Schweiz
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ARCHIV - ZUM SOZIALBERICHT 2016 VOM SCHWEIZER KOMPETENZZENTRUM SOZIALWISSENSCHAFTEN, FORS, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Arbeitsloser liest am 20. August 2010 am Hauptbahnhof in Zuerich den Stellenanzeiger. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === GESTELLTE AUFNAHME ===

Bild: KEYSTONE

Arbeitslosigkeit durch Corona in der Schweiz – und der Vergleich zu unseren Nachbarn

Die Coronakrise sorgte für so viele Arbeitslose wie seit Februar 2017 nicht mehr. Wer ist betroffen? Und wie sieht die Situation in den Nachbarländern aus?



Das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) hat heute die Arbeitslosenzahlen für den April 2020 veröffentlicht. Es kommt wenig überraschend: Der Einfluss der Coronakrise ist darin deutlich sichtbar.

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Der Corona-Effekt

Insgesamt 153'413 Personen waren Ende April bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 17'789 mehr als noch im März 2020. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich, wie stark sich die Coronakrise auf den Arbeitsmarkt niederschlägt.

Anzahl Arbeitslose 2019 und 2020 im Vergleich

Arbeitslose 2019 und 2020 Schweiz

Bild: watson

Betroffene nach Bevölkerungsgruppe

Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist in allen Bevölkerungsgruppen zu erkennen. So stieg die Arbeitslosigkeit beispielsweise bei den Jugendlichen von 2,8 auf 3,3 Prozent.

Arbeitslose nach Gruppe

Bild: watson

Auch alle Regionen waren betroffen: Allerdings stieg die Arbeitslosigkeit in der vom Virus stärker getroffenen Region «Westschweiz und Tessin» mit 0,5 Prozentpunkten etwas mehr als in der Deutschschweiz (+0,3 Prozentpunkte).

Einbruch bei den ausgeschriebenen Stellen

Für die Betroffenen dürfte es auch überdurchschnittlich schwierig sein, zurzeit eine neue Stelle zu finden. So meldet das Seco, dass im April 2020 nur gerade 18'415 Stellen ausgeschrieben wurden – rund 13'000 weniger als noch im Vormonat.

Allerdings wurde bedingt durch das Coronavirus die Stellenmeldepflicht ab dem 26. März 2020 für sechs Monate aufgehoben, wie das Seco im Bericht betont.

Kurzarbeit explodiert

Im monatlichen Bericht des Seco gibt es jeweils auch einen Abschnitt zur Kurzarbeit. Allerdings stammen dort die Angaben erst vom Februar 2020. Damals waren laut den Angaben 4'048 Personen in 227 Betrieben von Kurzarbeit betroffen.

Die Zahlen für die Monate März und April werden hier deutlich höher ausfallen. So hat beispielsweise Seco-Direktorin Marie-Gabrelle Ineichen-Fleisch am letzten Montag gesagt, dass Anfang Mai 1,91 Millionen Menschen in 187'000 Betrieben für Kurzarbeit angemeldet waren.

Der internationale Vergleich

Nicht nur in der Schweiz resultierte aus der Coronakrise für den letzten Monat eine hohe Arbeitslosenquote. In vielen Ländern ist in den Statistiken bereits für den Monat März ein aussergewöhnlicher Anstieg ersichtlich – und viele haben für April noch gar keine Zahlen publiziert.

Die Zahlen, die es gibt, sprechen aber eine deutliche Sprache: So beispielsweise in Spanien, wo seit 2016 Jahr für Jahr weniger Arbeitslose registriert wurden – für die letzten beiden Monate zeigt die Kurve aber einen klaren Ausreisser.

Entwicklung der Arbeitslosen in Spanien

Arbeitslosigkeit in Spanien

Bild: watson/gobierno de espana

Arbeitslosenzahlen für April 2020 gibt's bereits aus Österreich, Deutschland und Spanien. Bei allen ist erkennbar, dass die Zahlen im Vergleich zum Stand im Januar saisonbedingt erst leicht gesunken sind im Februar.

Mit der Verbreitung des Coronavirus war bei allen Ländern ausser in Deutschland bereits ein erster Anstieg erkennbar. Spätestens im April 2020 waren die Zahlen aber deutlich über dem Niveau von Anfang Jahr.

Vergleichsweise am deutlichsten zugelegt (+47 Prozent) hat die Anzahl Arbeitslose in Österreich, wo für Januar noch 355'335 und im April bereits 522'253 Arbeitslose gemeldet wurden.

Veränderung der Arbeitslosenquote seit Anfangs Jahr

Arbeitslosenquote Vergleich Frühling 2020

Bild: watson

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • patnuk 08.05.2020 07:48
    Highlight Highlight Eine Idee wäre ein Entlassungsverbot von 5 Jahren an Grossfirmen (Novartis, Roche, Versicherungen z.B), Staatsfirmen oder Staats nahe Firmen (SBB, Swisscom, Rüag, Post, usw.). Grundeinkommen gekoppelt an einer Weiterbildung und öffentlichen oder sanitären Einsatz (Altersheim, Gemeinde, usw.)
  • M.A.S.H2020 08.05.2020 07:04
    Highlight Highlight Ist ja klar, dass die Zahl der Arbeitslosen in Ländern mit starkem Arbeiterschutz und Verträgen die vom Arbeitgeber nicht so einfach gekündigt werden können, nicht so stark ansteigt. Das sagt aber nichts darüber aus, ob wir nun schlechter oder besser dastehen.
  • salamikoenig 08.05.2020 00:43
    Highlight Highlight Wäre sehr spannend das in absoluten zahlen zu sehen... Wie viel prozent arbeitslose haben spanien, deutschland etc.? Eine erhöhung um 10% bei 1% arbeitslosen sind 0,1% bei 10% sind es jedoch 1%.
  • Roland Kull 07.05.2020 19:49
    Highlight Highlight Eigentlich sind die heute publizierten 3.3% Arbeitslose ein Witz. DE und beinahe alle Nachbarn integrieren auch die Sozialbezüger. Geht man auf die Seiten des Bundes, kämen hier noch ca. weitere 10 % je nach Ansicht. Wir beschönigen und wissen eigentlich genau, dass unzählige ob CH oder Ausländer nie mehr arbeiten werden. Die Last inkl. der neuen Steuerlasten muss vom Rest gestemmt werden - für 25-30 Jahre, wenn nichts dazwischen kommt. (und u/Politik bezieht Sitzungsgelder für nicht abgehaltene Sitzungen o/schlechtes Gewissen). Es wird kaschiert, gemogelt und gelogen.
  • Barracuda 07.05.2020 19:10
    Highlight Highlight Uiii, liebe Kollegen von watson... Die Grafik von Spanien hat eine ganz ganz üble und tendenziöse Skalierung! Habt ihr nicht mal die SVP (völlig berechtigt) zurechtgewiesen, weil sie mit so peinlichen Grafiken arbeiten? ;-)
    • Uranos 07.05.2020 21:36
      Highlight Highlight Nö, es geht hier ja um den Trend. Es ist sowieso schwierig zu sagen, was nun eine bestimmte Anzahl Arbeitsloser bedeutet, wenn man es nicht in Beziehung zur Gesamtbevölkerung setzt. Allerdings sollte man die Ordinate durchgestrichen zeichnen, um klar zu machen, dass sie nicht bei 0 anfängt.
  • Sarkasmusdetektor 07.05.2020 18:04
    Highlight Highlight Bin gerade sehr glücklich über meine krisensichere Berufswahl.
  • Lowend 07.05.2020 15:06
    Highlight Highlight Hat jemand Zahlen zu Schweden? Mich würde es echt mal wundernehmen, ob das hochgelobte Schwedische Model wirklich besser für die Wirtschaft ist?
    • Lea Senn 07.05.2020 15:24
      Highlight Highlight @Lowend Die Zahlen für Schweden zum April werden am 11. Mai veröffentlicht.

      https://arbetsformedlingen.se/om-oss/press/pressmeddelanden?id=511C3B7A515EBC84
    • Lowend 07.05.2020 15:36
      Highlight Highlight Herzlichen Dank für den Link und das Datum Lea Senn! Wäre echt mal einen Vergleich wert.

      PS: Ich lerne dann mal kurz Schwedisch - oder lass vielleicht besser mal Google übersetzen... 😉
    • MartinZH 07.05.2020 15:48
      Highlight Highlight @Lowend: Die SEB, eine der drei grossen schwedischen Banken, hat am 6.5.2020 eine Analyse vorgelegt: https://sebgroup.com/sv/press/pressmeddelanden/2020/seb-nordic-outlook-historisk-tvarnit-trots-rekordstora-stimulanser--

      SEB erwartet ein Exportminus von 15 Prozent fürs ganze Jahr 2020.

      Aufs ganze Jahr 2020 hochgerechnet erwartet die SEB für Schweden einen BIP-Rückgang von 6,5 Prozent.

      Die Arbeitslosigkeit bleibt in ihrer Entwicklung hinter dem BIP zurück: SEB schätzt, dass Schweden in den Jahren 2020 und 2021 eine durchschnittliche Rate von 11 Prozent verzeichnen wird (2019: 6,8 Prozent).
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 07.05.2020 14:38
    Highlight Highlight Das ist erst der Anfang. Viele Firmen werden Personal entlassen oder Konkurs gehen. Viele Firmen profitieren von den Aufträgen die sie noch vor der Krise bekommen haben, die dürften aber schon bald aufgebraucht sein. In ein paar Monaten wird es noch schlimmer werden.
  • lilie 07.05.2020 14:33
    Highlight Highlight Danke für den Vergleich. Auch wenn ich mich frage, ob in allen Ländern Arbeitslosigkeit nach den gleichen Kriterien erhoben wird und wie die Zahlen durch die Coronamassnahmen im jeweiligen Land beeinflusst sind.

    Zudem müsste man unterscheiden, wieviele davon ihre Stelle wegen der Coronakrise verloren haben. Das dürften noch nicht viele sein, da ja die meisten eine Kündigungsfrist von mindestens 3 Monaten haben.

    Umgekehrt haben sich vielleicht viele, die nach einer Auszeit wieder einen Job suchen wollen, gar noch nicht beim RAV gemeldet, weil sie eh nichts finden könnten.
    • Matti_St 07.05.2020 14:40
      Highlight Highlight Man muss so schnell wie möglich bei einer Kündigung sich beim RAV melden. Deshalb sind die jetzt schon in der Statistik.

      Zudem gibt es viele Branchen wo es Projektbezogene Anstellungen gibt und viele Temporäre.
    • Der Rückbauer 07.05.2020 15:05
      Highlight Highlight INE Spanien: Im Frühling, wenn die Arbeitslosen markant sinken sollten, erhöhen sich nun die Zahlen, v.a. wegen dem Tourismus, der in der Osterwoche einen Höhepunkt erreicht, aber während des Winters darnieder liegt.
      Im übrigen weiss ich, dass die Zahlen des INE vor Publikation über zahlreiche Tische von Politikern gehen.... seit Sanchez am Ruder ist, dürfte das aber nicht mehr so korrupt laufen wie damals bei der PP. Die damals an der Mittelmeerküste herrschende PP war komplett korruptionsdurchseucht. Auch ist es immer noch so, dass die Schattenwirtschaft und die Grossfamilien stark sind.
    • skisandtrail 07.05.2020 15:06
      Highlight Highlight Die Zahlen werden nicht in allen Ländern nach gleichen Kriterien erhoben. Vor ein paar Jahren gabs auch in der Schweiz eine Änderung, wodurch unsere Zahlen im Mehrjahresvergleich kritisch beachtet werden müssen..

      Ich vermute mal, dass es in den meisten Ländern auch keine Kurzarbeit gibt - daher wären unsere Zahlen wohl noch höher, wenn wir nicht diese Möglichkeit hätten.
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Am 24. Februar 2020 fiel der erste Test in der Schweiz positiv aus: Eine Person im Tessin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. So hat sich die Kurve in der Schweiz seit Ende Februar entwickelt.

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