Schweiz
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epa05943501 People walk past the entrance of the Swiss Embassy, in Berlin, Germany, 04 May 2017. The German Government called in the Swiss ambassador for a meeting after the detention of suspected spy two days ago.  EPA/FELIPE TRUEBA

Die Schweizerische Botschaft in Berlin wurde 1940 vom Bund gekauft.  Bild: EPA

Luxusresidenzen im Ausland: Bund zahlt Millionen für Botschaften – EDA verteidigt sich



Das Schweizer Aussendepartement bezahlt für angemietete Botschaftsgebäude, Konsulate und Residenzen teils horrende Beträge. Laut «Sonntagszeitung» beliefen sich die Mietkosten im letzten Jahr auf 14.3 Millionen Franken – oder monatlich 1.2 Millionen Franken.

Mit Abstand am teuersten ist die Mietliegenschaft in San Francisco. Hier hat sich der Bund ins «Pier 17»  eingemietet, eine trendige Location mit Sicht auf die Bay Bridge. Die Räume kosten monatlich 89'538 Franken.

Dazu kommen die Kosten für den Ausbau der ehemalige Lagerhalle in der Höhe von 9.3 Millionen Franken. Geschaffen werden neue Arbeitsplätze für Diplomaten, Wissenschafts- und Tourismus­gesandte. Sie sollen die Schweiz repräsentieren: «Hier hat die Schweiz die Gelegenheit, sich so zu zeigen, wie sie es sich gerne wünscht: modern, innovativ, überraschend», sagte der damalige Generalkonsul Hans-Ulrich Tanner 2015.

Kostspielige Angelegenheit

Teuer sind auch die Monatsmieten für die Konsulate in Hongkong (51'000 Franken) und Schanghai (44'053 Franken) und die Botschaft in Seoul (49'500 Franken). Für seine Chefdiplomaten mietet der Bund auch in 45 Städten Residenzen. In Hongkong kostet diese monatlich 27'167 Franken, in Moskau 22 500 Franken.

Deshalb stellt sich die Frage: Verprasst der Bund unnötig viel Geld für seine Diplomaten?

Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) weist diesen Vorwurf zurück. Gemäss der «Sonntagszeitung» werden jeweils Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen vorgenommen. Wenn möglich, werden benötigte Liegenschaften gekauft. Dabei müssen aber Faktoren wie Erdbebensicherheit und Verlässlichkeit der Vertragspartner überprüft und berücksichtigt werden. 

«Lage und Erreichbarkeit» ist das wichtigste Kriterium und gleichzeitig auch ein wesentlicher Grund für die horrenden Mietrechnungen. Durchschnittlich kostet eine Residenz – Wohnort eines Botschafters oder Konsuls – monatlich 7605 Franken.

EDA wehrt sich

Jacques Pitteloud, Direktor für Ressourcen im Aussendepartement, verteidigt die hohen Kosten: «Es würde nicht verstanden, wenn die Schweiz, eine der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, ihre Gäste in Holzbaracken verköstigen würde». Ohne angemessene Repräsentation könne die Schweiz nicht ernst genommen werden.

Jacques Pitteloud  wurde heute Montag,20. Maerz 00 in Bern als neuer Nachrichtenkoordinator des Lage und Frueherkennungsbueros vorgestellt. (KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER)

Jacques Pitteloud Bild: KEYSTONE

Das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) begründet die hohen Mietskosten im Ausland mit den Gegebenheiten vor Ort. Hongkong und Moskau gehören tatsächlich zu den teuersten Städten der Welt – der Mietzins wird nicht von der Schweiz festgelegt.

Das EDA sieht sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert. So wurde letztes Jahr festgestellt, dass der Mietzins der österreichischen Botschaft in Kuwait gerade mal halb so teuer ist, wie derjenige der Schweizer Vertretung. Zudem wurde die Botschaft in Peking für mehrere Millionen Franken renoviert – viele der Räume werden aber nicht genutzt. (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Stratford-upon-Avon 20.01.2019 20:17
    Highlight Highlight Ich finde diesen Artikel kleinkariert und lächerlich: natürlich müssen teure Toplocations wegen der Representativität gewählt werden.
  • malu 64 20.01.2019 15:20
    Highlight Highlight Hat wieder einmal ein Reporter ein Sandkörchen gefunden, dass nun Medial groß gemacht wird. Die Preise sind Markt gerecht und sollten der Schweiz entsprechen. Man kann ein Konsulat oder eine Botschaft nicht in einer heruntergekommenen 3 Zimmer Wohnung betreiben, in den Slums einer Grosstadt.
  • YoNoFui 20.01.2019 14:58
    Highlight Highlight Erklärs mir nochmal: Die Botschaft in Berlin wurde 1940 gekauft? (Siehe Titelbild). Schlechte Recherche oder falsche Information ohne zu überprüfen genommen? Ich hatte im Kopf, dass die Liegenschaft der CH-Botschaft in Berlin 1922 erworben worden ist.

    Ach ja: 14.4 Mio jährliche Ausgaben für die Rezidenzen und Konsulaten sind Peanuts, wenn man die jährliche Ausgaben der Armee vergleicht! (Ca. 4 Milliarden!). Da wird aus einer Mücke einen Elefanten gemacht!
  • Clife 20.01.2019 14:08
    Highlight Highlight «Hier hat die Schweiz die Gelegenheit, sich so zu zeigen, wie sie es sich gerne wünscht: modern, innovativ, überraschend», sagte der damalige Generalkonsul Hans-Ulrich Tanner 2015.

    Im Ausland ja, aber im Inland sehe ich kontroversen 🙄 *hust* Bildungsabbau *hust* Kein Rücktritt bei schwerwiegenden Übertretungen von Politikern *hust* Impfgegner/Klimaerwärmungsverleugner *hust* *hust* hat jemand ein Ricola?
  • dmark 20.01.2019 12:57
    Highlight Highlight "...wenn die Schweiz, eine der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt..."

    So, what? Man muss auch gönnen können ;)
  • Pisti 20.01.2019 11:51
    Highlight Highlight Wo liegt das Problem? Wir sind die Schweiz dementsprechend soll auch unser Auftritt sein. Und übertrieben protzig finde ich jetzt keine der Schweizer Botschaften die ich bis jetzt gesehen habe.
    Da gibt es deutlich ärme Länder, mit viel luxuriöseren Residenzen.
  • taisho-corer 20.01.2019 11:00
    Highlight Highlight Habt ihr mal die Botschaft von Kambodscha in Schlieren oberhalb vom Denner gesehen?
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 20.01.2019 10:19
    Highlight Highlight Die Opportunitätskosten sollten beim Eigentum auch nicht vergessen werden. Die Wohnung in New York ist zum Beispiel sehr teuer.
  • Oh Dae-su 20.01.2019 09:55
    Highlight Highlight Also weder die Botschaft in Seoul und noch das Konsulat in Shanghai sind in irgend einer Weise besonders gross, zentral oder luxuriös. Verstehe also das Problem nicht.
    Auch die Residenz des Konsuls in Shanghai ist zwar auf den ersten Blick recht luxuriös, das Haus ist aber eher alt und die Lage vergleichsweise abgelegen. Zudem kann man schlecht eine Delegation in einer 2 Zimmer Wohnung empfangen.
    Allgemein bin ich meist eher amüsiert ob der Bescheidenheit des Gebäudes, wenn ich eine Vetretung der Schweiz im Ausland besuche. Gerade in Seoul ist der Kontrast zur Botschaft der USA schon extrem.
  • Godi vom Holzhüttli 20.01.2019 08:07
    Highlight Highlight Schlecht recherchiert. Die Botschaft und Residenz in Moskau gehört dem Bund. Ergo wird keine Miete bezahlt.
  • DomKi 20.01.2019 07:08
    Highlight Highlight Dieser Betrag ist eigentlich klein wenn die Locations und Qualität betrachtet werden. Ich kenne denn Wohnsitz des Botschafters in Madrid und das Haus ist sehr schlicht aber in sehr guter und repräsentativer Lage.
  • Ökonometriker 20.01.2019 07:00
    Highlight Highlight War noch nie im Konsulat in SF, aber das Konsult in HK ist nun echt nicht übertrieben luxuriös. Im Gegenteil, in der Schweiz leistet sich der Bund viel schönere Paläste - das Konsulat dort ist nicht sehr gross und der Ausbaustandard eher durchschnittlich. Die Mieten in HK sind einfach extrem hoch - da bezahlt man auch für eine anständige 3.5 Zimmer Wohnung schnell weit über 5000 Franken pro Monat.
  • Diagnose: Aluhut 20.01.2019 05:05
    Highlight Highlight Repräsentative Unterkünfte sind bestimmt nicht unwichtig für ein Land. Aber diese Luxusunterkünfte hier geben uns eine entfernte Vorstellung davon, in welchen Sphären sich solche Leute bewegen. Wenn nur das Feinste gut genug ist, stellt sich schon die Frage, was da neben dem Wohnen sonst noch an Steuergeldern verbraten wird; Für Lohn und Boni, Essen und Dinieren, Mobilität, Accessoires, Spesen etc.

    Es gibt noch viele Möglichkeiten zwischen Luxusresidenz und Holzbaracke, lieber Herr Pitteloud.
    • ujay 20.01.2019 11:45
      Highlight Highlight @Aluhut. Ach was. Die Vertretungen stehen nun mal in jedem Land zentral, das kostet. Ausserdem macht der Mietbetrag für die Wohnung den viel kleineren Anteil aus im Vergleich zu den Büro- und Archivräumen, die so eine Vertretung benötigt. Alles halb so wild.
    • Fabio74 20.01.2019 21:13
      Highlight Highlight Sowas sollte wohl dieser Artikel auslösen.
      Mein Gott repräsentieren kostet eben
  • ujay 20.01.2019 03:54
    Highlight Highlight So what! Bei über 100 schweizer Vertretungen weltweit ergibt das gerade mal 140k jährliche Mietkosten im Schnitt. Kein Artikel wert, sorry.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 20.01.2019 10:23
      Highlight Highlight Vieles gehört ihnen auch. Dort müsstest du einen Eigenmietwert berechnen um dies wirklich beurteilen zu können.
    • 7immi 20.01.2019 20:39
      Highlight Highlight @ujay
      Ist schon gut dass mal darüber berichtet wird, dass auch andere Departemente ausser dem VBS kosten. Bei letzterem wird über jeden gekauften Bleistift geschrieben. Der Staat hat nunmal Aufgaben, deren Erfüllung kostet.

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