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Krankenkassen: Prämien steigen 2019 (etwas) weniger – Junge bekommen Vergünstigung

Kleine Verschnaufpause für die Versicherten: Die Krankenkassenprämien dürften 2019 durchschnittlich um weniger als drei Prozent steigen. Der Krankenkassenverband Santésuisse will dennoch Versicherte, Ärzte, Spitäler und den Staat zusätzlich in die Pflicht nehmen.
19.09.2018, 11:0919.09.2018, 13:03

Als «unterdurchschnittliches Wachstum» und damit «weniger schlimm als auch schon», bezeichnete Santésuisse-Direktorin Verena Nold am Mittwoch vor den Medien in Bern den zu erwartenden durchschnittlichen Prämienaufschlag in der obligatorischen Krankenversicherung für das kommende Jahr. Sie erinnerte jedoch daran, dass die Prämien je nach Kanton stark variieren würden.

Entlastung für Junge

Viele junge Erwachsene werden 2019 zudem von einer Prämiensenkung profitieren können. Die Krankenversicherer können nämlich Erwachsenen im Alter von 19 bis 25 Jahren die Entlastung im Risikoausgleich in Form tieferer Prämien weitergeben.

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Wenn die Krankenkassen diese vollständig weitergeben, bedeutet dies eine Einsparung von 90 bis 100 Franken. Geringer dürfte die Ersparnis für Jugendliche sein, die bereits bisher von Rabatten profitiert haben.

Genauere Angaben, um wie viel die Durchschnittsprämien im kommenden Jahr steigen werden, wird Gesundheitsminister Alain Berset nächste Woche machen.

«Atempause»

Mit Blick auf die Entwicklung der Gesundheitskosten im vergangenen Jahr sprach Nold von «einer Atempause». 2017 seien die Gesundheitskosten pro Person in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit einem Anstieg von 1,7 Prozent unter dem langjährigen Schnitt geblieben.

Doch Santésuisse gibt keine Entwarnung. Erfolge jetzt keine Korrektur, sei im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung von über drei Prozent zu rechnen. Das wäre allerdings immer noch tiefer als in der Vergangenheit, betrug doch der durchschnittliche jährliche Kostenanstieg bisher 3,5 bis 4,5 Prozent.

Die Santésuisse-Direktorin will den langjährigen Kostentrend brechen. «Als vernünftig» bezeichnete Nold einen künftigen maximalen Anstieg der Kosten von 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr. Da die Prämien die Kosten decken müssen, würden damit die Ausgaben für die Versicherten geringer als in der Vergangenheit.

Als mögliche Lösungen schlägt Santésuisse vor, durch einen jährlichen Auslandpreisvergleich für alle Medikamente, insbesondere auch für Generika, die Medikamentenpreise zu senken. Im ambulanten Bereich könnten bei den Ärzten Pauschaltarife eingeführt werden.

«Wir haben zu viele Ärzte und Spitäler. Das grosse Angebot generiert eine grosse Nachfrage», erklärte Nold. Patienten würden sich zudem nicht an Kantonsgrenzen halten, daher sei auch eine bessere kantonsübergreifende Versorgungsplanung notwendig.

Erhöhung der Mindestfranchise

Qualität und Effizienz der medizinischen Leistungen liessen sich durch Spezialisierungen von Spitälern verbessern. Santésuisse verwahrte sich hingegen gegen einen Kurswechsel in der Pflegefinanzierung. Die Kantone sollten nicht zu Lasten der Versicherer entlastet werden, sonst würden «massive Kostenschübe» in der obligatorischen Krankenversicherung drohen.

Zur Kasse bitten will Santésuisse auch die Versicherten. Die Mindestfranchise von heute 300 Franken könnte auf 500 Franken erhöht werden. Der Verband regt auch an, eine Gebühr für Bagatellfälle im Spitalnotfalldienst von 50 Franken einzuführen.

Gesundheitskosten 2017 unter langjährigem Schnitt

Im Jahr 2017 seien die Gesundheitskosten pro Person in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit einem Anstieg von 1.7 Prozent unter dem langjährigen Schnitt geblieben, schreibt Santésuisse weiter.

Die Pro-Kopf-Kosten seien dabei bei den stationären Spitalleistungen um 3.1 Prozent gesunken. Erklären lässt sich dies durch einen höheren Kostenanteil der Kantone und gleichzeitig würden immer mehr Leistungen ambulant statt stationär erbracht.

Erfreulich ist nach Ansicht von Santésuisse auch, dass die Zahl der Konsultationen in Arztpraxen nahezu konstant geblieben ist. Weil aber die Kosten pro Konsultation zugenommen haben, resultierte bei den ambulant tätigen Ärzten 2017 ein Kostenanstieg um 2.7 Prozent. Der Verband kritisiert, dass die fehlende Preisüberprüfung der Medikamente sich in einem Anstieg der Medikamentenkosten pro Kopf um 4.6 Prozent niedergeschlagen habe. (whr/sda)

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