Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kein Wlan-Passwort, Handys abgeben: So gehen Skilager mit Smartphones um

Katja Schlegel / ch media



Im Gang zum Trakt mit den Leiterzimmern hing es, hoch an der Wand, fest verschraubt. Darunter stand ein Hocker, entweder fürs Hochklettern oder für Episches, an einem Nagel an der Wand baumelte ein zerfleddertes Telefonbuch. Und natürlich war die Holzwand voller Kritzeleien. Ja, so war das mit dem Telefon im Skilager-Haus. Damals, als man noch keine Handys hatte. Der Schmach, in aller Öffentlichkeit daheim anzurufen und damit als Mama-Söhnchen oder -Meitli zu gelten, wollte sich keiner hingeben. Das Telefon-Tabu galt auch für die Eltern. Ein Kontrollanruf im Skilager war verboten, das hatten wir ihnen eingeschärft.

Ein Junge amuesiert sich nach einem unfreiwilligen Schneebad am Mittwoch, 7. Januar 2004, auf den Skipisten des Baetelberg anlaesslich des 63. Jugendskilager

Hach, Skilager! Bild: KEYSTONE

Heute ist das anders. Wer nach dem Lichterlöschen nicht in echt schnattert, kann das mit einem Handy völlig lautlos tun. Von all den lustigen Internetseiten und Spielen abgesehen, die einen vom Schlafen abhalten. Und das bedingt Regeln. Insbesondere für die Lager der Oberstufenklassen, wie eine Umfrage unter verschiedenen Schulstandorten zeigt.

Kein Problem in Primar

Im aargauischen Menziken müssen sich die Lagerteilnehmer respektive die Eltern vorgängig dazu verpflichten, dass die Lagerordnung eingehalten wird, wie Bruno Schaller, Schulleiter der Oberstufe sagt. Darin heisst es zum Thema Nachtruhe: «Handys, iPods etc. werden in den Zimmern eingesammelt und müssen eingeschaltet abgegeben werden (Kontrolle ob SIM drin). Es besteht die Möglichkeit zum Aufladen der Geräte.»

Diese Regel gilt für die Teilnehmer der beiden Oberstufenlager in Grächen und Adelboden. Im Primarschullager stelle sich das Handy-Problem nicht, so Schaller.

«Beim Lichterlöschen werden die Handys in einem Gemeinschaftsraum aufbewahrt und können beim Frühstück wieder bezogen werden.»

Marietta Müller, Schulleiterin Oberstufe Gränichen

Eingezogen wird das Handy über Nacht auch bei den 43 Kindern im Schöftler Schneesportlager in Adelboden. «Die Schülerinnen und Schüler dürfen das Handy ins Lager mitnehmen und auf der Piste und während der Freizeit auch gebrauchen», sagt Schulleiter Heinz Leuenberger. Nicht erlaubt sind die Handys bei Tisch oder gemeinsamen Tätigkeiten. Ausserdem wird den Schülern das WLAN-Passwort nicht bekannt gegeben.

Beliebter Schüler-Scherz

Ähnlich handhaben es die Leiter der Gränicher Skilager auf der Lenzerheide: «Beim Zusammensein und gemeinsamen Aktivitäten sind die Handys auf lautlos gestellt», sagt Marietta Müller, Schulleiterin Oberstufe. So, wie das auch in der Schule gelte. «Beim Lichterlöschen werden die Handys in einem Gemeinschaftsraum auf OFF gestellt aufbewahrt und können beim Frühstück wieder bezogen werden.»

Eine solche «Handygarage» gibt es auch in den Seenger Wintersportlagern auf der Bettmeralp und auf der Lenzerheide. «Während des Tages wird der Gebrauch ebenfalls eingeschränkt», so Gesamtschulleiter Urs Bögli.

Bereits vor dem Znacht müssen die 101 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe im Lenzburger Ski- und Snowboardlager in Crans-Montana ihre Handys abgeben. Tagsüber sind die Handys aber erlaubt. «Ich finde das sinnvoll, damit die Schüler auch mal auf der Piste ein Foto machen und das nach Hause schicken können», sagt Schulleiter Edgar Kohler. Die Lenzburger Schüler, welche das Lager in Samedan besuchen, müssen das Handy für die Nacht abgeben.

Nicht eingesammelt, aber mit einem Benutzungsverbot belegt werden die Handys in den Suhrer Skilagern. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Einsammeln keinen Sinn macht», sagt Gesamtschulleiterin Denise Widmer. Inzwischen würden so viele Kinder über ein zweites Handy verfügen, dass man sich das Einsammeln sparen könne. «Die Zimmer kontrollieren müssen die Leiter also so oder so.»

Ausserdem sei es in der Vergangenheit ein beliebter Scherz gewesen, beim abgegebenen Handy den Wecker auf Mitternacht zu stellen. «Den Ärger, mitten in der Nacht ein klingelndes Handy und den dazugehörigen Schüler zu suchen, erspart sich jeder Leiter gern», sagt Widmer.

Wer die Regeln bricht ...

Was, wenn sich die Schülerinnen und Schüler nicht an die Regeln halten und ein zweites Handy dabeihaben, das sie heimlich gebrauchen? An der Kreisschule Entfelden beispielsweise werden Handys laut Gesamtschulleiter Darius Scheuzger eingezogen. Und für Menziken bedeutet ein Verstoss im schlimmsten Fall das Koffer-Packen: Wer sich nicht an die Lagerregeln hält, kann vom Lager ausgeschlossen werden.(aargauerzeitung.ch)

Nur noch kurz die Windschutzscheibe vom Schnee befreien ....

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ellen Page outet sich als Transgender

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Droht uns ein Winter ohne Skifahren? Diese 8 Dinge musst du wissen

Die Skisaison steht auf der Kippe. Also zumindest ihr Beginn in den grösseren umliegenden Ländern. Am Anfang stand eine Forderung des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte. Er will den Beginn der Wintersaison auf europäischer Ebene nach hinten verschieben – bis mindestens Mitte Januar. «Es ist nicht möglich, einen Winterurlaub zuzulassen. Wir können uns das nicht leisten», sagte er am Montag dem Sender «La 7».

Und er ist nicht alleine.

Conte hat gewichtige Unterstützung aus …

Artikel lesen
Link zum Artikel