Schweiz
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Aviatikexperte: Untersuchung zu Ju-Absturz wird «Detektivarbeit»



Die Geschichte der «Tante Ju»

Die Flugunfalluntersuchung zum Absturz der Ju-52 vom Samstag in Flims GR mit 20 Toten wird laut dem Aviatikjournalisten Sepp Moser zur «Detektivarbeit». Das Prozedere ist dabei genau vorgegeben.

Laut Moser, der selber Pilot ist, wird die Flugunfalluntersuchung nach dem international standardisierten Vorgehen ablaufen, das die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) vorgibt. Diese gibt exakte Regeln zum Ablauf und den Methoden vor. Dadurch soll sichergestellt werden, dass man Lehren aus den Untersuchungen ziehen kann.

Als erstes stehe eine «penible Bestandesaufnahme» an der Unglücksstelle an, sagte Moser am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sämtliche Leichen und Wrackteile würden vor dem Abtransport nummeriert, dokumentiert und fotografiert. «Und dann kann man sich anfangen zu überlegen, warum ein Metallteil zum Beispiel so verbogen ist», so Moser.

epa06928845 A handout photo made available by Cantonal Police of Grisons shows a wreckege of Junkers JU-52 aircraft after crashing on Piz Segnas above Flims, Switzerland,05 August 2018. According to reports A Junkers JU-52 aircraft of the JU-AIR crashed on 04 August 2018 at Piz Segnas above Flims, Switzerland, on its way from Locarno to Duebendorf for unknown reasons. Authorities say all 20 people on-board died.  EPA/CANTONAL POLICE OF GRISONS HANDOUT MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/CANTONAL POLICE OF GRISONS

Dass die Unglücksmaschine Ju-52 über keine Blackbox und keine sonstigen Aufzeichnungsgeräte verfügte, dürfte die Untersuchung erschweren, aber nicht verunmöglichen. «Bei einem Bijouterieraub gibt es auch keine Blackbox», sagte Moser dazu. Nun sei ähnlich wie bei polizeilichen Untersuchungen «Detektivarbeit» gefragt.

Rückschlüsse könnten die Ermittler auch aus Trümmern, Untersuchungen an den Leichen, aus Augenzeugenberichten und den Akten ziehen. So würden routinemässig der Gesundheitszustand der Piloten sowie die Wartungsunterlagen der Maschine überprüft.

Ju-52 «unkaputtbar»

Der betroffene Flugzeugtyp, die Junkers Ju-52, ist laut Moser keineswegs eine unsichere Maschine. Im Gegenteil sei das Flugzeug mit Baujahr 1939 «unkaputtbar». «Das ist gute, dauerhafte Handwerksarbeit.» Zudem würden so alte Flieger häufiger gewartet.

«Man kann davon ausgehen, dass in der Schweiz betriebene Flugzeuge sicher sind», zeigte sich Moser weiter überzeugt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) überprüfe als Aufsichtsstelle laufend, ob alle Vorgaben für einen sicheren Betrieb eingehalten würden.

Beim Absturz einer Ju-52 am Piz Segnas ob Flims GR vom Samstag sind alle 20 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Es ist das schwerste Unglück der Schweizer Luftfahrt seit dem Crossair-Absturz im Jahr 2001. (sda)

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