Schweiz
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Schnelle Frauen und ein paar Sticheleien: So liefen die Departements-Übergaben ab

Drei Departementschefs übergaben ihren Nachfolgern die Schlüssel – das lief sehr unterschiedlich ab.

Henry Habegger / ch media



Das ging zackig. Es dauerte kurz vor vier Uhr nachmittags nur wenige Minuten, dann hatte Simonetta Sommaruga (SP) den symbolischen Schlüssel des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) an ihre Nachfolgerin Karin Keller-Sutter (FDP) übergeben.

Bundesraetin Simonetta Sommaruga, SP, EJPD, links, uebergibt das Mobile als Geschenk an Bundesraetin Karin Keller Sutter, FDP, rechts, anlaesslich der symbolischen Schluesseluebergabe an ihre Nachfolgerin im Departement EJPD, am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Sommaruga, Keller-Sutter und das Mobile. Bild: KEYSTONE

Wer, zugegeben, zwei oder drei Minuten zu spät kam, der hatte Pech im Bundeshaus West, es gab keinen Einlass mehr ins Büro der Justiz- und Polizeiministerin, in dem die Übergabe am stattfand. Das Personal versuchte zwar fieberhaft, einen Weg zu finden, aber das war gar nicht so einfach, weil niemand riskieren wollte, die kurze Feierlichkeit und die beiden anspruchsvollen Bundesrätinnen durch Hereinplatzen zu stören.

So kurz die Übergabe ausfiel, so herzlich war sie. Die zwei Frauen stiessen mit Champagner an, und die abtretende Justizministerin Simonetta Sommaruga schenkte ihrer Nachfolger Karin Keller-Sutter ein buntes Mobile.

«Das EJPD ist für die Menschen da: für die Familien, die Kinder, die Flüchtlinge und die Opfer von Gewalt. Das EJPD sorgt sich um den Ausgleich und um die Gerechtigkeit», sagte Bundesrätin Sommaruga. «Das Mobile steht für diesen Ausgleich – aber auch für die Sorgfalt und das Feingefühl, das es in diesem Departement braucht.»

Ein Mobile zur Departementsübergabe im EJPD

    Video: © sda-Video

Da wollten sich zwei Bundesrätinnen nicht lange von der Arbeit abhalten lassen. Nach der kurzen Schlüsselübergabe unterhielten sich die beiden unter vier Augen über die zu erledigenden Geschäfte, und diese Arbeit war ihnen wichtiger: Es gibt viel zu tun. Und Sommaruga wird schon heute von Doris Leuthard (CVP) den Schlüssel zum Infrastrukturdepartement Uvek übernehmen.

Ein paar kleine Sticheleien

Bundesrat Guy Parmelin, SVP, links, ueberreicht einen Tennsischlaeger bei der symbolischen Schluesseluebergabe an seine Nachfolgerin Viola Amherd, CVP, im Departement VBS, am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Parmelin, Amherd und der Tennis-Schläger. Bild: KEYSTONE

Eine andere Welt hatte sich früher am Tag im Bundeshaus Ost präsentiert, wo das Verteidigungs- und das Wirtschaftsdepartement angesiedelt sind. Um zehn Uhr übergab der abtretende Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) im Korridor vor dem Chefbüro den symbolischen Schlüssel seiner Nachfolgerin Viola Amherd (CVP). Es wurde ein Akt mit ein paar kleinen Sticheleien.

Viola Amherd übernimmt das VBS: Ist ein Tennisschläger ein gutes Omen?

    Video: © sda-Video

Der Waadtländer händigte seiner Nachfolgerin praktische und etwas mehrdeutige Geschenke aus. Ein Buch über Waffenplätze, damit frau etwas über die Männerwelt Armee dazulernen kann. Zudem einen Tennisschläger, denn er habe gehört, sie treibe Sport, so Parmelin. «Das ist lange her», stöhnte die Walliserin, aber schlagfertig behändigte sie das Sportgerät und lachte: «Ich weiss, wie man den Schläger in die Hand nimmt.»

Ob das eine leichte Drohung an die Generäle war, blieb ihr Geheimnis. «Viel Vergnügen, aber auch viel Arbeit» komme auf sie zu, beschied ihr Parmelin noch.

«Ich bin keine Frau der Schnellschüsse», sagte Amherd, und wieder wusste man nicht, ob das doppelbödig gemeint war, wurde Parmelin doch immer mal wieder als «Monsieur Schnellschuss» bezeichnet. Amherd betonte, dass sie nicht nur den VBS-Schlüssel übernehme, sondern auch die Verantwortung für die 12'000 Mitarbeiter.

Auftrag: Vollbeschäftigung

Bundesrat Johann Schneider-Amman, FDP, WBF, links, bei der symbolischen Schluesseluebergabe an seinen Nachfolger Bundesrat Guy Parmelin, SVP, VBS, im Departement WBF, am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Schneider-Ammann, Guy Parmelin und der 3-D-Drucker. Bild: KEYSTONE

Parmelin stand auch vier Stunden später wieder im Fokus, aber diesmal als Empfänger der Schlüssels. Ein paar Schritte neben dem VBS-Chefbüro befindet sich das Büro des Wirtschaftsministers. Und dort übergab ihm Johann Schneider-Ammann (FDP) einen Schlüssel, der aus dem daneben aufgestellten 3-D-Drucker stammte. Als ob Parmelin so was noch nie gesehen hätte.

«Ich übergebe den Schlüssel mit Überzeugung», so Schneider-Ammann, und er reichte seinem Nachfolger den Auftrag nach: «Vollbeschäftigung». Er habe verstanden, gab Parmelin zurück, «das Leitmotiv hier sind Jobs, Jobs, Jobs».

Schneider-Ammann übergibt Parmelin gedruckten Schlüssel

    Video: © sda-Video

Auf Schneider-Ammanns Nachfolger kommen harte Zeiten zu, die Latte ist hoch gesetzt. «Ich weiss, dass die Erwartungen gross sind», sagte Parmelin im Gespräch, und er stelle sich auf viel Arbeit ein. Er gestand offen, dass er «etwas überrascht» gewesen sei, wie schlecht ihn einige Medien darstellen.

Der Waadtländer wirkte angespannt, er findet sich in ähnlicher Rolle wieder wie vor Jahren Adolf Ogi (SVP), der öffentlich spöttisch als Leichtgewicht abgetan wurde, als «Primarschüler» und «Skilehrer». Auch Parmelin, einst Weinbauer, fühlt sich zu Unrecht herabgesetzt. Aber er machte klar, dass er wie einst Ogi gewillt ist, Kritiker Lügen zu strafen.

Deutlich wurde gestern, wie beliebt Wirtschaftsminister Schneider-Ammann bei seinen Leuten war. «Er war ein umgänglicher Chef, der grosse Gelassenheit ausstrahlte, nie die Nerven verlor», sagte einer. Man trauert dem Berner nach. Und ist gespannt, ob Parmelin eine ähnliche Souveränität entwickelt. (aargauerzeitung.ch)

Herr Parmelin, diese Schweizer sind genauso «bäd» in Englisch

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Video: watson/nfr

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    Alle Leser-Kommentare
  • bruder klaus 21.12.2018 19:05
    Highlight Highlight Habs noch im TV gesehen. Sorry, aber das sah aus, wie ein Hausfrauenkränzli. "So, ich bringe ihne jetzt da na es pflänzli mit"...."oh danke, das isch aber nätt". Ich finde es zielich überflüssig so ein tam-tam zu machen deswegen. Wir können nur hoffen, dass die bundesrätinnen nun gute arbeit abgeben werden für ihr (nun lebenslanges gehalt".
  • Spooky 21.12.2018 17:49
    Highlight Highlight Ich habe gehört, das Bundeshaus habe einen eigenen Schlüsseldienst. Stimmt das?
  • Simon Probst 21.12.2018 12:23
    Highlight Highlight Champagner hier, Apero da, feiern dort. gibt es ein evtl. alkoholproblem?
  • Randalf 21.12.2018 09:52
    Highlight Highlight Da wird sich Frau Amherd aber sowas von gefreut haben. Sie wünschte sich sicher ja immer schon ein Buch über die Waffenplätze der Schweiz. Warum nicht gleich eine Flasche Appenzeller?
  • Raphael Conca 21.12.2018 09:19
    Highlight Highlight Interessant. Die „Merkel“ Raute bei Viola Amherd. Ist mir einfach aufgefallen - ohne Wertung.
  • Maranothar 21.12.2018 08:19
    Highlight Highlight Ich denke ja dass die beiden Fossilien bis zu dem Zeitpunkt nichtmal wussten was 3D-Drucker sind.
  • wasps 21.12.2018 08:18
    Highlight Highlight Schlüsselübergaben gibt es, seit es Türschlösser gibt. Irgendwann werden nur noch Badges übergeben.
  • plop 21.12.2018 07:38
    Highlight Highlight Süsser Artikel, danke für all die „B-Infos“ von welchen ich nicht wusste dass das so Tradition hat (hat es? Oder ist das neu und für die Medien?)

    Nun hoffen wir einfach auf gute Arbeit!

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