Schweiz
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13 prominente Frauen benoten die Gleichstellung von 1 bis 10 – welche Note gibst du?

Zum Tag der Frau haben wir prominente Schweizerinnen gefragt, wie weit die Gleichberechtigung in ihrer Wahrnehmung bereits fortgeschritten ist. Die erstaunlichen Antworten. 

Team watson
Team watson



Gülsha Adilji

Moderatorin

gülsha

Bild: srf

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

80% perfekt, also gebe ich acht Punkte.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn ich diskriminiert werde, fühle ich mich diskriminiert.

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Das ist eine Suggestivfrage. Ich möchte sie trotzdem beantworten, weil ich sie nicht diskriminieren will, nur weil sie eine Suggestivfrage ist. Es wäre ja absolut dumm, jemanden oder etwas zu benachteiligen oder ihnen nicht dieselbe Chance zu geben, nur weil sie so sind, wie sie sind. Zu meiner Antwort: Frauen sind noch nicht gleichberechtigt, weil sie eine schönere Schrift haben, besser singen können und besser ausweichen können beim Fangis-Spielen. Es ist also eine Eifersuchtssache. I guess.

«Am 6. September im Jahr 2189.»

Was muss noch getan werden?
Noch einiges. Man könnte aber smooth anfangen und den Film «Miss Representation» anklicken auf Netflix.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Am 6. September im Jahr 2189.

Was ich sonst noch sagen wollte:
Meine Antworten habe ich mit dem Zehnfingersystem geschrieben. Ich musste nur bei „Y“ auf die Tastatur schauen. Und ich bin nicht nur im Fangis besser als die Buben, sondern auch beim Völkerball.

Regula Rytz

Präsidentin der Grünen

ZUR MELDUNG, DASS ADELE THORENS IHR AMT ALS CO-PRAESIDENTIN DER GRUENEN ABGIBT UND ALLES AUF EINE ALLEIN-PRAESIDENTSCHAFT VON REGULA RYTZ HINDEUTE, STELLEN WIR IHNEN AM SONNTAG, 13. DEZEMBER 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Portrait von Regula Rytz, Nationalraetin der Gruene des Kantons Bern, aufgenommen am 7. Dezember 2015 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Die Leistung bei der Gleichstellung ist klar ungenügend. Beim Stimm- und Wahlrecht, bei der Familienpolitik und bei der Lohngleichheit ist die Schweiz dem Fortschritt immer hinterhergehinkt. Man stelle sich vor: Bis 1988 waren Männer per Gesetz das Oberhaupt der Familie und konnten «ihren» Ehefrauen eine Erwerbstätigkeit oder die Anschaffung eines Kühlschrankes verwehren. Reines Mittelalter!

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn Männer die Norm sind und Frauen die Ausnahme. Das ist überall dort der Fall, wo es um Einfluss, Geld und Prestige geht. Zum Beispiel in der Politik.

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
An der Kleinräumigkeit. In kleinen Gemeinden und Organisationen sind fortschrittliche, freiheitsliebende Menschen oft isoliert. Nur wenn sich emanzipierte Frauen und Männer in grosser Zahl zusammenschliessen, können sie Veränderungen durchsetzen.

«So wie ich die Schweiz heute kenne, dauert das noch 1000 Jahre.»

Was muss noch getan werden?
Die Frauen haben mit Mut und Hartnäckigkeit viel erreicht. Nun wollen sich auch immer mehr Männer aus ihrem Rollenkorsett befreien. Sie fordern Zeit für ihre Familie, Vaterschaftsurlaub und Teilzeitarbeit. Wenn wir das alles erreichen, ist wirkliche Partnerschaft und Chancengleichheit möglich!

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Sie ist dann erreicht, wenn Krankenpfleger genauso normal sind wie Physikprofessorinnen. Wenn kochende Väter genauso häufig sind wie Fussballtrainerinnen. Wenn Sexismus und Gewalt in der Familie überwunden sind. So wie ich die Schweiz heute kenne, dauert das noch 1000 Jahre. Aber ich lasse mich gerne überraschen!

Was ich sonst noch sagen wollte:
Im Bundeshaus arbeiten die Frauen wieder vermehrt über die Parteigrenzen hinweg zusammen. Das ist ein Grund zur Hoffnung!

Regula Stämpfli

Politologin

Regula Staempfli, Politologin, spricht an der Dreikoenigstagung des Medieninstituts im World Trade Center in Zuerich Oerlikon am Dienstag, 8. Januar 2013. Die Tagung soll als Seismograph fuer das Medienjahr 2013 dienen und die Stimmung in der Schweizer Medienbranche aufzeigen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

9,5 im Vergleich zu Saudiarabien und 4 im Vergleich zu Schweden. Voraussetzungen um überhaupt Mensch und Bürgerin sein zu dürfen, sind immer: Wahl- und Stimmrecht, Gleichstellungsartikel, gleiche Chancen beim sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Aufstieg. Dann selbstverständlich die Garantie einer gemeinschaftlichen und guten Kinderkrippen- und Tagesschul-Struktur.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Ich bin eine Frau? Das hat mir bis jetzt noch niemand vorgeworfen! (lacht). Ich lasse mich nicht diskriminieren. Schon gar nicht als Frau.

Woran liegt es, dass Frauen immer noch nicht gleichberechtigt sind?
Wie lange haben Sie Zeit? Bis ins Jahr 2062? Die Welt ist nicht gerecht. Weshalb? Lesen Sie Yuval Noah Harari. Wie die Welt durchaus gerechter werden kann, lesen Sie meine unzähligen Bücher, wissenschaftlichen Artikel und Vorträge. Hier nur soviel: Es geht tatsächlich um Geld.

«Ich wäre schon sehr dankbar, wenn das schweizerische Schlaf- und Männerparlament endlich die Lohngleichheit durchsetzen würde.»

Was muss noch getan werden?
Die Demokratisierung der Welt, die Beseitigung von Armut und die Errichtung einer ökologischen Utopie – easy oder etwa nicht?

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Hoffentlich nie. Denn «total» ist nie eine gute Botschaft. Ich wäre schon sehr dankbar, wenn das schweizerische Schlaf- und Männerparlament endlich die Lohngleichheit durchsetzen würde.

Was ich sonst noch sagen wollte:
Meine Antworten können ironische Bemerkungen beinhalten. 

Monika Rühl

Direktorin economiesuisse

Monika Ruehl, Vorsitzende der Geschaeftsleitung Economiesuisse, spricht waehrend der Jahresmedienkonferenz, am Donnerstag, 26. Januar 2017, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note:

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Ich gebe ihr die Note 7, weil wir zwar grosse Fortschritte erzielt haben, aber im Alltag noch deutliches Steigerungspotenzial besteht.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert?
Wenn ich dauernd unterbrochen werde oder meine Argumente nicht ernst genommen werden.

«Frauen, seid selbstbewusst! Und: Männer, seid achtsam.»

Was muss noch getan werden?
Frauen sind heute sehr viel eher gleichberechtigt als in meinen Jugendzeiten. Trotzdem sind wir noch nicht am Ziel. Wir alle können darauf hinwirken, Tag für Tag, indem wir Diskriminierungen ansprechen und Lösungen anpacken.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
In der Schweiz dauert halt auch dieser Prozess etwas länger…

Was ich sonst noch sagen wollte ...
Frauen, seid selbstbewusst! Und: Männer seid achtsam.

Dominique Rinderknecht

Moderatorin

Bild

Bild: instagram/Dominique Rinderknecht

Gleichstellungs-Note:

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Hmmmm.. 7? Definitiv nicht 10. Wir Frauen verdienen in vielen Fällen ohne Gründe weniger als Männer, teilweise sogar massiv. Und als Frau wird man häufig zuerst einmal nicht ernst genommen und muss sich um einiges mehr beweisen oder bemühen, um das Gleiche erreichen zu können wie ein Mann.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn in einer Gruppe nach Lösungsvorschlägen für ein Problem gefragt wird und die Vorschläge aller Männer zuerst ausprobiert werden, meiner nicht mal beachtet wird und schlussendlich aber der ist, der funktioniert. Im besten Fall wird dann am Schluss auch noch so getan, als käme die Idee nicht von mir.

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Das frage ich mich auch! Alles andere als Gleichberechtigung ist absolut nicht gerechtfertigt.

Was muss noch getan werden?
Ganz einfach: Gleichberechtigung! Nicht mehr und nicht weniger.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Ich hoffe mal 2018!!!!

Was ich sonst noch sagen wollte:
Schlimm, dass wir 2018 überhaupt dieses Interview führen müssen!

Chantal Galladé

SP-Nationalrätin

Chantal Gallade, Nationalraetin ZH, von der SP Schweiz orientiert an einer Medienkonferenz ueber die Reformorientierte Plattform der SP Schweiz zur Praesentation

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note:

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Ich kann das mit den Noten nicht – ich habe schon als Lehrerin nicht gerne benotet. Es kommt immer darauf an, mit was man vergleicht. Wenn wir uns mit gewissen skandinavischen Ländern vergleichen, sind wir im Rückstand, wenn wir mit Ländern vergleichen, in denen Frauen nichts zu sagen haben oder eine tiefe Alphabetisierungsrate haben, stehen wir gut da…

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Ich selber fühle mich nicht diskriminiert.

«Das unbewusste Bild in den Köpfen ist wohl immer noch vorhanden.»

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Das unbewusste Bild in den Köpfen ist wohl immer noch vorhanden. Sonst würden die Medien nicht vor allem bei Frauen über Aussehen und Kleidung statt über Leistung berichten und sonst hätte es mehr Frauen in entscheidenden Gremien.

Was muss noch getan werden?
Für mich ist die Lohndiskriminierung ein Thema und der Grundsatz gleiche Löhne für gleiche Arbeit wichtig. Auch dass wir mehr Frauen in Führungspositionen und Verwaltungsräten haben. Dazu braucht es auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Wenn ich das wüsste…

Kathrin Bertschy

GLP-Nationalrätin

Kathrin Bertschy, Fraktionspraesidentin und Nationalraetin GLP-BE, spricht an einer Medienkonferenz zum Parteipraesidium der Gruenliberalen Schweiz (GLP), am Freitag, 30. Juni 2017 im Medienzentrum im Bundeshaus in Bern. Der Vorstand der Gruenliberalen nominiert Juerg Grossen als neuen Parteipraesidenten. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Die Gesellschaft wandelt sich und das ist erfreulich. In politischen Entscheiden, die die Gleichstellung betreffen, in der Zusammensetzung politischer Gremien oder in den Unternehmensleitungen ist dieser Wandel aber kaum sichtbar, und dreht sich eher wieder ins Gegenteil. International gesehen liegt die Schweiz in der Gleichstellung von Frau und Mann deutlich im Rückstand. 

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn ich sehe, dass 94 von 100 Geschäftsleitungsmitgliedern Männer sind, dass 39 von 46 Ständeratsmitgliedern Männer sind. Wenn ich gleichzeitig weiss, dass Frauen gleich talentiert und ausgebildet sind und eine Demokratie nur lebt und sich eine solche nennen kann, wenn alle Bevölkerungsgruppen repräsentativ in den politischen Entscheidgremien vertreten sind.

«Eine Anpassung wäre einfach. Sie scheitert aber schlicht am Willen der politischen und vorwiegend männlichen Mehrheit.»

Was muss noch getan werden?
Frauen haben zwar gleiche Rechte auf dem Papier. Nicht aber in der Realität. Diverse Gesetze und Rahmenbedingungen behindern zurzeit aktiv die Gleichstellung. Eine Anpassung wäre einfach. Sie scheitert aber schlicht am Willen der politischen und vorwiegend männlichen Mehrheit.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Wenn wir im selben Tempo weitermachen wie bisher, dann wird es leider knapp im 21. Jahrhundert.

Tamy Glauser

Model

Bild

Bild: Instagram/tamy glauser

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Eine 5, weil ich Frau und homo bin. Aber immerhin werde ich nicht verfolgt und darf wählen.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn ich beim Coiffeur trotz meiner kurzen Haare mehr bezahlen muss als Männer.

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Das wüsste ich auch gern. Hysterie?

«Future is female.»

Was muss noch getan werden?
Preise beim Coiffeur bitte nach Haarlänge, nicht nach Geschlecht festlegen. Lohngleichheit wär auch toll.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
2071?

Was ich sonst noch sagen wollte:
Future is female.

Nicoletta della Valle

Direktorin Fedpol

Nicoletta della Valle, Direktorin Fedpol, spricht ueber die Eroeffunung der Vernehmlassung zum Bundesgesetz ueber polizeiliche Massnahmen zur Bekaempfung von Terrorismus, am Freitag, 8. Dezember 2017, in Bern. (KEYSTONE/PeterSchneider)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

In der Schweiz herrscht theoretisch Gleichstellung von Frau und Mann. Die Praxis sieht anders aus: Zur Lohngleichheit muss ich nichts mehr sagen. Nach wie vor ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen Kinder kriegen und arbeiten. Es ist nicht selbstverständlich, dass Männer und Frauen gemeinsam Kinder aufziehen und arbeiten. 

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Ich fühle mich eigentlich nie diskriminiert. Aber auch, weil ich gelernt habe, gewisse Dinge auszublenden. Aber manchmal nervt es, wenn ein Verhalten bei einer Frau völlig anders gewertet wird als bei einem Mann. Beispiel: Wenn ein Chef durchgreift und auch mal deutlich wird, ist er führungsstark. Wenn eine Frau dasselbe tut, ist sie im besten Fall hysterisch oder sonst einfach ein Drache.

«Tja, jetzt üben wir schon 2000 Jahre…»

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Betrachten wir es einmal rein wirtschaftlich: Der Schweiz geht es offenbar immer noch so gut, dass sie es sich leisten kann, jedes Jahr viel Geld in die Ausbildung von Frauen zu investieren und diese gut ausgebildeten Frauen dann sang- und klanglos aus dem Arbeitsmarkt oder in Teilzeitstellen verschwinden zu lassen, sobald sie Kinder haben.

Was muss noch getan werden?
Es braucht Strukturen, damit das Weiterarbeiten auch mit Familie für Frauen und Männer nicht nur möglich, sondern auch erstrebenswert wird. Es braucht eine bezahlte Elternzeit.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Tja, jetzt üben wir schon 2000 Jahre… was soll ich Ihnen sagen…

Was ich sonst noch sagen wollte ...
Time’s up.

Tamara Funiciello

Präsidentin JUSO

Tamara Funiciello, Kandidatin als neue JUSO-Praesidentin, vor der Delegiertenversammlung der JUSO in Zuerich am Samstag, 18. Juni 2016. Am 18. Juni tritt Fabian Molina als JUSO-Praesident zurueck. Samira Marti und Tamara Funiciello haben sich als neue JUSO-Praesidentin beworben. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Rechtlich haben wir Fortschritte gemacht, da die Frauen dafür gekämpft haben, aber es fehlt noch einiges. Wir müssen das Militär abschaffen, Elternzeit einführen, Lohngleichheit erreichen (Göttin, lass es Vernunft regnen!). Gesellschaftlich werden die Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen diskriminiert: Frauen werden nach wie vor weniger ernst genommen, sie müssen mehr leisten, sie werden nach ihrer Performance und nicht wie die Männer nach ihrem Potential bewertet. 

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Es geht nicht um mich. Es geht um uns alle. Frauen werden diskriminiert, weil sie Frauen sind. Also fragen Sie ihre Schwester, Tochter, Mutter, Freundin, Partnerin, Nachbarin, Busfahrerin, Mechanikerin, Anwältin... Jede wird ihnen etwas erzählen können. #metoo

«Die Revolution wird feministisch oder sie wird nicht.»

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Wir sind gleichberechtigt. Aber das Recht zu haben, etwas zu tun, heisst noch lange nicht, die Macht und die Möglichkeiten zu haben, es zu tun. Um eine freie Gesellschaft zu haben, müssen wir Strukturen abschaffen, die Menschen diskriminieren, aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung. 

Was muss noch getan werden?
Patriarchat abschaffen. Kapitalismus überwinden. Sich selbst reflektieren und an sich arbeiten. Also, an die Arbeit!

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Wenn wir so weitermachen? Nie. Wenn wir beginnen, Machtstrukturen wirklich in Frage stellen, dann kann das rasch gehen.

Was ich sonst noch sagen wollte ...
Die Revolution wird feministisch oder sie wird nicht.

Laura Zimmermann

Co-Präsidentin Operation Libero

Bild

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Die wichtigsten Gründe für diese Note: zu grosse Lohnunterschiede für gleiche Arbeit einzig wegen des Geschlechts, zu wenig Betreuungsmöglichkeiten für arbeitstätige Mütter, zu wenig Teilzeitstellen für arbeitstätige Väter, zu wenig Wille der konservativen Kräfte im Parlament, daran etwas zu ändern und ein zu langsamer Lernprozess in der Wirtschaft, dass sich solche Entwicklungen auch ökonomisch auszahlen würden.

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Wenn ich nicht anhand meiner Fähigkeiten und meiner Handlungen beurteilt und behandelt werde, sondern aufgrund meines Geschlechts. Oder wenn wiedermal der ältere, männliche Podiumsgegner findet: «Ach Frau Zimmermann, Sie meinen es ja schon gut, aber Sie sind halt noch etwas unerfahren und jung» und mich dann belehrt, wie die Welt aussieht. Passiert etwa an jedem dritten Podium!

Woran liegt es, dass Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind?
Es ist ein strukturelles Problem. Machtpositionen sind im Jahr 2018 immer noch mehrheitlich von Männern besetzt.

«Anstatt uns einfach zu beschweren, sollten wir das Problem einfach endlich beheben.»

Was muss noch getan werden?
Für mich stellt sich viel mehr die Frage, wann wir endlich damit beginnen, das in einer liberalen Gesellschaft eigentlich Selbstverständliche zu tun.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Fragen Sie die Herren Ständeräte, welche sich letzte Woche gegen Lohngleichheitsmassnahmen eingesetzt haben. 

Was ich sonst noch sagen wollte ...
Eigentlich nichts. Wir sollten nicht immer nur darüber reden, dass wir ein Gleichstellungsproblem haben. Und anstatt uns einfach zu beschweren, sollten wir das Problem einfach endlich beheben.

Vania Alleva

Präsidentin Gewerkschaft Unia

Unia-Praesidentin Vania Alleva spricht zu den Konflikten in der Unia Region Zuerich Schaffhausen, am Freitag, 16. September 2016 in Bern. Die Gewerkschaft Unia zieht Konsequenzen aus dem Fehlverhalten ihres Mitarbeiters Roman Burger. Ihm wird sexuelle Belaestigung einer Mitarbeiterin via SMS vorgeworfen. Der zurueckgetretene Leiter der Region Zuerich-Schaffhausen sei freigestellt und werde nicht mehr bei der Gewerkschaft arbeiten. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

Gleichstellungs-Note

Skala Tag der Frauen

Eine 4,5 – knapp im Mittelfeld, aber weit weg von der Höchstnote. Warum? Weil es noch viel zu tun gibt! Die Lohngleichheit, die mir als Gewerkschafterin speziell wichtig ist, ist seit 37 Jahren in der Bundesverfassung verankert und seit 22 Jahren im Gleichstellungsgesetz, doch nach wie vor nicht umgesetzt. Den Frauen und damit auch den Haushalten entgehen jährlich 7,7 Milliarden Franken. Das ist skandalös!

Wann fühle ich mich als Frau diskriminiert:
Letzte Woche hat der Ständerat die Revision des Gleichstellungsgesetzes an die vorberatende Kommission zurückgewiesen. Damit verzögern die bürgerlichen Politiker die Umsetzung der Lohngleichheit. Das ist inakzeptabel und ein Schlag ins Gesicht aller Frauen! Denn gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist nicht etwa Geschenk an die Frauen, sondern Verfassungsauftrag!

«Laut dem Gender Gap Report von 2017 dauert es noch 217 Jahre, bis die Lohnungleichheit aufgehoben ist.»

Was muss noch getan werden?
Seit Jahrzehnten kämpfen Frauen gemeinsam mit solidarischen Männern für ihr Recht auf Lohngleichheit. Doch die Arbeitgeber und das bürgerliche Parlament missachten die Verfassung und sprechen den Frauen ab, was ihnen zusteht. Es ist Aufgabe des Parlaments, den Verfassungsauftrag endlich umzusetzen. Aber auch die Arbeitgeber sind in der Pflicht.

Bis in welchem Jahr wird die totale Gleichberechtigung erreicht sein?
Laut dem Gender Gap Report von 2017 dauert es noch 217 Jahre, bis die Lohnungleichheit aufgehoben ist. Das ist eine lange Zeit! Als Optimistin und Kämpferin für soziale Gerechtigkeit sage ich: Wir werden dann die totale Gleichberechtigung erreicht haben, wenn alle Menschen unabhängig vom Geschlecht dieselben Möglichkeiten haben und gleichermassen anerkannt sind.

Was ich sonst noch sagen wollte ...
Kommt heute alle an die Demo in Bern: Es gibt heissen Punsch und feurige Reden zum Frauenkamptag! 12-13 Uhr, Waisenhausplatz, Bern.

Sylvia Flückiger

SVP-Nationalrätin

Portrait von Sylvia Flueckiger-Baeni, Nationalraetin der SVP des Kantons Aargau, aufgenommen am 8. Dezember 2015 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Skala Tag der Frauen Gleichberechtigung

Diese Fragen kann ich gar nicht beantworten. Ich bin froh eine Frau zu sein, ich sehe darin keinerlei Nachteile. Die Frauen sind längst gleichberechtigt und das ist gut so.

Ich verstehe das Gejammer gewisser Frauen einfach nicht, und wenn etwas nicht stimmt, kann man sich schliesslich wehren. Generell aber wäre wohl etwas mehr miteinander statt gegeneinander wünschenswert. 

«Ein Mann ist immer ein Mann und eine Frau ist immer eine Frau.»

Marthe Gosteli, die Schweizer Frauenrechtlerin, hat etwas Treffendes gesagt: Gleichstellung ist nicht Gleichmacherei; jeder und jede soll seinen oder ihren Teil zur Gesellschaft beitragen. Das heisst, ein Mann ist immer ein Mann und eine Frau ist immer eine Frau. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine Selbstverständlichkeit!

Frauen monieren den Karriereknick wegen Familienpflichten – dann müsste man sagen, dass auch Männer einen Karriereknick verkraften müssen wegen Militärpflichten, nur höre ich da niemanden jammern.

Ergibt eine Durchschnittsnote von:

Weltfrauentag

Und jetzt bist du dran:

Welche Note gibst du der Gleichstellung in der Schweiz?

Wir fingen mit Gülsha an und hören mit Gülsha auf

Video: watson/Gülsha Adilji, Emily Engkent

51 Bilder aus aller Welt von 51 Frauen in 51 Berufen

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