Schweiz
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THEMENBILD ZUR ABSTIMMUNG 2. ROEHRE GOTTHARD STRASSENTUNNEL --- Das Suedportal des Gotthardtunnels, aufgenommen am Mittwoch, 24. Februar 2016, in Airolo. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Gotthard: Heute noch in beide Richtungen zu befahren. Künftig richtungsgetrennt.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Kommentar

Die zweite Röhre ist im Windschatten der DSI einfach durchgerutscht

Das Stimmvolk hat der vom Bundesrat favorisierten Lösung zur Gotthard-Sanierung, sprich dem Bau einer zweiten Röhre zugestimmt. Die polemische Gegenkampagne hat nicht verfangen. 



57 Prozent Ja zur zweiten Gotthard-Röhre: Das ist ein deutliches Resultat in einer Abstimmung, deren Meinungsbildung weitgehend im Windschatten des emotional geführten DSI-Abstimmungskampfes stattgefunden hat. 

Die Auseinandersetzung um die Gotthardsanierung hätte zum grossen symbolischen und polemisch umstrittenen Zankapfel zwischen Rechts und Links, Bürgerlich und Grün werden können, doch die Gegenkampagne hat nie richtig Fahrt aufgenommen, da die linken Kreise zu sehr damit beschäftigt waren, die Durchsetzungsinitiative abzuwehren.  

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Populistische Scheinargumente wirkungslos

Das gewichtigste und fast einzige Argument der Gegnerschaft, das wahrgenommen worden ist, war dasjenige, dass die dritte und vierte Spur auch bald für den Verkehr geöffnet würden, was mit einer grossen Belastung für die Umwelt einhergehe. Damit basierte die Kampagne der Gegnerschaft auf einer Glaubensfrage, da schlicht nicht vorhersagbar ist, welche politische oder welche Verkehrssituation in 15 Jahren am und um den Gotthard herrscht. 

Aber auch auf Befürworterseite war das am häufigsten gehörte, weil populistischste Argument, das schwächste. Der Sicherheitsgewinn bei richtungsgetrennter Verkehrsführung ist minimal und ganz sicher zu klein, um die milliardenteure Investition zu rechtfertigen, mit der anderswo viel mehr Leben gerettet werden könnten.  

Kosten ins richtige Verhältnis gesetzt

So haben letztlich die technokratischen Argumente des Bundesrats und insbesondere der Verkehrsministerin Doris Leuthard verfangen, die, immer sachlich vorgetragen, die Stimmbevölkerung letztlich überzeugten: Kein Abschneiden des Tessins vom Strassenverkehr während zweier Jahre, Vermeiden von ebenfalls teuren temporären Verladelösungen und langfristige Garantie einer offenen Nord-Süd-Achse auf der Strasse auch bei künftigen Sanierungen.  

Die 2,8 Milliarden Franken, die für den Bau des zweiten Strassentunnels budgetiert sind, sind kein Riesenposten. Jedenfalls nicht angesichts der Summen, die jährlich in die immer noch überdimensionierte Armee und die abgeschottete und übersubventionierte Landwirtschaft fliessen. 

Deswegen und weil das gesamte Emotionalisierungs-Potenzial im Abstimmungskampf von der DSI absorbiert worden ist, ist die symbolisch so aufgeladene zweite Röhre am Gotthard im Windschatten der DSI durchgerutscht. 

Wie der Teufel dank der Neat aus dem Gotthard verscheucht wurde: Die Geschichte des längsten Tunnels der Welt

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