Schweiz
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epa06254149 Defendant and so called 'Reichsbuerger' Adrian Ursache stands in the courtroom accompanied by special forces of justice officials in Halle, Germany, 09 October 2017. The accusation against the 42-year-old is on attempted murder in the act with dangerous bodily injury, resistance against enforcement officers and violations of the weapons law.  EPA/JENS SCHLUETER

Die Reichsbürger-Bewegung wurde in Deutschland als extrem gefährlich eingestuft. Viele von ihnen sind bewaffnet und schrecken nicht vor Gewalt zurück. Reichsbürger Adrian Ursache (Bild) wurde in Deutschland wegen versuchten Mordes angeklagt.   Bild: EPA/EPA

Waffennarren und Holocaust-Leugner: Reichsbürger-Treffen in der Schweiz – mit SVP-Gast



Deutschland hat ein Problem mit den sogenannten Reichsbürgern. In der Bundesrepublik soll es rund 19'000 von ihnen geben – einige davon gelten als gewaltbereite Rechtsextremisten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Szene genau. 

Die Anhänger lehnen Deutschland als Staat und somit die Rechtsordnung strikte ab. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen mit Behörden und der Polizei. So wurde vergangenes Jahr in der Nähe von Nürnberg ein Polizist erschossen und zwei weitere verletzt. 

Wie aus einer Reportage von Schweizer Radio und Fernsehen hervorgeht, weicht die Szene nun in die Schweiz aus. Im Juli dieses Jahres hielten die Reichsbürger am Walensee ein dreitägiges Seminar unter dem Motto «Überleben im Willkürstaat» ab.

Holocaust-Leugner und SVP-Gast

Matthias Weidner, ein bekannter Reichsbürger, leitete das Seminar und tischte den Teilnehmern verschiedene Verschwörungstheorien auf. So ging es unter anderem um eine «geheime Weltregierung» und die anhaltende «Fremdverwaltung Deutschlands durch die Alliierten».

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Matthias Weidner. Bild: screenshot twitter/melby_news

Gezweifelt wird auch am Holocaust. Die Gaskammern seien angeblich erst nach Kriegsende errichtet und die Kleidung der in den Konzentrationslagern inhaftierten Juden von deutschen Soldaten getragen worden. 

Zu Gast war Michael Räumelt, SVP-Vorstandsmitglied und Mediensprecher der Sektion Viamala GR. Der Unternehmensberater hielt am zweiten Tag einen rund zweistündigen Vortrag über «bewährte und praktizierte Möglichkeiten der Vermögenssicherung für Einzelne, Familien, Selbständige, Unternehmer im Ausland».

Zur Sprache brachte er auch die Kindswegnahme in Deutschland – ein unter Reichsbürgern häufig diskutiertes Thema. So sollen in Deutschland jährlich 100'000 Kinder von ihren leiblichen Eltern getrennt und teils an gleichgeschlechtliche Paare weitergereicht werden.

In einem Interview mit der Rundschau rechtfertigt Räumelt seine Aussagen. Er habe ein Herz für Kinder und setze sich für die betroffenen Eltern ein. Zudem will er nicht bemerkt haben, dass es sich um ein Reichsbürger-Treffen handelte. Weder habe er etwas

mit deren Ideologie zu tun, noch leugne er den Holocaust.

Schweizer Behörden sind wachsam

In Deutschland stellt man fest, dass die Bewegung zunehmend ins Ausland ausweicht. «Wir stellen immer wieder fest, dass tatsächlich Ausweichmanöver stattfinden. Dort, wo der Repressionsdruck am höchsten ist, versucht man natürlich letztlich auszuweichen», zitiert SRF Burkhard Körner, Präsident des Verfassungsschutzes Bayern.

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Burkhard Körner. Bild: screenshot twitter/fwlandtag

In der Schweiz wird die Szene genau beobachtet – sie soll aus etwa 300 Personen bestehen. Laut dem Nachrichtendienst des Bundes sei die Lage hierzulande nicht bedrohlich. Die Bewegung gilt als friedlich und wird deutlich gemässigter eingeschätzt als in Deutschland. Zu Gewaltanwendung gegen Beamte sei es bislang nicht gekommen. (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • hävi (the return) 30.11.2018 13:24
    Highlight Highlight
    Der Nachrichtendienst des Bundes registrierte für 2017,
    13 gewalttätige Aktionen von Rechtsextremen. Dem gegenüber stehen 200 gewalttätige Aktionen von Linksextremen.

    (müsste doch mal breit thematisiert werden)

    https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/beschimpfungen-im-netz-was-tun-gegen-den-hass
  • Urs Kesselring 30.11.2018 01:52
    Highlight Highlight Reichsbürger! Wir brauchen Euch hier nicht, wir haben selber genug Spinner im Land, also, gute Reise nach Hause.
  • Makatitom 29.11.2018 22:41
    Highlight Highlight Es erstaunt mich gar nicht, dass wieder mal ein $SVPler auf so einer Veranstaltung auftritt. Weder die fauel Ausrede noch die Tatsache, dass er über "Vermögensicherung" aka Steueroptimierung gesprochen hat
  • Hein Blöd 29.11.2018 17:41
    Highlight Highlight Freie Meinungsäusserung sollte über dem Recht zu 'ich will nicht beleidigt werden'-Gefühlen stehen.

    Ausserdem sieht man so genau, wer ein Reichsbürger/Nazi/whatever ist. Und das ist mir mehr wert. Denn so kann man die besser meiden.
  • Urs Kesselring 29.11.2018 17:33
    Highlight Highlight Reichsbürger, wir haben selber schon genug eigene Spinner im Land. Wir können also auf euer Gelabber gut und gerne verzichten. Gute reise nach Hause.
  • aglio e olio 29.11.2018 10:51
    Highlight Highlight Es ist schon etwas auffällig, dass SVP Vertreter nur auf rechtsradikalen/-extremistischen Anlässen versehentlich, ohne Kenntnis über den eigentlichen Anlass, auftreten.
    Rein statistisch müsste sich doch auch mal einer versehentlich auf einem linksradikalen/-extremistischen Treffen einfinden. Oder sind das doch nur faule Ausreden, respektive Lügen?
    • hävi (the return) 30.11.2018 10:17
      Highlight Highlight Vielleicht geschieht es ja. Nur berichtet die Presse nicht darüber?
    • aglio e olio 30.11.2018 12:36
      Highlight Highlight Ich denke das würde schon von der
      Parteipresse gepusht werden um zu zeigen wie offen und tolerant man ist...
    • Fabio74 30.11.2018 16:33
      Highlight Highlight Das passiert eben nicht hävi
  • Imnon 29.11.2018 09:55
    Highlight Highlight Gehts eigentlich noch? Und die SVP hat ganz offiziell kein Problem mit solchen Leuten in ihren Reihen? Und warum lässt die Schweiz es zu, dass diese gemeingefährlichen Soziopathen sich bei uns breit machen?
  • sherpa 29.11.2018 09:23
    Highlight Highlight Es ist immer dasselbe, wenn man einen SVP-Politiker oder Politikerin bei einer Veranstaltung rechtsextremer ausmacht, hat dieser oder diese keine Ahnung davon gehabt, dass es sich um eine Veranstaltung von rechtsgerichteter Extremisten gehandelt hat. Es scheint, dass diese Leute von gar nichts eine Ahnung haben, sich in der SVP aber pudelwohl fühlen und auch noch auf entsprechende Unterstützung zählen dürfen.
  • #Technium# 29.11.2018 09:17
    Highlight Highlight Was für ein Zufall, dass natürlich gerade ein SVP-Politiker an diesem Seminar teilnahm, wo sich Faschisten, Nazis und Waffenfanatiker treffen...
  • Sebultikon 29.11.2018 08:39
    Highlight Highlight Hab ich tatsächlich einen Skalarwellenvortrag bon Dr. Axel Stoll verpasst...
    Lasst die armen Reichsbürger doch ihre Kundgebungen machen, ist grundsätzlich sehr unterhaltsam. Muss man wissen
    • AleTee 29.11.2018 10:05
      Highlight Highlight Wenn das alle teilnehmer so sehen würde wäre es ok, da aber viele der Teilnehmer schenken dem glauben und das ist schlecht. Ausserdem sollte im jahr 2018 keine Platform für Holocaust Leugner geben meiner meinung nach.
  • derEchteElch 29.11.2018 08:26
    Highlight Highlight Ich möchte die nicht hier bei uns haben. Sollen sie doch ihre treffen in ihren erfundenen 70m2-Nationen im 30. Stock einer Sozialsiedlung abhalten. Denn nur dort fühlen sie sich ja wirklich „frei“ und nicht suf „fremden“ Gebiet.

    Wie weisen die sich aus? Spielzeugpass?
  • schlorziflade 29.11.2018 08:05
    Highlight Highlight "Zudem will er nicht bemerkt haben, dass es sich um ein Reichsbürger-Treffen handelte."

    Er belügt sich wohl öfters selbst. Nur wenn man schon den Titel des Seminars sieht, müsste man stutzig werden...
  • zombie woof 29.11.2018 07:27
    Highlight Highlight Intelligente Truppe, die BRD ablehnen aber die Infrastruktur nutzen, passt wieder mal wie die Faust auf's Auge. Und die Ausrede vom SVP'ler ist auch selbsterklärend.
  • DERSCHLECHTESTESCHLECHTMENSCH 29.11.2018 06:47
    Highlight Highlight Entfernt. Bitte bleibe beim Thema. Danke, die Redaktion.
    • Anam.Cara 29.11.2018 07:19
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Nelson Muntz 29.11.2018 06:23
    Highlight Highlight Die haben doch keinen Reisepass, weil sie die BRD ablehnen. Wie können die slso ins Ausland?
    • Mizzi 29.11.2018 07:28
      Highlight Highlight Die Grenzen zur Schweiz sind eigentlich durchgehend offen. Zumindest im Rheintal, dort werden sie ja rübergekommen sein.
    • SemperFi 29.11.2018 07:38
      Highlight Highlight Schengen-Raum kännsch?
    • BossAC 29.11.2018 08:15
      Highlight Highlight Klar, ohne Grenzkontrolle kommt man rüber. Trotzdem muss man sich innerhalb des Schengen-Raums jederzeit ausweisen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 29.11.2018 06:13
    Highlight Highlight Warum toleriert die Schweiz solche Anlässe der Rechtsaussenszene? Regelmässig gab es in den letzten Jahren Schlagzeilen, dass die „neutrale“ Schweiz zuvorkommend Platz für solche „Meinungsfreiheit“ bietet. Da nichts dagegen gemacht wird, muss man wohl annehmen, dass die Zahl der Sympathisanten massiv grösser ist, als die erwähnten 300, welche die Behörden lediglich gut „beobachtet“ werden?
    • Roterriese 29.11.2018 06:57
      Highlight Highlight Weil die Versammlungsfreiheit für alle gilt.. In der Schweiz gibt es ja ganze linksaussen "Kultur"zentren.
    • Gubbe 29.11.2018 08:52
      Highlight Highlight Die Linke Scene wir ja auch nur beobachtet. Die ist genauso 'schlagkräftig' wie die Rechte. Wobei bei manchen die Fantasie durchbrennt, wenn sie von 'nach dem Krieg gebaut' sprechen. Das da ein SVP Politiker dabei war, stört nicht. Ich bin mir sicher, dass auch ein Beobachter der anderen Scene dabei war. Selbst find ich das Reichsbürgertum von gestern. Bürger sind sie, aber Reich??
    • Roman h 29.11.2018 09:21
      Highlight Highlight Die Schweiz toleriert generell alle extremen nicht nur die rechten.
      Wollen die Behörden gegen die linksextremen vorgehen schreien die linken Meinungsfreiheit, wollen die Behörden gegen die rechtsextremen vorgehen schreien die rechten Meinungsfreiheit.
      Im Grunde sind sich also beide links und rechts einig das hier die Meinungsfreiheit gilt.
      Wer das eine extreme will muss halt auch das andere nehmen.
      Und nur so nebenbei
      Die rechtsextremen machen in der Schweiz weniger Probleme als die linksextremen.
      Am besten beides bekämpfen und hart bestrafen wer an Demos randaliert das würde mache abschrecken
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eine_win_ig 29.11.2018 05:28
    Highlight Highlight schon 300 dieser, schön ausgedrückt, Speziellen bei uns?

    Und die Ausrede des SVPlers ist ja wohl so was von daneben...
    • zeromaster80 29.11.2018 06:55
      Highlight Highlight Daneben, nicht jeden Veranstalter und dessen Publikum genau unter die Lupe zu nehmen für einen Vortrag? Und ich bin einer Anhängerin schon begegnet. Etwas wirr, für Argumente nicht zugänglich aber schon wegen dem Alter beim besten Willen keine Gefahr.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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