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Die Clubs öffnen dieses Wochenende, doch es gibt da ein Problem



Aufatmen bei den Schweizer Clubbetreibern: Am Mittwoch verkündete der Bundesrat, dass Nachtclubs ihre Tore wieder für Nachtschwärmer öffnen dürfen. Dabei gibt es nur eine einzige Restriktion: Alle Besucher müssen über ein Covid-Zertifikat verfügen.

Steht uns dieses Wochenende also mit der ersten Partynacht seit fast einem Jahr ein riesiges Fest bevor? Nein, meinen die Clubbetreiber. «Wir rechnen dieses Wochenende noch nicht mit dem ganz grossen Ansturm auf die Clubs», sagt Alexander Bücheli, Sprecher der Schweizer Bar & Club Kommission. Einerseits können in dieser Schnelle nur spontan geplante Veranstaltungen stattfinden, andererseits dürften viele Nachtschwärmer Mühe haben, an ein Covid-Zertifikat zu gelangen.

Denn: Bislang haben nur Geimpfte tatsächlich die Möglichkeit, sich ein solches Zertifikat aufs Smartphone zu holen. In jüngeren Bevölkerungskreisen haben aber nur eine Minderheit bereits die zweite Dosis erhalten. In der Theorie müsste man auch ein Zertifikat erhalten, wenn man getestet wurde.

Noch keine Zertifikate für negative Testresultate

In der Praxis kann dies jedoch noch nicht umgesetzt werden. In Testzentren und Apotheken werden bislang keine Zertifikate und QR-Codes ausgehändigt. «Die Implementierung in die Primärsysteme der Apotheken und Ärztepraxen wird zurzeit noch umgesetzt», sagt eine Sprecherin des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse zu watson.

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation testet zurzeit noch die praktische Implementierung in den Alltag. Die tatsächliche Umsetzung dürfte aber noch etwas dauern. «Wir sind als Labor zur Ausgabe der Zertifikate registriert beim BAG, ab kommender Woche werden bei Synlab Zertifikate für negativ PCR-getestete Personen erhältlich sein», sagt Synlab-Sprecher Stefan Mathys. Das Labor-Dienstleistungsunternehmen führt an verschiedenen Standorten in der ganzen Schweiz Covid-Tests durch.

Eine Zwischenlösung?

Im Endeffekt bedeutet das, dass nur Geimpfte auch tatsächlich nach Bundesvorschrift in Clubs feiern dürfen am Samstag. Deshalb arbeite man an Zwischenlösungen: «Denkbar wäre zum Beispiel, dass ein personalisierter Nachweis, dass man in den letzten 48 Stunden negativ getestet wurde, ebenfalls ausreicht», sagt Bücheli.

Damit würde man also auch mit einem negativen Testresultat zugelassen. Ob dies aber tatsächlich erlaubt ist und so umgesetzt wird an diesem ersten Wochenende der Cluböffnungen, ist fraglich.

Besucher laufen in den Club Hive in Zuerich, aufgenommen am Freitag, 3. Juli 2020. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Stehen Nachtschwärmer hier bald wieder schlange? Der Club Hive in Zürich will am Samstag öffnen. Bild: keystone

Langfristig setzen die Clubs auf das Zertifikat

Obwohl der Start in die Normalität nicht so glatt verläuft, wie sich dies vielleicht viele wünschen, sind die Clubbetreiber trotzdem zufrieden mit der Lösung des Bundes. «Die Zertifikat-Kontrolle ist ein sicherer und einfacher Weg, die Sicherheit für die Nachtschwärmer zu gewährleisten», sagt Bücheli.

Die technische Umsetzung mit der Überprüfung vor Ort sei für Clubs kein Problem. Einige Lokale knüpfen sogar bereits Kontakte zu naheliegenden Apotheken. So wäre es denkbar, dass diese ihre Testzeiten in den Abend hinein ausweiten, um so auch Spontanentschlossenen den Zugang in die Clubs zu ermöglichen.

Damit kehrt die Normalität noch nicht gänzlich ins Nachtleben und in den Kulturbereich zurück, aber: «Die Perspektiven sind definitiv schon besser als noch vor sechs Monaten», sagt Bücheli.

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