Schweiz
Gesellschaft & Politik

Sommerplausch für 423 Beamte: EDA lädt zu Grillparty

Das EDA veranstaltet lädt seine Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum Grillieren ein. (Symbolbild)
Das EDA veranstaltet lädt seine Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum Grillieren ein. (Symbolbild)Bild: shutterstock

Sommerplausch für 423 Beamte: EDA lädt zu Grillparty – während der Arbeitszeit

03.03.2019, 06:0103.03.2019, 06:01

Die Beamten der Direktion für Ressourcen des Aussendepartements (EDA) laden für ihr Sommerfest im Juni in das Hotel Innere Enge ein, eine Oase in Bern, hoch über der Aare gelegen.

Jacques Pitteloud wurde heute Montag,20. Maerz 00 in Bern als neuer Nachrichtenkoordinator des Lage und Frueherkennungsbueros vorgestellt. (KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER)
Jacques PitteloudBild: KEYSTONE

Ab halb drei werden die Staatsdiener eintrudeln, um drei Uhr beginnt eine grosse Grillparty, die offiziell bis sechs Uhr dauern wird. Eingeladen sind alle 423 Mitarbeiter der Direktion, gerechnet wird mit gegen 300 Gästen. Die Teilnahme ist freiwillig, das Fest findet während der Arbeitszeit statt, an einem Donnerstagnachmittag.

Ein Umstand, den es offenbar zu betonen gilt, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Denn vielleicht hat der eine oder andere Beamte an dem Nachmittag ja noch andere Pläne – Arbeiten wäre eine Option. Um Partymuffel und Workaholics für die Fete zu motivieren, wirbt Direktor Jacques Pitteloud darum unmissverständlich auf der Einladung: «Das Sommerfest fällt in die Arbeitszeit und kann daher als solche abgerechnet werden.»

Das EDA geriet neulich wegen einer anderen Angelegenheit in Verruf:

Man sei sich durchaus bewusst, dass der Bund in punkto Spesen und Ausgaben speziell im Fokus stehe, schreibt das EDA auf Anfrage. Die Kosten beliefen sich auf etwa 18'000 Franken, um die 60 Franken pro Teilnehmer.

Erich Hess, Nationalrat SVP-BE, schaut sich im Saal um, kurz vor Beginn der ersten Sitzung zu Beginn der 50. Legislatur am ersten Tag der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 30. Novem ...
Erich HessBild: KEYSTONE

Der Berner Nationalrat Erich Hess (SVP) rechnet da entschieden anders: Wenn man die «verlorene» Arbeitszeit der Beamten zu den Partykosten hinzurechne, komme man auf 300 bis 350 Franken pro Person: «Das ist eine absolute Schweinerei, das Fest kostet den Steuerzahler um die 100'000 Franken!» Er will der Sache in der Geschäftsprüfungskommission auf den Grund gehen, allenfalls durch einen Vorstoss im Nationalrat.

Für Direktor Jacques Pitteloud ist es das letzte Fest dieser Art. Wenige Tage danach tritt er seinen neuen Posten als Botschafter in den USA an. (vom)

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