Schweiz
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Auch die letzte von 400 DNS-Proben im Vergewaltigungsfall Emmen bringt keinen Treffer



Eine letzte, offene DNA-Probe ist diese Tage aus Griechenland eingetroffen. Die Probe wurde inzwischen ausgewertet und ist negativ. Trotz umfangreichen Ermittlungen, konnte der Täter bisher noch nicht gefasst werden. Es liegen keine neuen Ermittlungsansätze vor. Die Staatsanwaltschaft schliesst die Untersuchung vorläufig ab. Spurenabgleiche finden weiterhin statt, wie die Staatsanwaltschaft Luzern am Dienstag mitteilt.

Fall vorläufig abgeschlossen

Eine 26-jährige Frau war im Sommer 2015 in Emmen an der Reuss vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt worden. Im vergangenen Januar schloss die Staatsanwaltschaft den Fall vorläufig ab. Damals war jene DNS-Auswertung noch hängig, die nun eingetroffen ist. Bei einem negativen Befund bleibe der Fall sistiert, sagte der Sprecher. Das heisst, die Ermittler werden selber nicht mehr aktiv.

Nach der Vergewaltigung hatte die Luzerner Polizei umfangreiche Ermittlungen durchgeführt. So wurden während mehrerer Wochen im Umfeld des Tatorts Personen kontrolliert. Die Behörden setzten eine Belohnung von 20'000 Franken aus für Hinweise, welche zum Täter führen könnten.

10'000 Personendaten überprüft

Weiter wurden drei Personen vorübergehend festgenommen und knapp 10'000 Personendaten im Zusammenhang mit der Tat überprüft. Insgesamt wurden 371 Männer zu einem Massen-DNS-Test aufgeboten.

1863 Handydaten wurden detailliert ausgewertet. Bei 32 Personen, die über ihr Handy zur Tatzeit im Umfeld vom Tatort registriert wurden, führte die Staatsanwaltschaft DNS-Tests durch.

Erfolglose Fallberatung

Als weiteres Ermittlungselement wurde eine Fallberatung in Anspruch genommen. Experten rollten den Fall - losgelöst von den bisherigen Ermittlungen - nochmals auf. Ebenfalls erfolglos.

Schliesslich überprüfte die Staatsanwaltschaft rund 300 Hinweise zum möglichen Täternamen «Aaron» und führte wiederum fünf DNS-Analysen durch. Auch diese führten nicht zum Erfolg. (whr/sda)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 08.05.2018 13:10
    Highlight Highlight Ich muss jedesmal daran denken, wenn ich da Spazieren gehe...

    Und das seit 2015.

    Alles gute weiterhin an alle Beteiligten.
    • govolbeat 08.05.2018 13:46
      Highlight Highlight Geht mir genau gleich...wandere viel an der Reuss entlang und komme immer an dieser Stelle vorbei...

      Schliesse mich an, wünsche allen Beteiligten viel Kraft und weiterhin alles Gute.

      Die Hoffnung stirbt zuletzt, ich bin überzeugt, dass es irgendeinmal rauskommt, wer der Täter war....
  • Booker 08.05.2018 12:53
    Highlight Highlight Die wissenschaftlichen Methoden liegen vor, aus den DNA Proben könnten noch jede Menge Informationen ausgelesen werden wir Alter, Herkunft, Haar- und Augenfarbe etc. Es würde die Merkmale des Täters massgeblich erhöhen, aber Persönlichkeitsschitz des Täters geht vor Aufklärung des Verbrechens. Das Opfer wird lebenslang gelähmt bleiben.
    • Geophage 08.05.2018 14:35
      Highlight Highlight Das Alter kann mittels DNA-Test plus/minus 5 Jahre genau geschätzt werden. Immerhin 10 Jahre Differenz. Haare kann man Färben und Linsen Tragen. Bei der Herkunft kann man sagen von welchem Kontinent die Vorfahren einens potentiellen Täters stammen könnten. Nicht vergessen Jurassic Park war fiktiv und nicht real.

      DNA-Tests können zum lösen eines Falls beitragen, sind aber für sich nicht die Lösung. DNA kann ja auch aktiv platziert werden.
    • Arthur Sunil 08.05.2018 16:54
      Highlight Highlight @Djinn
      Alle diese Argumente gelten auch für Bilder. Soll also in Zukunft auch auf die Auswertung von Überwachungskameras verzichtet werden?
    • Geophage 09.05.2018 12:06
      Highlight Highlight @Arthur Sunil

      Um eine Person zweifelsfrei identifizieren zu können ist das Bildmaterial von Überwachungskameras meist auch unzureichend, aber es kann zum lösen eines Falls beitragen. Wie auch DNA-Tests. Nur rechtfertigt der Zweck alle Mittel? Was geben wir für vermeintliche Sicherheit auf? Was wenn unsere persönlichsten Daten, wie das Erbgut, in falsche Hände gelagen? Wer Kontrolliert jene die uns Kontrollieren?

      Ja Fälle wie dieser sind besonders tragisch, rechtfertigen aber trotzdem nicht alles.

      Wir müssen einander auch nicht bespitzeln, sondern endlich wieder menschlich behandeln.
  • Theor 08.05.2018 11:25
    Highlight Highlight Die ernüchternde Bilanz? Ganz viele datenschutzrechtlich-bedenkliche Handlungen der Verfolgungsbehörden ohne positives Ergebnis...
    • JJ17 08.05.2018 11:38
      Highlight Highlight Ganz ehrlich, wäre ich damals in der Nähe des Tatortes gewesen und sie hätten mein Handy registriert. Die hätten von mir aus mein ganzes Lebens auseinandernehmen können, so lange sie dieses, sorry für die Ausdrucksweise, Schwein finden. Meine Daten stelle ich persönlich sicher nicht über die Gerechtigkeit für das Opfer. Das wäre meiner Meinung nach nur egoistisch und auch alles andere als sozial.
    • Geophage 08.05.2018 12:25
      Highlight Highlight @JJ17
      Dieses System kann man sehr eifach übertölpeln. Man lässt das Handy einfach zuhause. Sollen jetzt alle deren Handy sich zum Tatzeitpunkt nicht bewegt hat, auch kontrolliert werden?

      Wie schnell wird ein Gerücht in die Welt gesetzt, wenn zuhause die Polizei vorfährt oder man gar zu einem DNA Test gehen muss?

      Solche Taten sind schrecklich und gehören hart bestraft, aber mal alle unter Generalverdacht zu stellen ist keine Lösung.

      Ein Ansatz wäre es einfach etwas mehr auf seine Umwelt zu achten. Kennen Sie alle Nachbaren? Im TV hört man oft, der Amokläufer XY hätte stets nett gegrüsst.
    • Theor 08.05.2018 12:26
      Highlight Highlight Das an oberster Priorität steht, den Täter zu finden, ist sicher unbesttritten.

      Juristisch hat das Vorgehen aber sehr viel Kritik abbekommen. Fakt ist, dass in der Schweiz bisher erst zweimal zu einem Massen-DNA-Test aufgerufen wurde. In keinem der beiden Fälle hat er etwas gebracht, weswegen man dessen Effektivität schon hinterfragen muss.

      Besonders kontrovers ist das Vorgehen, weil es bei uns verboten ist, DNA komplett auszuwerten. Dabei gäbe das ein genaueres Bild vom Täter. Aber das ist nicht erlaubt. Lieber für Unsummen Massentests ausrichten. Die Eigenarten der Strafverfolgung...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gringoooo 08.05.2018 11:24
    Highlight Highlight Ich hoffe wirklich, dass dieser Fall noch aufgeklärt werden kann! Es muss unerträglich sein, ein solches Schicksal zu tragen. Ich wünsche der Frau viel Kraft.

    Gleichzeitig zeigt der Fall aber auch, dass all diese Massnahmen zur Überwachung, welche uns der Sicherheit dienend verkauft werden, nicht immer den versprochenen Nutzen bringen. Trotzdem wird alles und jeder flächendeckend überwacht (siehe Beitrag zu den Swisscomdaten gestern).
    • Eskimo 08.05.2018 12:17
      Highlight Highlight Ich denke es ist genau umgekehrt. Wegen des Datenschutzes durften die Ermittler anhand der DNA kein Profil erstellen. Die Chancen den Täter dadurch zu fassen wären erheblich grösser gewesen.
      Somit bleibt der Datenschutz vorallem ein Täterschutz.
    • Flötist 08.05.2018 12:25
      Highlight Highlight Es wird eben nicht alles und jeder flächendecken Überwacht. Hätte es von jeder Person im Land eine DNA Probe, dann wäre der Täter gefasst. Aber das ist nicht umsetzbar.
    • Gringoooo 08.05.2018 12:54
      Highlight Highlight @Eskimo:
      Ich vertrete eine diametral andere Ansicht. Aber schlussendlich gibt es keine absolute Wahrheit. Die Kommentarspalte ist leider auch nicht geeignet über naturrechtliche Implikationen dieser Thematik zu diskutieren.

      @Flötist: möglich wäre es schon. Trotzdem würde ich als gesetzestreuer Bürger sofort auswandern würde dies eingeführt.
  • Geophage 08.05.2018 11:13
    Highlight Highlight Vorratsdatenspeicherung scheint wiklich überaus hilfreich zu sein. Ohne hätte man diesen Fall niemals lösen können.

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