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Totgeburt nach Rückschaffung: Grenzwächter schuldig gesprochen

Es bleibt auch in zweiter Instanz bei einem Schuldspruch: Das Militärgericht hat einen Grenzwächter, der einer schwangeren Syrerin bei der Rückschaffung nach Italien keine Hilfe zukommen liess, am Dienstag zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt.

Vom 3. auf den 4. Juli 2014 war eine Gruppe Flüchtlinge mit dem Nachtzug von Mailand nach Paris unterwegs. Die französische Grenzpolizei verweigerte 36 Syrern, darunter der sich in der 27. Schwangerschaftswoche befindenden Frau, die Weiterreise.

Angehörige des Schweizerischen Grenzwachtkorps sollten die Gruppe nach Italien zurückbringen. Dabei mussten die Flüchtlinge in Brig zweieinhalb Stunden warten, bis sie Platz in einem Regionalzug nach Domodossola fanden. In Italien brachte die Frau dann am Abend einen nicht mehr lebenden Fötus durch eine Spontangeburt zur Welt. Gemäss eines Gutachtens war der Fötus bereits vor dem Warten in Brig tot.

Ernsthaften Schwangerschaftskomplikation

Spätestens zum Zeitpunkt, als die Schwangere zum Zug getragen wurde, hätte der Feldweibel erkennen müssen, dass es sich nicht mehr um «typische Schwangerschaftsbeschwerden» handle, hatte das Militärgericht in erster Instanz im November 2017 befunden. Der Vater von drei Kindern hätte vielmehr die Möglichkeit «einer ernsthaften Schwangerschaftskomplikation in Betracht ziehen» müssen.

In erster Instanz war der Feldweibel des Grenzwachtkorps deshalb wegen versuchten eventualvorsätzlichen Schwangerschaftsabbruchs sowie der einfachen Körperverletzung mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten bestraft worden. Wegen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften erhielt er zudem eine - ebenfalls bedingte - Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 150 Franken.(whr/sda)



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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kong 06.11.2018 23:36
    Highlight Highlight Etwas mehr Info könnte erhellend sein. Er wurde verurteilt auch in zweiter Instanz. Das ist Fakt und wirkt als klare Schuld. Ich gehe mal davon aus, dass der Grenzwächter nicht alleine dort war, sondern mit einem Team. Als Feldweibel war er offensichtlich der ranghöchste Unteroffizier und damit befehlsgebend. Die Sicht, dass er einfach ein "Unmensch" sei, greift zu kurz. Wenn man in solchen Einsätzen unterwegs ist, dann geht Routine (etwas Gleichgültigkeit) und Stress (viele unbekannte Faktoren/neue Situation) Hand in Hand. Die Gruppendynamik ist auch nicht zu unterschätzen. Tragisch bleibt's.
    22 4 Melden
  • axantas 06.11.2018 18:09
    Highlight Highlight Ich bin hin und her gerissen. Da versucht man Vorschriften einzuhalten (weil man sonst gehörig an die Kasse käme), muss aus dem Augenblick heraus IMMER die richtige Entscheidung fällen und landet letztlich vor Gericht.

    Man macht es eigentlich immer falsch, was man auch tut.

    Dass das Kind gestorben ist, ist tragisch. Es ist auch die Verkettung von Umständen. Dafür hat man jetzt einen Schuldigen gefunden.
    83 32 Melden
    • Asho 06.11.2018 20:10
      Highlight Highlight Also wenn man einer Schwangeren, welche offensichtlich nicht mehr laufen konnte und zum Zug getragen werden musste, keine medizinische Hilfe zukommen lässt, ist dies schon grob fahrlässig. JEDER Mensch weiss, dass Schwangerschaften mit Risiken verbunden sind und man lieber auf Nummer sicher geht.
      58 42 Melden
    • axantas 06.11.2018 20:32
      Highlight Highlight Warst du da anwesend, Asho?

      Hast du mitgekriegt, was da alles los war?

      Hast du ALLES berücksichtigt, was du zu berücksichtigen hattest? Wirklich ALLES?

      Hast du KEINEN Fehler gemacht und eine Situation in der Hektik situativ vielleicht nicht ganz korrekt eingeschätzt?

      Wirf ihn, den Stein...
      15 11 Melden
    • Osti 06.11.2018 23:27
      Highlight Highlight Ich denke auch dass es eine Verkettung von den Umständen ist.
      Aber humanitäre Hilfe sollte trotz allem immer an erster Stelle stehen.
      8 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vorname Nachname 06.11.2018 17:53
    Highlight Highlight Tragischer Vorfall. 😞 Mein Beileid.

    Wie lautet denn die Darstellung des Feldweibels?
    16 7 Melden
  • Cerberus 06.11.2018 17:44
    Highlight Highlight Also irgendwie habe ich jetzt eine Lücke.

    Wo ist denn gemäss Gutachten das Kind verstorben? Bereits in Frankreich oder eben doch schon in der Obhut des Schweizer Zolls?
    84 12 Melden
    • axantas 06.11.2018 19:16
      Highlight Highlight Laut Gutachtern schon früher. Aber einem muss ja der Prozess gemacht werden. Die Franzosen hatten einfach Glück.

      Der ganze Fall ist tragisch. Alles daran.
      46 10 Melden
  • papaya 06.11.2018 17:20
    Highlight Highlight "Einfache Körperverletzung"... da fehlen mir die Worte😡😱
    16 82 Melden
    • auslandbasler 06.11.2018 18:34
      Highlight Highlight So wie ich das verstehe, ist das nur wegen der Frau. Das ungeborene Kind kann glaube ich nicht mal beurteilt werden, bzw. nur der Schwangerschaftsabbruch. Das Kind gilt rechtlich noch als Sache, oder? Ich lasse mich gerne korrigieren, aber wenn es so ist, wundert mich die m. E. zu tiefe Strafe nicht.
      Immerhin, es gibt ein Urteil, das hoffentlich andere davon abhält, in gleicher Situation gleich zu handeln.
      17 28 Melden
  • DerTaran 06.11.2018 17:03
    Highlight Highlight Was sind das für Menschen, die einer Schwangeren keine Hilfe leisten? Da habe ich echt kein Verständnis.
    154 122 Melden
    • michiOW 06.11.2018 17:34
      Highlight Highlight Waren Sie dabei?
      102 70 Melden
    • Astrogator 06.11.2018 17:51
      Highlight Highlight @michiOW: Er wurde von 2 Instanzen schuldig gesprochen, der Fakt das nicht geholfen wurde steht fest.
      40 30 Melden
    • überflüssig 06.11.2018 21:12
      Highlight Highlight michow:
      denken sie, es waren fakenews?
      stellen sie sich kurz eine hochschwangere frau vor, die nicht mehr gehen kann und getragen werden muss - wer verweigert da hilfe? und weshalb?
      7 5 Melden
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