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Luxusresidenzen im Ausland: Bund zahlt Millionen

epa05943501 People walk past the entrance of the Swiss Embassy, in Berlin, Germany, 04 May 2017. The German Government called in the Swiss ambassador for a meeting after the detention of suspected spy ...
Die Schweizerische Botschaft in Berlin wurde 1940 vom Bund gekauft. Bild: EPA

Luxusresidenzen im Ausland: Bund zahlt Millionen für Botschaften – EDA verteidigt sich

20.01.2019, 03:3920.01.2019, 03:43

Das Schweizer Aussendepartement bezahlt für angemietete Botschaftsgebäude, Konsulate und Residenzen teils horrende Beträge. Laut «Sonntagszeitung» beliefen sich die Mietkosten im letzten Jahr auf 14.3 Millionen Franken – oder monatlich 1.2 Millionen Franken.

Mit Abstand am teuersten ist die Mietliegenschaft in San Francisco. Hier hat sich der Bund ins «Pier 17»  eingemietet, eine trendige Location mit Sicht auf die Bay Bridge. Die Räume kosten monatlich 89'538 Franken.

Dazu kommen die Kosten für den Ausbau der ehemalige Lagerhalle in der Höhe von 9.3 Millionen Franken. Geschaffen werden neue Arbeitsplätze für Diplomaten, Wissenschafts- und Tourismus­gesandte. Sie sollen die Schweiz repräsentieren: «Hier hat die Schweiz die Gelegenheit, sich so zu zeigen, wie sie es sich gerne wünscht: modern, innovativ, überraschend», sagte der damalige Generalkonsul Hans-Ulrich Tanner 2015.

Kostspielige Angelegenheit

Teuer sind auch die Monatsmieten für die Konsulate in Hongkong (51'000 Franken) und Schanghai (44'053 Franken) und die Botschaft in Seoul (49'500 Franken). Für seine Chefdiplomaten mietet der Bund auch in 45 Städten Residenzen. In Hongkong kostet diese monatlich 27'167 Franken, in Moskau 22 500 Franken.

Deshalb stellt sich die Frage: Verprasst der Bund unnötig viel Geld für seine Diplomaten?

Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) weist diesen Vorwurf zurück. Gemäss der «Sonntagszeitung» werden jeweils Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen vorgenommen. Wenn möglich, werden benötigte Liegenschaften gekauft. Dabei müssen aber Faktoren wie Erdbebensicherheit und Verlässlichkeit der Vertragspartner überprüft und berücksichtigt werden. 

«Lage und Erreichbarkeit» ist das wichtigste Kriterium und gleichzeitig auch ein wesentlicher Grund für die horrenden Mietrechnungen. Durchschnittlich kostet eine Residenz – Wohnort eines Botschafters oder Konsuls – monatlich 7605 Franken.

EDA wehrt sich

Jacques Pitteloud, Direktor für Ressourcen im Aussendepartement, verteidigt die hohen Kosten: «Es würde nicht verstanden, wenn die Schweiz, eine der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, ihre Gäste in Holzbaracken verköstigen würde». Ohne angemessene Repräsentation könne die Schweiz nicht ernst genommen werden.

Jacques Pitteloud wurde heute Montag,20. Maerz 00 in Bern als neuer Nachrichtenkoordinator des Lage und Frueherkennungsbueros vorgestellt. (KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER)
Jacques PitteloudBild: KEYSTONE

Das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) begründet die hohen Mietskosten im Ausland mit den Gegebenheiten vor Ort. Hongkong und Moskau gehören tatsächlich zu den teuersten Städten der Welt – der Mietzins wird nicht von der Schweiz festgelegt.

Das EDA sieht sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. So wurde letztes Jahr festgestellt, dass der Mietzins der österreichischen Botschaft in Kuwait gerade mal halb so teuer ist, wie derjenige der Schweizer Vertretung. Zudem wurde die Botschaft in Peking für mehrere Millionen Franken renoviert – viele der Räume werden aber nicht genutzt. (vom)

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