worden. Weil der Besitzer des ursprünglich aus Australien stammenden Vogels nicht ausfindig gemacht werden konnten, war er nach umfangreichen Abklärungen in den Zoo gebracht worden. 

Als die Proteste von Tierfreunden immer lauter wurden, brachte de Quattro den Schwan persönlich zum Genfersee. Dumm nur, dass sie mit der Aussetzung des exotischen Tiers mutmasslich gegen das Jagdgesetz verstiess. Die Justiz prüfte daraufhin ein Verfahren – entschied sich am Ende jedoch, die Sache ruhen zu lassen. Nelson erlebte die Justiz-Posse nicht mehr. Er wurde tot am Strand von Montreux aufgefunden – die Fischereibehörde vermutete, dass ein Fuchs ihn zu Tode gebissen hatte.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gibaue 25.07.2017 13:10
    Highlight Highlight Als Doppelbürger kann ich da wieder mal nur den Kopf schütteln. 1. Wer sein Land so liebt, dass er so viele Jahre in die Politik eines Landes investiert, dass er/sie Regierungsmitglied werden könnte, hat seine Loyalität mehr als bewiesen. 2. Die Loyalität liegt logischerweise beim Land in dem man gewählt wurde. 3. Könnte es ja auch mal von Vorteil sein, jemanden mit int. Background im Bundesrat zu haben anstatt ein Haufen Monolinguisten.
  • Sensenmaa 24.07.2017 10:21
    Highlight Highlight So jemanden brauchen wir nicht, die gute Frau würde nur noch mehr Kaos hinterlassen.
  • Gubbe 23.07.2017 19:08
    Highlight Highlight Ich fand Die Frau gut, bis ich das Kampfwort "Feministin" gelesen habe. Eine Feministin können wir als BR nicht gebrauchen. Ärger bereitet mir schon genug die säuerliche, alle liebende Frau Sommaruga. Auch sollte die Frau Quattro ihren italienischen Pass bei, oder vor ihrer Wahl abgeben. Ein BR mit zwei Staatsbürgerschaften wäre schon komisch.
  • maxi 23.07.2017 10:21
    Highlight Highlight Es gehe «um eine Frage des Prinzips, nicht um eine Frage von Personen... okee alles klar
  • meliert 23.07.2017 09:46
    Highlight Highlight Frau Quattro gefällt mir gut, sie sollte ins Tessin ziehen (italienisch spricht sie ja) und wir hätten
    Benutzer Bild
  • Hugo Wottaupott 23.07.2017 01:18
    Highlight Highlight Frage mich das schon länger... hat es im Bundeshaus eine so enorm gut ausgerüstete Küche oder wieso will jede Frau dorthin?
    • Hansruedi 23.07.2017 16:29
      Highlight Highlight Dumme Sprüche klopfen und sich hinter einem Psoidonym verstecken
  • Raphael Stein 22.07.2017 23:25
    Highlight Highlight ....Seitdem sie 2013 hart gegen Kleindealer vorging

    das beeindruckt mich sehr. Kleinvieh macht Mist. So bleibt kaum mehr Zeit sich den grossen Problemen zu widmen. Sehr frei im Sinn. Die Dame ist hoffentlich ohne jede Chance.
    • Der Kritiker 23.07.2017 19:48
      Highlight Highlight weil die kleindealer natürlich kein problem darstellen. die kleindealer sind derselbe abschaum wie die grossen, sie sind einfach nicht intelligent oder stark genug, es auf die nächsthöheren machtstufen zu bringen. am ende sind sie parasiten und ihnen sind menschenleben egal. kleindealer unterstützen das system, schau Dir in südamerika an, was die scheisse an drogengeschäft mit menschen und gesellschaften anstellt. all diese verf***en kleindealer sind teil dieses problems. diesen gehören die eier weggeschossen, dann lernen sie's!

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