DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Knifflige Ausgangslage: Innenminister Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin am letzten Freitag in Bern.
Knifflige Ausgangslage: Innenminister Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin am letzten Freitag in Bern.Bild: keystone/watson

2G+ oder ab in den Beizen-Lockdown? Heute entscheidet der Bundesrat

17.12.2021, 05:4517.12.2021, 15:31

Wieder ist es Freitag. Und wieder diskutiert der Bundesrat über den richtigen Umgang mit dem Coronavirus. Klar ist eines: Es wird Verschärfungen geben.

Hier gehts zur tatsächlichen Entscheidung des Bundesrates:

Seit Ende November steigt die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patienten stark an. Die kritische Schwelle von 300 belegten Intensivbetten wurde teilweise schon überschritten. Die Epidemie in der Schweiz wird momentan noch vor allem von der Delta-Variante geprägt. In den nächsten Wochen dürfte sich aber die Omikron-Variante durchsetzen – wie sie sich auf die gesundheitliche Situation auswirken wird, ist noch unklar.

Die Ausgangslage vor der Medienkonferenz:

Worüber spricht der Bundesrat heute?

Um Verschärfungen, das steht fest. Der Bundesrat hat den Kantonen letzten Freitag mehrere Massnahmen präsentiert, mit denen er auf die drohende Überlastung des Gesundheitssystems und die sich ankündigen Omikron-Variante reagieren will.

Der Bundesrat hat zwei Varianten ausgearbeitet:

1️⃣ Variante 1:
2G und Maskenpflicht in Innenräumen wie Restaurants, Kinos, Museen, Fitnesscenter. Essen und Trinken nur im Sitzen.
2G mit zusätzlichem Test (2G+) für maskenfreie Betriebe und Discos, Bars sowie Musikproben.
2G-Betriebe können auf 2G+ und maskenfrei umstellen.
2️⃣ Variante 2:
Wie V1, aber ohne maskenfreie Aktivitäten. Innenräume von Restaurants, Discos, Bars, Fitnesscenter müssen schliessen.
Gruppensport und -Musik ohne Maske ist nicht mehr möglich.
Ausnahme: Jugendliche bis 16 Jahre dürfen weiterhin zum Beispiel Fussball spielen oder Musizieren in Chören.

Bei beiden Varianten würden die Basismassnahmen laut Bundesrat verstärkt. So soll bald wieder eine Homeoffice-Pflicht gelten. Bei einer reinen Empfehlung zu bleiben, wenn Schliessungen verordnet werden müssten, hält der Bundesrat «nicht für angemessen».

Die Übersicht:

Auch die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei privaten Treffen stellt der Bundesrat zur Diskussion: Sobald eine Person dabei ist, die nicht geimpft oder genesen und älter als 16 Jahre ist, sollen sich nur noch fünf Personen treffen dürfen. Sollten weitergehende Schliessungen nötig werden, wären private Treffen für alle auf fünf Personen beschränkt.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

An den Universitäten und den Fachhochschulen will der Bundesrat wiederum Fernunterricht einführen, wobei Prüfungen ausgenommen werden sollen.

Und wie reagierten die Kantone?

Die Kantone und Branchenverbände hatten bis am 14. Dezember Zeit, ihre Einschätzungen abzugeben. Und sie wissen vor allem, was sie nicht wollen: grossflächige Schliessungen. Mit 2G könnten sich die meisten Kantone anfreunden – teilweise mit Abstrichen.

  • 2G und 2G+: Grundsätzlich sind sich die Kantone einig, dass es weitere Einschränkungen braucht. Eine Maskenpflicht in Restaurants oder aber 2G+ sehen viele Kantone eher skeptisch. Der Kanton Freiburg etwa schreibt, dieser Vorschlag sei «weder wirtschaftlich tragbar noch für die Geimpften verständlich».
  • Homeoffice-Pflicht: Hier gehen die Meinungen in den Kantone weit auseinander. Zürich und Bern lehnen sie ab, die Waadt sieht sie nur für Ungeimpfte. Der Aargau, Solothurn und die Ostschweizer Kantone sind dafür, ebenso der Kanton Graubünden, der aber leicht resigniert schreibt: «Allerdings ist damit zu rechnen, dass viele Arbeitgeber die Homeoffice-Pflicht nicht entsprechend umsetzen werden.»
  • 5-Personen-Regel für private Treffen mit Ungeimpften: Die Regel wird von den meisten Kantonen abgelehnt. Sie sei nicht kontrollierbar und spalte die Bevölkerung weiter.
  • Lockdown für Restaurants und Fitnesscenter: Die meisten Kantone lehnen einen Mini-Lockdown ab.
  • Fernunterricht für Unis und Hochschulen: Nur wenige Kantone sind dafür, den Präsenzunterricht auf der Schulebene zu verbieten.

Vorsicht: Nicht alle Kantone und Verbände haben ihre Antworten veröffentlicht.

Wie steht es eigentlich um die Corona-Situation in der Schweiz?

Die Lage in der Coronavirus-Pandemie in der Schweiz ist nach Ansicht des BAG weiter «angespannt». Die Zunahme der Fallzahlen habe sich auf hohem Niveau etwas verlangsamt, aber die Hospitalisierungen und Todesfällen würden weiter steigen, sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Dienstag vor den Medien.

Mittlerweile sei die Schwelle von 300 Covid-Patienten auf den Intensivstationen übertroffen worden, sagte Masserey. Die Infektionszahlen müssten zurückgehen, damit das Land für die Omikron-Variante gerüstet sei. Diese breite sich schneller aus als die bisherigen Varianten.

Die Omikron-Variante wird in der Schweiz ab Anfang 2022 dominant werden, wie Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Covid Task Force des Bundes vor den Medien sagte. Die Krankheitsverläufe von Omikron dürften mit jenen der Delta-Variante vergleichbar sein. Neben der dritten Impfung schützten die bisher bekannten Massnahmen auch gegen Omikron, sagte Stadler.

Wie wird der Bundesrat entscheiden?

Das wird sich zeigen. Sicher ist: Er wird noch heute vor die Medien treten. Wir werden die Pressekonferenz live tickern. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. (mlu)

Wann findet die Bundesrats-Pressekonferenz statt?

In der Vergangenheit fanden die Pressekonferenzen jeweils am Nachmittag statt. Heute ist die Medienkonferenz mit Gesundheitsminister Alain Berset für 15:30 Uhr angesagt. Alle Informationen findest du bei uns im Liveticker. Wenn du die Pressekonferenz gerne direkt streamen möchtest, kannst du dies hier tun:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Warum die Covid-19 Impfung nicht unfruchtbar macht – in 2 Punkten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Tag 4 im Vincenz-Prozess – Stocker-Anwalt ist «schockiert» und fordert Freispruch
Im Zürcher Volkshauses findet seit Dienstag der grösste Wirtschafts-Prozess seit Jahrzehnten statt: der grosse Raiffeisen-Prozess. Heute ist Tag 4 – alle Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.

Die Staatsanwaltschaft wirft Pierin Vincenz und Beat Stocker unter anderem Betrug und ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Dank Schattenbeteiligungen an Firmen, die sie dann gezielt durch die von ihnen beherrschten Unternehmen aufkaufen liessen, sollen sie sich privat bereichert haben.

Zur Story