Schweiz
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Wird der Flug storniert, heisst es oft warten, warten, warten.  Bild: EPA/EPA

Flug annulliert oder verspätet: So viel Geld schuldet dir die Airline

Die Zahl an Flugverspätungen und Flugannullierungen steigt. Nicht alle Passagiere sind sich dabei ihrer Rechte bewusst. Wir haben die wichtigsten aufgelistet. 

13.07.18, 12:24 14.07.18, 07:12


Seit dem 1. Dezember 2006 ist das Fluggastrecht in einer EU-Verordnung geregelt. Diese gilt auch für die Schweiz. Das musst du darüber wissen: 

Flugverspätung

Ärgerlich, wenn sich die Flugzeit nach hinten verschiebt. Wer bereits zwei Stunden auf den Abflug wartet, hat Anrecht auf kostenlose Mahlzeiten, Getränke und Telefonanrufe. 

Ab fünf oder mehr Stunden kann der Fluggast auf den Flug verzichten und den Ticketpreis zurückfordern. Wer sich bereits auf einem Umsteigeflughafen befindet, darf einen kostenlosen Rückflug bei der Airline beantragen. 

Annullierung

Wird ein Flug weniger als 14 Tage im Voraus gestrichen, ist die Airline verpflichtet, entweder den Ticketpreis zurückzuerstatten oder eine andere Beförderungsmöglichkeit zu organisieren. 

Zudem muss die Fluggesellschaft auch für Mahlzeiten, Getränke, Hotelunterkunft und Transporte im Verhältnis zur Wartezeit aufkommen. Dies gilt auch, wenn der Flug aufgrund von Streiks, Unwettern oder technischen Problemen storniert wurde. 

In einigen Fällen steht dem Passagier zusätzlich eine Entschädigungszahlung für die ärgerlichen Umstände zu:

Diese Entschädigung muss die Airline jedoch nur zahlen, wenn die Stornierung des Flugs nicht aufgrund von unvorhersehbaren Umständen (Streik, Unwetter) passiert ist.  

Überbuchung/
Nichtbeförderung

Wenn ein Flug überbucht ist, muss sich die Airline zuerst nach Passagieren erkundigen, die bereit sind, ihren Platz im Flugzeug aufzugeben. Gegen eine Entschädigung können diese ihre Plätze dann freigeben. Sie müssen zudem wählen können, ob sie das Ticket zurückerstattet haben wollen oder einen anderen Flug nehmen. 

Wenn ein Flugpassagier rechtzeitig eingecheckt ist und sich korrekt verhalten hat, aber dennoch nicht mitfliegen kann, weil der Flieger überbucht ist, gelten die gleichen Rechte wie bei einer Flugannullierung (siehe Punkt 2). 

Änderung der Abflugzeiten

Wenn sich die Abflugzeiten wesentlich ändern, also sich mehr als einen halben Tag nach hinten oder vorne verschieben, hat man Anspruch auf eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung. 

Die Höhe der Entschädigung ist unterschiedlich. Je nachdem, um wie viele Stunden sich die Abflugzeiten ändern, wird der Flug wie eine Stornierung behandelt. 

Verpasster Anschlussflug

Wenn die Airline aufgrund von Verspätungen dafür verantwortlich ist, dass man seinen Anschlussflug verpasst, muss sie in der Regel ebenfalls eine Entschädigung leisten. Die Höhe ist abhängig von der Flugdistanz (siehe auch Punkt 2). 

Wichtig dabei ist aber, dass man die beiden Flüge zusammen gebucht hat und nicht einzeln. 

Verlorene Gepäckstücke

Verlorene Gepäckstücke werden zum Glück in den häufigsten Fällen innerhalb von 24 Stunden wiedergefunden und nachgeliefert. Für das Nötigste zur Überbrückung kann man bei der Airline anfragen. Der Fluggast sollte sich aber umgehend bei der Gepäckvermittlung am Flughafen melden. 

Muss man sich Kleider oder Toiletten-Artikel kaufen, kann man die Anschaffungen gegen Quittung von der Airline zurückfordern. Eine einheitliche Regelung gibt es da jedoch nicht. Die Leistungen variieren zwischen den Fluggesellschaften.  

Das beste Vorgehen bei Problemen:

  1. Als allererstes sollte immer die Airline kontaktiert werden.
  2. Wenn sich diese innerhalb von sechs Wochen nicht meldet, oder negativ Bescheid gibt, kann man einen Schritt weitergehen.
  3. Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) kann man online eine Anzeige gegen die Airline einreichen. 

    ACHTUNG: Das BAZL kann nicht per se durchsetzen, dass man sein Geld zurückbekommt. Weil die Airline unter Umständen aber gebüsst werden kann, kann es gut sein, dass man im Rahmen des Verfahrens das Geld dennoch erhält. 
  4. Neben dem BAZL kann man seine Ansprüche auch auf dem zivilrechtlichen Weg durchsetzten, oder sich an eine der zahlreichen Onlineportale (cancelled.ch, refund.me, airhelp.com etc.) wenden. 

    ACHTUNG: Die Internetportale werben zwar mit hoher Erfolgsquote, beanspruchen aber bei Erfolg zwischen 15 bis 30 Prozent der erhaltenen Entschädigung als Lohn. 

Quelle: Einige der Informationen entstammen dem Merkblatt für Fluggastrechte vom Konsumentenschutz. 

Fachkräftemangel über den Wolken wird zum Problem

Video: srf

Produktfälschungen am Flughafen Zürich

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andrew1 14.07.2018 10:08
    Highlight Naja oft theorie. Beim swisser-grounding gabs leider keine entschädigung.
    3 6 Melden
    • Fabio74 14.07.2018 21:26
      Highlight Logisch. Wenn die Airline pleite ist
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  • Wanheda 13.07.2018 22:03
    Highlight Ich wurde mal gegen meinen Willen nicht befördert. Warte seit 1 Jahr auf die Entschädigung, die sie nicht zahlen wollen. Hab dann Airhelp kontaktiert und die haben das übernommen, weil ich im Recht bin. Könne mehrere Jahre dauern. Yay :-)
    7 3 Melden
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  • jellyshoot 13.07.2018 18:30
    Highlight dies gilt nur für flüge mit europäischen airlines von oder nach europäischen flughäfen.
    10 2 Melden
    • Juliet Bravo 14.07.2018 03:11
      Highlight Ja soviel ich weiss betrifft es alle Flüge mit Start oder Ziel EU / CH / EWR.
      3 0 Melden
    • Oban 14.07.2018 07:33
      Highlight Jein, jegliche Airlines die im EU Raum landen und starten. Da war dann die Swiss ein wenig kreativ, Zürich - New York berührt der Flieger kein EU Boden, daher dachten sie das sie nicht zahlen müssen.
      2 0 Melden
    • jellyshoot 14.07.2018 10:03
      Highlight hatte 10 stunden verspätung von singapur nach zürich mit singapore airlines. keine chance auf eine entschädigung gemäss dem angesprochenen gesetz.
      schlussendlich haben wir zwei flaschen wein bekommen, aber auch nur weil wir gefragt haben ;)
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  • Juliet Bravo 13.07.2018 17:43
    Highlight Bei Anschlussflügen kann noch präzisiert werden: der Anschluss muss mit einer Airline erfolgen, die codeshare oder Allianzpartner ist, sprich die Airline muss diesen Anschluss auch tatsächlich anbieten. Bei irgendwelchen Buchungsplattformen ist es nämlich möglich, zwei Flüge hinereinander bei zwei verschiedenen Airlines zu buchen, die nichts miteinander zu tun haben und diesen Anschluss auch so gar nicht anbieten (z.B. mit Swiss nach Barcelona und von dort mit Vueling nach Marrakesh).
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  • *Name der Redaktion bekannt 13.07.2018 16:10
    Highlight Achtung: Mit Vorsicht zu geniessen!

    Gemäss EU Verordnung (Nr 261/2004) gibt es keine Entschädigungen wenn:
    "...ein Vorkommnis auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Solche Umstände können insbesondere bei politischer Instabilität, mit der Durchführung des betreffenden Fluges nicht zu vereinbarenden Wetterbedingungen, Sicherheitsrisiken, unerwarteten Flugsicherheitsmängeln und den Betrieb eines ausführenden Luftfahrtunternehmens beeinträchtigenden Streiks eintreten."
    13 0 Melden
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  • trou 13.07.2018 14:59
    Highlight Hat hier schon jemand sowas versucht? So ein Verfahren wird viele graue Haare bescheren, so meine Vermutung.
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    • Aglaya 13.07.2018 18:52
      Highlight Ich habe vor zwei Jahren von der Swiss die Kosten für eine zusätzliche Hotelübernachtung sowie zwei zusätzliche Mahlzeiten erstattet bekommen, nachdem der Rückflug aus den Ferien annulliert wurde und wir erst einen Tag später nach Hause kamen. Hat allerdings mehrere Monate und viele Mails, inkl. Drohung der Anzeige an das BAZL gebraucht, bis ich schon nur mal eine Antwort erhielt...
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    • Phrosch 13.07.2018 22:16
      Highlight Ich habe von KLM vor zwei Jahren Hotelübernachtung, Umbuchung auf den nächsten Tag und eine Entschädigung bekommen, ohne allzugrossen Aufwand. Als der Flug vertagt wurde, lagen (in Zürich) Infoblätter dazu auf.
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  • G-Man 13.07.2018 14:09
    Highlight Änderung des Zielflughafen wäre noch interessant (frankfurt anstelle zürich, olympus airways)
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    • Oban 14.07.2018 07:41
      Highlight Ist analog einer anulierung, in der 14 Tage Frist heisst dies; Rückerstatung und die Kompensation, im Flug Kompensation plus Kostenübernahme zum Endziel. Vor der 14 Tagen First ist die Airline dazu verpflichtet dir eine Alternative Verbindung vorzuschlagen auch auf Fremdairlines.
      Nur leider halten sich viele nicht an die Regelung, Ryanair Beispielsweise die gerne wegen dem Landeverbot an einigen Flughäfen woanders landen und die Leute dort dann stehen lassen oder nur auf eigene Flüge umbuchen wollen.
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  • Alterssturheit 13.07.2018 13:08
    Highlight Tönt in der Theorie wunderbar...Das Kleingedruckte sollte man aber nicht vergessen. Verspätung ist z.B. nicht gleich Verspätung. Und dann versuch mal dein Recht durchzusetzen - braucht Zeit und viel Nerven.
    (und das nützen die Airlines aus, weil mind. 80% nach 10 nichtssagenden Mails sowieso aufgeben).
    8 0 Melden
    • Juliet Bravo 14.07.2018 03:16
      Highlight Was ist dein Recht? Wäre interessant, mehr von deinem Fall zu wissen.
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