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Schweiz
LGBTQIA+

Homo-Hetzer der Pnos hat Massenanzeige am Hals

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LGBT-Menschen fordern in der Schweiz strengere Gesetze gegen Übergriffe. Bild: EPA/EPA

Homo-Hetzer der PNOS hat Massenanzeige am Hals

Ein «Geostratege» der rechtsextremen PNOS wetterte kürzlich in einem Blogbeitrag gegen Homosexuelle. Der Beitrag bleibt nicht ohne Folgen. 200 Menschen haben sich der Strafanzeige der Schwulenorganisation Pink Cross angeschlossen. 
01.10.2018, 16:4301.10.2018, 17:32

Ein bizarrer Blogbeitrag der rechtsextremen Partei PNOS sorgte Ende August nicht nur bei LGBT-Menschen für Entsetzen. In einem Plädoyer schrieb Florian Signer, «Geostratege» und Vorsitzender der Sektion Appenzell, Homosexualität sei zu «einer Pseudoreligion entartet», die sich ungehindert verbreiten könne. 

Er lieferte drei «Lösungsvorschläge»: Homosexualität soll in der Öffentlichkeit verboten werden, für Homosexuelle sollten Anreize geschaffen werden, sich «heilen» zu lassen oder Homosexualität soll akzeptiert bleiben, jedoch nur unter Einführung einer «Homo-Steuer». Diese müssten die Homosexuellen zahlen, damit die traditionellen Familien finanziell gefördert werden könnten.

Massenanzeige eingereicht

Die Homotirade hat nun Folgen für den PNOS-Strategen. Die Schwulenorganisation Pink Cross hat Strafanzeige eingereicht. Über 200 Personen haben sich innert kürzester Zeit der Sammelstrafanzeige wegen Ehrverletzung gegen den PNOS-Funktionär angeschlossen. 

Die grosse Zahl der Mitunterzeichnenden sei gleichzeitig Beleg dafür, dass nicht nur einzelne Personen davon betroffen sind, sondern dass eine ganze Bevölkerungsgruppe gezielt und systematisch angegriffen worden ist. «Wir dürfen bei einem solchen Angriff auf homo- und bisexuelle Menschen nicht wegschauen, sondern müssen Stellung beziehen und nationalsozialistische Tendenzen, wie sie die PNOS vertritt, klar verurteilen», sagt Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross.

Nationalrat will Homosexuelle schützen

Am letzten Dienstag hat der Nationalrat die Erweiterung der Anti-Rassismusstrafnorm durch die Kriterien «sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität» deutlich mit 118 gegen 60 Stimmen (5 Enthaltungen) angenommen, was erstmal einen expliziten Schutz vor Angriffen wie diesen bieten würde. Denn wer Homosexuelle pauschal verunglimpft, muss hierzulande nicht mit einer Strafe rechnen.

Die Erweiterung muss nun aber noch vom Ständerat angenommen werden. «Wir hoffen sehr, dass auch der Ständerat erkennt, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht. Es ist der Schweiz unwürdig, dass LGBT-Menschen ungestraft öffentlich beleidigt und diskriminiert werden können», so Heggli weiter. 

(amü)

Transmenschen gelten nicht mehr als Kranke

Video: srf

LGTB-Parade in Amsterdam

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LGTB-Parade in Amsterdam
quelle: epa/anp / bas czerwinski
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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pachyderm
01.10.2018 17:58registriert Dezember 2015
Gruslige Typen.

Und: Wozu hat eine Partei einen "Geostrategen"? 🤔
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Neruda
01.10.2018 17:19registriert September 2016
Haha eine Homo-Steuer 😂 Und dann wird noch eine Dummen-Steuer eingeführt, wo dann der gute Herr mit seinen PNOS Kameraden die Leute entschädigen, welche sich ihr dummes Gelaber anhören müssen.
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Adualia
01.10.2018 20:32registriert Februar 2016
Mentaler Dünnpfiff. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
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Von 65'000 werden 112 zurückgeschickt – Bund zu lasch mit Status «Vorläufig aufgenommen»
Der Bund sei zu grosszügig, kritisiert SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann. Die Flüchtlingshilfe hingegen fordert mehr Rechte für vorläufig Aufgenommene – und einen neuen Status.

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