Schweiz
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Wohnhaus am Distelweg 5 in Rupperswil (AG) am Donnerstag, 19. Mai 2016. In diesem Haus wohnte der Taeter Thomas N. rund 500 m vom Tatort entfernt. Der Vierfachmoerder von Rupperswil wurde letze Woche verhaftet. (KEYSTONE/Walter Bieri)

In diesem Haus lebte der mutmassliche Täter mit seiner Mutter. bild: KEYSTONE

Fall Rupperswil: Niemand will das Haus des mutmasslichen Täters

Heute vor einem Jahr wurde der mutmassliche Täter im Vierfachmord von Rupperswil gefasst. Das Haus, in dem er mit seiner Mutter lebte, steht seit März zum Verkauf. Doch niemand scheint darin wohnen zu wollen. 



Heute jährt sich die Verhaftung des mutmasslichen Täters im Vierfachmord von Rupperswil. Es handelt sich um eines der grauenvollsten Verbrechen der Schweizer Kriminalgeschichte.

Die Mutter des mutmasslichen Täters hat das Haus, in dem sie mit ihrem Sohn bis zu seiner Verhaftung lebte, seither zum Verkauf angeboten. 

Das gestaltet sich aber schwierig: Bereits seit Anfang März kann das Haus erworben werden. Doch niemand scheint es kaufen zu wollen. Denn, dass ihr Sohn und mutmasslicher Vierfachmörder bis zu seiner Verhaftung am 12. Mai 2016 hier wohnte, ist schweizweit bekannt.

«Kinderfreundliches Einfamilienhaus in ruhigem Wohnquartier»

So ist das Inserat auf der Internetseite der Immobilien-Firma, die das Dossier betreut, nach wie vor online. Das Haus wird darin als «kinderfreundliches Einfamilienhaus in ruhigem Wohnquartier» angepriesen. Die Fotos der inneren vier Wände wurden jedoch seit den zahlreichen Medienberichten zum Thema vom Netz genommen. Am Preis hingegen hat sich nichts geändert. Das ehemalige Heim des mutmasslichen Täters soll für 715'00 Franken an den Mann gebracht werden. 

Das sei angesichts der Vorgeschichte der Immobilie möglicherweise zu hoch, sagt der Immobilienexperte Ueli Kehl von Neue Immo AG, die in der Umgebung Aarau tätig ist. Für ein Haus ohne ähnliche Vorgeschichte entspreche die Immobilie ungefähr dem Marktpreis. «Die Nachfrage nach solchen Einfamilienhäusern in Rupperswil ist eigentlich gut. Aber es ist nachvollziehbar, dass sich für dieses Haus weniger Interessenten finden lassen als für andere.»

«Abriss wäre eine Option»

Im Ausland werden Häuser von Menschen, die in ähnlich brutale Taten verwickelt sind, in gewissen Fällen abgerissen. Entweder, weil sich kein Käufer für das Haus finden lässt, oder weil der Ort zu einer Art Gedenkstelle von Bewunderer des Täters wird. Ein Abriss hält Kehl auch im Fall Rupperswil für möglich: «Natürlich wäre das eine Option, wenn sich das Haus nicht verkaufen lässt.» Diese Entscheidung hänge aber alleine von der Eigentümerin des Hauses ab, und dem finanziellen Druck, dem sie standhalten muss.

Die Immobilien-Firma, die das Dossier betreut, wollte zum Fall keine Stellung nehmen. 

Der Fall Rupperswil: 

Am 12. Mai 2016 wurde der mutmassliche Täter in einem Café in Aarau verhaftet. Der heute 34-Jährige hatte kurz vor Weihnachten Carla S. (48) und ihre Söhne Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona F. (21) getötet, indem er ihnen die Kehle durchgeschnitten hat. Nach seiner Festnahme wurde klar, dass er bereits neue Opfer im Visier hatte. Wann er vor Gericht stehen wird, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn bis heute noch keine Anklage erhoben. 

146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

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