Schweiz
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Eine Aktivistin richtet das Outfit ihrer Kollegen in Davos. screenshot: twitter

Russen-Troll wirft SRF Fake News vor – doch es ist ganz anders



Die Szene dauert nur wenige Sekunden und ist im Beitrag von SRF über Jair Bolsonaro am WEF eigentlich nur eine Randnotiz. Dennoch wirft sie jetzt Wellen weit über die Schweiz hinaus. 

Der ganze Tagesschau-Bericht von gestern.

Die Rede ist von einem kurzen Ausschnitt der gestrigen Tagesschau, in dem Aktivisten der Organisation Campax zu sehen sind. Sie fordern mit einer Performance Ueli Maurer dazu auf, den Präsidenten Brasiliens zu bremsen, die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen, statt mit ihm Geschäfte zu machen. 

Journalist äussert Kritik an SRF

Doch nun erregt die Szene weltweit für Aufsehen. Ein Journalist des russischen Propaganda-Portals «Sputnik» will nämlich gesehen haben, wie SRF die Szene inszeniert hat. Er veröffentlichte auf Twitter ein Video, in dem zu sehen ist, wie eine Frau kurz das Outfit der Aktivisten zurechtrückt und ihnen Anweisungen gibt.

Dazu schreibt Journalist Denis Bolotsky: «Schweizer SRF filmt Anti-Bolsonaro-Protest, eine Journalistin stellt sicher, dass alles gut aussieht. Gestellt?»

Video geht viral

Das Video hat sich seither rasend schnell im Netz verbreitet. Bis dato hat es über 230'000 Views. Unter anderem auch dank CVP-Präsident Gerhard Pfister, der den Tweet retweetete.

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screenhsot: twitter / gerhard pfister

User sehen sich bestätigt, dass die «linke Main-Stream-Media» sowieso nur Fake News verbreite. 

Frau ist Aktivistin

Nur: Wenn hier jemand Fake News verbreitet, dann ist es nicht das SRF, sondern der Sputnik-Journalist. SRF-Mediensprecher Stefan Wyss sagt gegenüber watson: «SRF hat nichts inszeniert. Die Frau, die in besagtem Video Anweisungen gibt, gehört zu den Aktivisten und ist keine SRF-Mitarbeiterin.»

Das Nachrichtenportal «Sputnik» fällt nicht zum ersten Mal damit auf, Falschnachrichten zu streuen. Während des Wahlkampfes in Frankreich streute es etwa das Gerücht, Emmanuel Macron sei homosexuell. (cma)

Fake bleibt Fake: Diese manipulierten Bilder machen im Netz immer wieder die Runde

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Video: srf/SDA

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Liselote Meier 25.01.2019 19:30
    Highlight Highlight Die vermittelte Botschaft ist Richtig und Wichtig.

    Aber die Richtigstellung beantwortet die Frage nicht ob es gestellt ist oder nicht.

    Haben die Aktivisten den ganzen Tag dort gestanden und SRF ist per zufall vorbei gelaufen und hat es gefilmt oder wurde da ein Termin vereinbart wie z.b. wir machen um 14.00 dort eine Aktion, kommt und filmt. Dies wäre „gestellt“ und das schadet der Sache mehr als das es was nützt.

    Wenn man das Video anschaut sieht das leider nicht nach einer Sponti-Aktion aus.


    • Atheist1109 26.01.2019 10:06
      Highlight Highlight Kannst du mir mal ein Beispiel für eine ungestellte pr-Aktion nennen?
      So als Schnappschuss? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Merci
  • coheed 25.01.2019 08:36
    Highlight Highlight Schade ist, dass der Schaden bereits angerichtet ist, die Richtigstellung wird bei weitem nicht so oft gesehen, wie das ursprüngliche Video...
  • Ökonometriker 25.01.2019 05:42
    Highlight Highlight Jede Art von Nachrichten sind Propaganda - es ist unmöglich, neutral zu berichten. Denn schon allein die Wahl des Themas ist ein nicht-neutraler Entscheid. Genauso wie gewisse Protagonisten und Tatsachen dargestellt werden. Also sind weder SRF noch Sputnik neutrale Quellen. Und auch dieser Artikel ist demnach (offensichtlich) auch Propaganda.

    Das sind eigentlich absolute Grundlagen der Medienwissenschaften. Schreibt ihr deswegen den Namen des Autoren nicht zum Artikel?
    • Lowend 25.01.2019 11:08
      Highlight Highlight Falsch! Die Wahrheit liegt eben nicht irgendwo zwischen Fakten und Lügen, sondern sie liegt immer bei den Fakten!

      Ihr verallgemeinernder Post ist Propaganda!
    • Ökonometriker 25.01.2019 14:29
      Highlight Highlight @Lowend: Aber man kann nie alles Berichten und eine selektive Wahrheit ist auch nicht DIE Wahrheit. Oder gab es keine Vergewaltigungen in der katholis hen Kirche als SRF noch nicht darüber berichtete?
    • Lowend 25.01.2019 14:57
      Highlight Highlight Um bei Ihrem abstrusen Beispiel zu bleiben:

      Es gab Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, bevor die Medien darüber berichteten, aber die Medien konnten erst darüber berichten, als es klar war, dass Missbrauchsfälle stattfanden.

      Was Sie nun machen, ist erstens, dass sie die Taten als «Vergewaltigungen» werten, was zwar in einigen Fällen sicher zutrifft, in anderen jedoch nicht und das Sie fordern, das Journalisten dies melden müssten, bevor sie gesicherte Tatsachen über die Fälle haben, sprich Vermutungen, wie es hier «Sputnik» tat, anstellen.

      Genau das wäre Agitation und Propaganda.
    Weitere Antworten anzeigen
  • wiisi 25.01.2019 00:05
    Highlight Highlight Der Titel hier könnte man gleichwohl als Fake News betrachten. Der Journalist wirft SRF nichts vor. Er beschreibt dass SRF filmt, eine Journalistin etwas zurecht rückt, fragt ob es inziniert ist.
    Wenn er schreiben würde "SRF Journalistin insziniert..." könnte ich den Aufschrei nachvollziehen. Leider scheinen viele Retweeter wie Kommentaroren nicht mehr in der Lage zu sein einen Text genau zu lesen. Wenn es wirklich keine Journalistin ist, dann ist es bestimmt keine Glanzleistung des Journalisten und wohl "Fake News".
  • Cédric Wermutstropfen 24.01.2019 23:54
    Highlight Highlight Einfach nur nervig. Diese elenden Sputnik-Trottel schaden ihrer eigenen Seite. In Russland mag ihr dämliches Gehabe funktionieren, im Westen bei einigen Social-Media-Verstrahlten ebenso, aber beim Grossteil der Gesellschaft hier wohl nicht.
  • Pius C. Bünzli 24.01.2019 22:09
    Highlight Highlight Schonwieder ein schweizer Politiker der es fertigbringt ungefiltert irgendwelche Falschnachrichten zu verbreiten. Hauptsache es Spiegelt ihre Meinung, Wahrheitsgehalt ist sekundär.
  • sheimers 24.01.2019 21:57
    Highlight Highlight Es ist schon peinlich, wie die Naivlinge wieder auf die Propaganda von den russischen Systemmedien reinfallen.
  • Charivari 24.01.2019 20:39
    Highlight Highlight Ich liebe Sputnik. Das perfekte Medium, um sein Gehirn schön fein zu garen.
  • Abraham Colombo 24.01.2019 20:07
    Highlight Highlight Irgendwie mag ich solche Berichte garnicht mehr lesen. Es wird mir speiübel bei all dem Bullshit der in den "Sozialen Medien" verbreitet wird. Schon nur das Wort Soziale Medien, wo ist hier was Sozial diese Entwicklung ist höchstens Krank und Asozial. Früher wurden wir wenigstens noch von Professionellen Journalisten angelogen, aber heute kann ja jeder seine Aluhut Wahrheit in Windeseile über die gantze Welt verbreiten und so schwachsinniges zeug da wird mir übel. Aber solange ein zwitschernder Orangutang der Anführer der Westlichen Welt sein möchte sehe ich da Schwarz für die Menschheit.
  • Thomas_v_Meier 24.01.2019 19:43
    Highlight Highlight Beängstigend ist wie Newsnetz/BaZ darüber berichtet, (Stand: 24.01.2019 19:35)
    Die erwähnen mit keinem Wort das die Anweisungen von einer campax Mitarbeitende stammt.
    • *sharky* 24.01.2019 21:10
      Highlight Highlight Wo BAZ drauf steht ist immer noch BLOZ (Blocher-BAZ) drinn, leider!
      Die "Journis" welche nicht zur WW (Weltwoche) abgehauen oder abgehauen worden sind, haben immer noch den alten ranzigen rechten Mief. 🤮
  • Rim 24.01.2019 18:52
    Highlight Highlight Nun. Sputnik und all die russischen Medien kennen das eben bestens. Ihre innerrussische "Berichterstattung" ist immer eine Inszenierung ganz so wie ihr "Zarlein" es wünscht. Ganz abgesehen davon, dass ausländische Medienportale in Russland nicht zugelassen sind. Stellt euch mal vor, wie das russische Volk reagieren würde, wenn es lesen könnte, der Putin sei schwul ;-) Naja. Autokraten und Diktatoren sind immer armselige Wesen und die die ihnen "dienen" selbstverständlich auch. Wer im Westen Sputink oder RT etc. konsumiert ist von allen guten Geistern verlassen. Tipp: Moskau einfach! ;-)
    • Skeptischer Optimist 25.01.2019 08:09
      Highlight Highlight Es ist schön, dass hier ein renommierter Russlandkenner ungefiltert berichten darf, wie es wirklich ist.
    • Liselote Meier 25.01.2019 20:23
      Highlight Highlight Na wenn man so ein Bild von Russland hat.

      Moskau in der nähe der Arbat-Strasse gibts ein gutes Metal Lokal, grosse Bierauswahl viele Deutsche-Biere, TV läuft MTV.

      Wenn genug getrunken hast, kannst wo du schläfst wenns ein Tv hat, Deutsches RTL schauen, den grössten Trash gibts auch Big Brother Russland, genau gleich, einziger unterschied, sie sprechen russisch.

      Und Ps das war 2 Jahren vor der WM. Nehme nicht an das nun dort kein RTL mehr empfängt.

    • Rim 25.01.2019 21:29
      Highlight Highlight :-) schon gut "Liselote Meier". Dass es in Moskau deutsches Bier und wohl auch Ami Trashfood (Brot) und westliches TrashTV (Spiele) gibt bezweifle ich nicht. Spannend übrigens die Aufzählung. Hier gehts aber nicht um Brot und Spiele, es geht um die Werte aufgeklärter Demokatien: Meinungsäusserungs und Pressefreiheit. Versammlungsrecht. Mehrparteiensystem und Menschenrechte. Demokratische Grundwerte eben. Die Freiheit des Geistes und um den demokratischen offenen Wettbewerb der Ideen. Nicht um westliche "Abfallprodukte" ;-) Gruss nach "Moskau".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum 24.01.2019 18:00
    Highlight Highlight Der Sputnik-Journalist versucht hier nicht nur, die Arbeit vom SRF schlecht zu machen - und damit die Arbeit von Medien in freien Gesellschaften generell. Er macht zugleich Stimmung für den Rechtsaussen-Demagogen Bolsonaro. Und erinnert so daran, dass auch Putin ein Rechtsaussen-Politiker ist: Militaristisch, autoritär, sexistischer Supermacho, im Gleichschritt mit der Kirche, homophob, gegen Umweltschutz und gegen Minoritäten. Generell gegen Freiheiten des Individuums und für grenzenlose Bereicherung einer Elite. Augen auf.
  • ingmarbergman 24.01.2019 17:56
    Highlight Highlight Haha, Sputnik. Die Pravda des 21. Jh.
    Wusste gar nicht, dass die CVP Sowjetmedien liest..
    • DemonCore 24.01.2019 18:15
      Highlight Highlight Mit der kürzlich öffentlich gewordenen Lobpreisung russischer Aktivitäten (u.a. auch gegen die Schweiz) durch die neue CVP APK Präsidentin Schneider-Schneiter muss man sich langsam fragen, ob die CVP noch wählbar ist.
    • loquito 24.01.2019 18:59
      Highlight Highlight War die denn jemals wählbar? FDP mit christlichen Werten aus dem Mittelalter war für mich immerhin r schon tabu...
    • ricardo 24.01.2019 19:19
      Highlight Highlight Die CVP ist wirklich nicht mehr wählbar – jedenfalls nicht mit Pfister als Parteipräsident. Bedenklich, dass dieser sich offenbar sogar von der russischen Propaganda-Maschinerie blenden lässt. Hauptsache, gegen die SRG bashen. Gell, Gerry?
    Weitere Antworten anzeigen
  • exeswiss 24.01.2019 17:44
    Highlight Highlight bravo geri pfister... ungefiltert bullshit retweeten, grosse klasse. da zeigt sich das niveau unserer nationalen CVP.
    • dan2016 24.01.2019 18:59
      Highlight Highlight CVP Hardliner träumen in der Nacht doch auch von den diesem Brasilianer mit der gesunden Einstellung zu Frauen und Schwulen und Naturzerstörung. Und vielleicht noch ein bisschen mehr Waffen exportieren.
    • Elke Wolke 24.01.2019 19:46
      Highlight Highlight Herr Pfister ist seit einigen Monaten sehr undifferenziert auf Twitter unterwegs... Frustabbau weil er nicht Bundesrat geworden ist?

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