Schweiz
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Ein vermummter Mann laeuft in das Winterthurer Bezirksgericht, aufgenommen am Montag, 1. Oktober 2018 in Winterthur. Zehn Hauptakteure eines Uebergriffs vom November 2016 in der An'Nur-Moschee muessen sich heute vor Gericht stellen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein vermummter Mann betritt am Montagmorgen das Winterthurer Bezirksgericht.  Bild: KEYSTONE

«Nur das Gespräch gesucht» – Angeklagte streiten im An'Nur-Prozess alles ab



Alles nur inszeniert, um den Salafisten zu schaden: Im Winterthurer An'Nur-Prozess sind bis am Montagmittag sechs von zehn Beschuldigten vernommen worden. Ihre Darstellungen ähneln sich. Die beiden Opfer hätten sich den gewaltsamen Angriff nur ausgedacht.

Die Beschuldigten, alles jüngere Muslime, stritten alle ab, die beiden Opfer im November 2016 verprügelt, eingesperrt und mit dem Tod bedroht zu haben.

Als sie gemerkt hätten, dass einer der Gläubigen fotografiert und gefilmt habe, hätten sie ihn zwar zur Rede gestellt. Einer der Beschuldigten gab auch zu, den «Verräter» als «Idiot» und «Dummkopf» betitelt und angespuckt zu haben. Gewalt habe es aber keine gegeben, betonten alle bisher Befragten.

Stattdessen seien der Imam und der Vereinspräsident gekommen und hätten mit dem angeblichen Opfer im Büro das Gespräch gesucht. Weshalb plötzlich die Polizei eintraf, können sie sich alle nicht erklären. Es sei nur eine verbale Auseinandersetzung gewesen.

ZUR ANKLAGE ERHEBUNG GEGEN 9 PERSONEN DER AN'NUR MOSCHEE WEGEN FREIHEITSBERAUBUNG, NOETIGUNG, DROHUNG UND KOERPERVERLETZUNG, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 1. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die An'Nur-Moschee (Haus in der Mitte, orange Eingangstuere rechts) in Winterthur, aufgenommen am Dienstag, 24. November 2015. Laut dem Syrien-Kenner Kurt Pelda, der intensive Recherchen getaetigt hat, soll es im Umfeld der An'Nur-Moschee eine Zelle des IS geben. Den Recherchen zufolge soll vor Kurzem eine weitere Person von Winterthur nach Syrien gereist sein. Die Maenner, die nach Syrien gereist seien, sollen Jihadisten sein, die in der Moschee in Winterthur rekrutiert worden seien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die An'Nur-Moschee (Haus in der Mitte) in Winterthur, aufgenommen am Dienstag, 24. November 2015. Bild: KEYSTONE

Dem widerspricht jedoch eine Polizistin, die an diesem Abend am Tatort war. Sie habe in ihrer ganzen Laufbahn noch nie so verängstigte Personen gesehen. Die beiden hätten die pure Angst in den Augen gehabt. Zudem hatte eines der Opfer eine Beule am Kopf.

Auch Imam ist angeklagt

Als Grund, weshalb die beiden Opfer sich das alles ausgedacht haben sollen, nannten gleich mehrere der bisher Befragten eine Verschwörung von Justiz und Medien. Mit diesem Prozess solle ein Zeichen gegen die «bösen Terroristen und Salafisten» gesetzt werden. Bei ihren Aussagen wirkten alle bisher Befragten sehr selbstbewusst, geradezu trotzig. Ihnen geschehe grosses Unrecht, so ihre Haltung.

Blick auf den Eingang des Winterthurer Bezirksgericht, aufgenommen am Montag, 1. Oktober 2018 in Winterthur. Zehn Hauptakteure eines Uebergriffs vom November 2016 in der An'Nur-Moschee muessen sich heute vor Gericht stellen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Blick auf den Eingang des Winterthurer Bezirksgericht am Montag, 1. Oktober. Bild: KEYSTONE

Der Prozess wird am Nachmittag mit der Befragung der vier restlichen Beschuldigten fortgesetzt. Darunter ist auch der Imam der mittlerweile geschlossenen Moschee, der gemäss Anklage keineswegs «nur das Gespräch» gesucht haben soll.

Den zehn ehemaligen Moschee-Besuchern wird vorgeworfen, im November 2016 zwei Gläubige eingesperrt, verprügelt und mit dem Tod bedroht zu haben. Die Angreifer waren überzeugt, dass die Opfer Informationen an einen Journalisten weitergegeben hatten.

Einer der «Verräter» wurde unter anderem dazu gezwungen, eine Zehnernote zu schlucken, weil er «seine Religion für Geld verkauft» habe. Dem anderen gelang es schliesslich, von der Toilette aus SMS-Hilferufe an einen Polizisten zu schicken.

Die Anklage fordert, die zehn Angreifer mit teilbedingten Freiheitsstrafen in unterschiedlicher Höhe zu bestrafen, unter anderem wegen Freiheitsberaubung, Nötigung, Drohung und Körperverletzung. Jene Beschuldigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit sollen zudem des Landes verwiesen werden. (cma/jaw/sda)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser_________________ 01.10.2018 13:43
    Highlight Highlight Ich hoffe mal, das die Richter dieses uneinsichtige reuelose Verhalten in das Strafmass einfliessen lassen.
  • luegeLose 01.10.2018 11:36
    Highlight Highlight „Er selber habe die beiden nur angespuckt und als....“ ist doch ein Geständnis
  • Herbert Anneler 01.10.2018 10:41
    Highlight Highlight Mich kotzt dieses Unschuldslämmlein-Verhalten dieser extremen Muslime nur noch an. In Winterthur, in Biel, in Genf... Und ich bin sicher, dass die meisten Muslime im Land solche bösartigen Unschuldslämmlein auch als Belastung empfinden. Und empörend, dass die Justiz die beiden Opfer und Zeugen nicht vor möglichen Repressionen der Extremen schützt! Dabei wären solche Whistleblower enorm wichtig - insbesondere auch in Beziehung auf die von Erdogan und den Saudis finanzierten Moscheen. Zur Info: Bin Laden gehörte zum Umfeld des saudischen Königshauses und Erdogan präsidiert Dyanet.
  • Denk nach 01.10.2018 10:17
    Highlight Highlight Die wollten doch nur Spielen, die beissen nicht...
  • Töfflifahrer 01.10.2018 10:09
    Highlight Highlight Macht endlich die Bundesverfassung einklagbar, dann hat diese auch wirklich Rechtskraft. Danach muss sich jede Religion dieser Bundesverfassung unterordnen. Basta!
    So geht es um Werte und alle Religion werden gleich behandelt.
    • Binnennomade 01.10.2018 10:32
      Highlight Highlight Ich weiss nicht wirklich, was du da faselst, aber die Bundesverfassung ist geltendes Recht, und jede Religion muss sich in der Schweiz geltendem Recht unterordnen, oder nicht?
    • Töfflifahrer 01.10.2018 10:51
      Highlight Highlight Falsch, die Bundesverfassung kann in der Schweiz vor keinem Gericht eingeklagt werden. Das Parlament kann daraus resultierende Gesetze nach eigenem Gusto angehen oder eben nicht. Dazu ist die einzige Möglichkeit diese Gesetze dann zu bekämpfen über ein Referendum. Es gibt kein Gericht das Gesetze und Verordnungen auf Verfassungskonformität prüft.
    • Dostoi 01.10.2018 11:05
      Highlight Highlight Das Bundesgericht ist aber sehr wohl befugt, Bundesrecht auf seine Verfassungskonformität zu überprüfen und die Ergebnisse der Bundesversammlung und dem Bundesrat mitzuteilen. Was dies alles mit dem
      Artikel zu tun haben soll ist mir allerdings schleierhaft.
    Weitere Antworten anzeigen

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