Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gemeindehaus in Hagenbuch (ZH) am Freitag, 19. Dezember 2014. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerde (KESB) der Bezirke Winterthur und Andelfingen ruegt die Gemeinde Hagenbuch. Diese habe ihre Pflichten verletzt und Unwahrheiten in den Medien verbreitet. Ausloeser fuer die Kritik ist der Fall um eine Familie, die Sozialhilfegelder bezieht. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Viele Junge machen einen grossen Bogen um Gemeindeämter.  Bild: KEYSTONE

Jetzt kommen die Miliz-Influencer: So sollen Gemeindeämter für Junge attraktiver werden

Ke Luscht! Viele Gemeinden finden nur noch mit viel Mühe Leute für Exekutivämter. Eine neue Studie zeigt, warum die Gemeindejobs besonders Junge abschrecken. Und bringt Ideen ein, wie die Jobs wieder attraktiver werden könnten. 



Der Schweiz gehen langsam aber sicher die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen aus. Bereits jede dritte Kommune hat «erhebliche Schwierigkeiten», die Ämter in der Exekutive zu besetzen. Dies zeigt eine am Donnerstag publizierte representative Studie der HTW Chur. Dabei wurden 600 Gemeinden und 1000 junge Erwachsene befragt. 

Die junge Generation ist in den Gemeinderäten stark untervertreten. Nur jedes 18. Exekutivmitglied ist unter 35 Jahre alt. 

Junge Gemeinderäte Schweiz Infografik

Bild: watson.ch / daten: studie HTW Chur

Aber warum wollen die Jungen kein Gemeindeamt übernehmen? 

Jetzt gibt der Gemeindeverband Gegensteuer. Unter anderem bringt der Ideenwettbewerb «zukunftsfähiges Milizsystem 2030» unkonventionelle Vorschläge aufs Tapet, um die Ämter für Junge wieder attraktiver zu machen. 

Hier einige Beispiele: 

Gemeindearbeit an Zivildienst anrechnen

Kann der Zivildienst auch das Milizsystem retten? Zusätzlich zu den bestehenden Einsatzmöglichkeiten sollen neu auch Behördentätigkeiten als Zivildienst anerkannt und angeboten werden. 

Miliz-Influencer

Ausserhalb der Parteien gibt es in der Politik kaum Talentförderung. Dies ist insofern relevant, da immer mehr Parteilose in Gemeindeämter drängen. Darum sollen junge Miliz-Politiker zu Polit-Influencern ausgebildet werden, die etwa mit Youtube-Videos oder Instagram-Posts andere Jugendliche zu politischen Tätigkeiten motivieren sollen. 

Arbeitgeber sollen Milizpolitiker freistellen

Ausser einem mehr oder weniger symbolischen Lohn kriegen Milizpolitiker bislang kaum eine Entschädigung. Das soll sich ändern: Künftig sollen Arbeitgeber die Gemeindepolitiker für ihre Aufgaben freistellen. Die Kosten dafür soll die Erwerbsausfallersatz-Entschädigung (EO) übernehmen, wie dies etwa bereits bei Jugend&Sport-Programmen der Fall ist.

Ausländerstimmrecht einführen

Um den Pool an Gemeinderatskandidaten zu erhöhen, sollen die Gemeinden das passive Ausländerstimmrecht einführen. 

Das sagt der Jung-Gemeinderat

Bild

FDP-Gemeinderat Nirosh Manoranjithan.  bild: zvg

Seit über zwei Jahren sitzt der 26-jährige Nirosh Manoranjithan für die FDP im Gemeinderat des 4000-Seelen-Dorfs Vilters-Wangs im Sarganserland. Das bedeutet: Unterlagen durchlesen, Sitzungen, am Wochenende öffentliche Termine wahrnehmen. Pro Woche wendet er 10 bis 12 Stunden für sein Amt als Leiter Ressort Gesundheit, Umwelt, Jugend und Integration auf. «Zum Glück habe ich einen flexiblen Arbeitgeber, so kann ich mir die Gemeindetermine selber einteilen», sagt Nirosh zu watson.

Das können längst nicht alle: Der grosse Zeitaufwand sei auch aus seiner Sicht der entscheidende Faktor, der Junge Leute vom Einstieg in die Politik abhalte.  «Es geht viel Freizeit verloren. Dafür lernt man immer wieder etwas Neues.»

Der Hauptgrund für sein politisches Engagement liegt aber woanders. «Ich will einerseits der Gemeinde etwas zurückgeben, weil sie meine aus Sri Lanka stammende Familie aufgenommen hat», sagt der Ostschweizer, der vor 12 Jahren eingebürgert wurde. Der Lohn sei bei einem Jahressalär von rund 10'000 Franken keine grosse Motivationsspritze .

«Ich mache den Job sicher nicht wegen des Geldes. Das Gemeinderatsamt ist für mich vielmehr ein Sprungbrett beziehungsweise ein guter Einstieg für eine politische Karriere», so Nirosh weiter. Seine Erfahrungen in der Gemeindepolitik will er nun auf nationaler Ebene nutzen. So kandidiert er für die Nationalratswahlen. Und will später im zweiten Anlauf die Wahl in den St.Galler Kantonsrat schaffen. 

(amü)

   

«Spam-Mails nerven! Und Spam-Telefonate!! Und Spam-Briefe!!!»

abspielen

Video: watson/Yannik Tschan, Emily Engkent

Tour Dur D'Schwiiz: 358 Gemeinden sind abgespult – war Reto schon bei dir?

Das könnte dich auch interessieren:

«Ich war überrascht, dass es reicht» – Corinne Suter holt in der WM-Abfahrt Silber

Link zum Artikel

Auf einer Party aufs Klo, das gar keins war...Diese Jodel-Geschichte hat kein Happy-End 😱

Link zum Artikel

Diese 7 Fälle zeigen, was bei der Rüstungsbeschaffung in der Schweiz alles schief läuft

Link zum Artikel

Ohne Solarium und Haarpracht – wie Donald Trump wirklich aussieht 😱

Link zum Artikel

Kantonale Vorlagen: Basel versenkt Spitalfusion, Berner Energiegesetz scheitert hauchdünn

Link zum Artikel

Zersiedelungs-Initiative abgeschmettert: So lief der Abstimmungssonntag

Link zum Artikel

So klicken, blocken und spulen wir die Werbung weg – die Fakten in 15 Punkten

Link zum Artikel

Wenn du in der (Fake-)Sexfalle sitzt – so kommst du wieder raus

Link zum Artikel

Hey Emma, Suff-SMS-Sandro hat auch ein paar Sex-Fragen an euch Frauen!

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel

Hacker verkauft 617 Millionen Nutzerdaten im Darknet – diese 16 Seiten sind betroffen

Link zum Artikel

Mirco Müller – ein vergessener Titan auf dem Weg zum Millionär

Link zum Artikel

Dieser NBA-Star erfuhr gerade mitten im Spiel, dass er getradet wurde

Link zum Artikel

Leute, PICDUMP! 🙏

Link zum Artikel

Beto gegen Donald: Showdown an der «Grenzmauer» in Texas

Link zum Artikel

Stimmen diese 9 Koch-Mythen wirklich?

Link zum Artikel

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Frauen schreiben ihren Freunden: «Ich will ein Baby» – die Antworten sind 😱😱😱

Link zum Artikel

Google reserviert jetzt für dich in Schweizer Restaurants (aber nicht per Telefon)

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wem gehört unser Wasser? Mögliche Privatisierung schlägt hohe Wellen

Die Angst vor der Privatisierung des Wassers geht um. Dabei ist die eigentliche Herausforderung im künftigen Umgang mit dem «blauen Gold» eine ganz andere.

Bei der Linken läuten die Alarmglocken. Nichts weniger als die Grundrechte sieht die SP in Gefahr. Die Ursache für die Aufregung: das Hahnenwasser. Der Kanton Zürich soll ein neues Wassergesetz erhalten, mehr als hundert Paragrafen enthält es, am Sonntag stimmt die Bevölkerung darüber ab. Es geht um Hochwasserschutz und Renaturierungen, um Abwasserreinigung und Erholungsräume.

Gestritten wird aber vor allem über einen Passus: Paragraf 107. Dieser sieht vor, dass sich Private an der …

Artikel lesen
Link zum Artikel