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Räumung in Ostdeutschland eskaliert: «Reichsbürger» schiessen auf Polizisten



Die Zwangsräumung eines Hauses in Sachsen-Anhalt ist am Donnerstag eskaliert. Bei einer Schiesserei im Zerbster Stadtteil Reuden wurden nach Polizeiangaben der 41-jährige Hausbewohner schwer und zwei Polizisten leicht verletzt.

Bei dem Mann soll es sich um einen ehemaligen Mister Germany handeln, der laut Polizei den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen sei. «Reichsbürger» erkennen die Bundesrepublik nicht an, weil sie meinen, dass das Deutsche Reich formal nicht richtig aufgelöst wurde.

Die Polizei war am Donnerstagmorgen mit einem Grossaufgebot von rund 200 Beamten in Reuden angerückt, um einen Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung eines Gehöftes zu unterstützen.

Erster Räumungsversuch: Polizei verjagt

Ein erster Versuch war tags zuvor gescheitert, weil der 41-jährige Hausbewohner eine erhebliche Menschenmenge mobilisiert hatte. Zeitweise hielten sich am Mittwoch bis zu 120 Menschen auf dem Grundstück auf, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte.

Als die Beamten am Donnerstag eintrafen, seien sie von einer Gruppe von insgesamt 14 Personen mit Pflastersteinen und anderen Gegenständen beworfen worden. Daraufhin sei es zum Schusswechsel zwischen dem 41-Jährigen und der Polizei gekommen.

Sieg Fail: So doof sind Nazis

Der 41-Jährige wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Er wurde mit einem Rettungshelikopter in eine Klinik gebracht. Sein Zustand war demnach stabil. Auch ein Beamter des Spezialeinsatzkommando (SEK) erlitt durch einen Schuss eine Verletzung am Hals, ein zweiter wurde durch einen Biss leicht verletzt.

epa05386192 Police forces stand outside the cinema in which an armed man had barricaded himself in Viernheim, Germany, 23 June 2016. The man was shot dead by polic after special police forces (SEK) stormed the cinema in which the man was reported to have shot into the air and taken hostages.  EPA/BORIS ROESSLER

Beamte des SEK wurden verletzt (Symbolbild). Bild: EPA/DPA

Pseudo-Staat gegründet

Der Bewohner des Gehöfts ist nach Polizeiangaben den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen. «Reichsbürger» gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert. Entsprechend verweigern viele dieser «Reichsbürger» Zahlungen wie Steuern oder Bussgelder an den Staat.

Nach einem Bericht der «Mitteldeutschen Zeitung» handelt es sich bei dem 41-Jährigen um einen ehemaligen Mister Germany von 1998, der in Reuden den Mini-Staat «Ur» gegründet habe und sich nicht an deutsche Gesetze gebunden sehe. Er sollte demnach das Haus räumen, weil er Verbindlichkeiten für das Grundstück nicht bedient hatte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen versuchten Totschlags, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Es werde auch geprüft, «inwieweit der Waffengebrauch durch die Polizeibeamten verhältnismässig» gewesen sei. Nach Polizeiangaben wird auch gegen weitere Beteiligte strafrechtlich ermittelt.

Sieg Fail! Warum Nazis (sonst noch) Volldeppen sind

(sda/afp)

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