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Zivildienstler sägt Feuerholz für das Landschaftswerk Biel-Seeland, Bern.
Zivildienstler sägt Feuerholz für das Landschaftswerk Biel-Seeland, Bern.Bild: KEYSTONE

So will der Bundesrat den Zivildienst unattraktiver machen

Zu viele junge Männer wollen heutzutage in den Zivildienst, meint der Bundesrat. Er will mit acht Massnahmen die Attraktivität des Zivildiensts «substanziell senken».
20.02.2019, 13:2720.02.2019, 16:15

Zwischen 2011 und 2017 hat die Anzahl der Zulassungen zum Zivildienst kontinuierlich zugenommen. Nach Ansicht des Bundesrats ist die Anzahl zu hoch.

Mit diesen Massnahmen will der Bundesrat den Zivildienst unbeliebter machen:

Mindestanzahl von 150 Diensttagen

Aktuell gilt, dass Zivildienstler 1,5 Mal mehr Diensttage leisten, als sie in der Armee leisten müssten. Mit der Mindestanzahl von 150 zu leistenden Diensttagen im Zivildienst müssen Angehörige der Armee (AdA) bei einem Wechsel in den Zivildienst ab dem Zeitpunkt des ersten WK mehr Diensttage leisten, als sie es heute tun.

Wartefrist von 12 Monaten

Die Wartefrist soll für AdA eingeführt werden, die zum Zeitpunkt der Bestätigung des Gesuchs zum Zivildienst in die Armee eingeteilt sind. Während der Wartefrist bleibt die Pflicht bestehen, weiterhin Militärdienst zu leisten.

Faktor 1,5 auch für Unteroffiziere und Offiziere

Zur Berechnung der noch zu leistenden Diensttage im Zivildienst gilt der Faktor 1,5. Bislang galt für diese Kader der Faktor 1,1.

Keine Einsätze, die ein Human-, Zahn- oder Veterinärmedizinstudium erfordern

Keine Einsätze, die ein Human-, Zahn-oder Veterinärmedizinstudium erfordern.

Keine Zulassung von AdA mit 0 Restdiensttagen

AdA, die alle Ausbildungsdiensttage geleistet haben, sollen nicht mehr zum Zivildienst zugelassen werden – es sei denn, sie seien zu einem Aktiv- oder Assistenzdienst aufgeboten.

Jährliche Einsatzpflicht ab Zulassung

Es besteht eine jährliche Einsatzpflicht ab dem Kalenderjahr nach der rechtskräftigen Zulassung.

Pflicht, den langen Einsatz spätestens im Kalenderjahr nach der rechtskräftigen Zulassung abzuschliessen, wenn das Gesuch während der RS gestellt wird

Gesuchsteller aus der RS, die zum Zeitpunkt der Zulassung die RS noch nicht bestanden haben, müssen ihren langen Zivildiensteinsatz von 180 Tagen spätestens im Kalenderjahr nach der rechtskräftigen Zulassung abschliessen (heute: bis zum Ende des dritten Kalenderjahrs nach Zulassung).

Keine Einsätze im Ausland

Einsätze im Ausland sind nicht mehr möglich. Der Tätigkeitsbereich «Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe» bleibt bestehen, denn Zivildienstpflichtige können weiterhin in der Schweiz in diesbezüglichen Projekten eingesetzt werden.

(jaw)

25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern

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quelle: keystone / lukas lehmann
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184 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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giandalf the grey
20.02.2019 13:42registriert August 2015
Alter ganz ehrlich, da kocht mir das Blut. Der Zivil- und Militärdienst ist ein absolutes Affentheater. Nicht nur ist es schlichtweg diskriminierend alle Männer ein Jahr Dienst leisten zu lassen, während die gleichberechtigten Damen tun können was sie wollen. Es ist auch hochgradig lächerlich, dass der BR gar nicht erst versucht den Militärdienst attraktiver zu machen, sondern den Zivildienst weiterhin als Strafmassnahme für "verweichlichte Quasi-Deserteure" behandelt, obwohl der Zivildienst einen maximal grösseren Nutzen für die Gesellschaft hat, als das Militär. Ich könnte kotzen...
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Scaros_2
20.02.2019 13:36registriert Juni 2015
Ewiggestrige
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Zahlenheini
20.02.2019 15:39registriert Juli 2018
Wieder einmal zeigt der Bundesrat keinen Mut zu echten Reformen. Es gibt einen massiven Fachkräftemangeln auf Gemeindeebene in den Gemeinderäten, bei der Feuerwehr, in der Altersbetreuung. Ein Bürgerdienst für alle ständigen Bewohner (Männer, Frauen, Ausländer mit B und C-Bewilligung) plus eine substanziell kleinere Armee wären der richtige Schritt. 2017 wurden in der Armee 5,7 Mio. Diensttage geleistet. Diese Männer fehlen im Arbeitsmarkt. Aber vier Wochen Vaterschaftsurlaub sind zu viel...
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