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Ein Escort-Service wirbt bei «alleinstehenden Jazz-Lovern» mit «Dates voller prickelnder Momente und lustvollen Höhepunkten». Diese Dame ist allerdings nicht Escort-Girl, sondern Shutterstock-Model. Bild: Shutterstock

«Für alleinstehende Jazz-Lover»: Wenn der Escort-Service im Kulturteil schleichwirbt 😂😂😂

Der Artikel in der Online-Ausgabe der «Südostschweiz» scheint als harmlose Agenda für den Bündner Kultursommer daherzukommen. Doch beim «Festival da Jazz» in St. Moritz werden die Leser auf ein VIP-Angebot der ganz speziellen Art aufmerksam gemacht – die Veranstalter sind überrascht.



Sommerzeit ist Festivalzeit: Auch in der Region Südostschweiz locken diesen Sommer zahlreiche Veranstaltungen Publikum an. Eine gute Übersicht über die bevorstehenden Events wurde den Musikfans vor Kurzem in der Kultursparte der Onlineausgabe der «Südostschweiz» geboten.

Beim Titel denkt keiner an Escort-Girls

So war der Sponsored Content Artikel betitelt, in dem ein VIP-Escort-Service um Jazzfans buhlte.

Unter diesem harmlosen Titel erwartet den Leser ungewohnte Werbung. Bild: screenshot suedostschweiz.ch

Bei der Geschichte mit dem Titel «Volles Programm! Der Event-Sommer in der Südostschweiz» scheint es sich auf den ersten Blick  um einen Service-Artikel für musikaffine Leser zu handeln. Ein Schlagerfestival im Engadin, ein Konzert von Chris de Burgh in Davos, eine Outdoor-Goa-Party im Misox: Für jeden ist etwas dabei.

Klar darf da auch das renommierte «Festival da Jazz» in St. Moritz nicht fehlen, das diesen Sommer seinen zehnten Geburtstag feiert. Wer sich für diesen Event interessiert, erhält im Artikel einen ganz besonderen Hinweis: «Alleinstehende Jazz-Lover, die sich diesen musikalischen Leckerbissen gemeinsam mit einer charmanten Lady gönnen möchten», müssten nur zum Telefon greifen. Renommierte Escort-Services in der Schweiz sorgten ganz diskret und flexibel für die passende Begleitung.

So ködert der Escort-Service Jazz-Fans

Hier wirbt ein VIP-Escort-Service in einem sponsored content artikel auf suedostschweiz.ch

Wer auf den Link klickt, landet auf der Homepage eines St. Galler VIP-Escort-Service. Bild: Screenshot suedostschweiz.ch

Die Textstelle ist verlinkt auf die Homepage einer VIP-Escort Agentur aus St. Gallen. Dort werden den Kunden Haus- und Hotelbesuche durch «Elite Ladies» im diskreten Rahmen angeboten und «Dates voller prickelnder Momente und lustvollen Höhepunkten» versprochen.

Die Veranstalter des St. Moritzer Jazz-Festivals wussten nichts von der Aktion – und nehmen die Sache mit Humor: «Ich finde es schlicht grossartig, dass wir zu dieser Ehre gekommen sind», sagt der Gründer und künstlerischer Direktor des «Festival da Jazz», Christian Jott Jenny.

«Erfrischende Überraschung»

Als Kulturveranstalter verzweifle man heutzutage manchmal bei der Ausarbeitung immer kreativerer VIP-Packages für die anspruchsvolle Kundschaft: «Auf die Idee, noch eine Escort-Dame zum Paket hinzuzufügen, sind wir bisher allerdings noch nicht gekommen.»  Vor einem Reputationsverlust für sein Festival fürchtet sich Jenny nicht: «Im Gegenteil, dem Jazz haftet ein altmodisches Image an, da kommt ein Escort-VIP-Service als erfrischende Überraschung daher.»

Mit dem Artikel hat das «Festival da Jazz» nichts zu tun. Der entsprechende Artikel sei ‹Sponsored Content› und stamme von einem Werbekunden, erläutert Nadia Kohler, Leiterin Online bei der «Südostschweiz». Wer dieser Werbekunde ist, kann Kohler nicht sagen.

«Jede Geschichte wird kontrolliert»

«Der Verweis ‹Sponsored Content› wird für den Nutzer in der Übersicht klar ausgewiesen», hält Kohler fest. Direkt im Artikel hingegen fehlt der Hinweis derzeit noch. «Ab Mai haben wir die technischen Möglichkeiten, ‹Sponsored Content› noch besser auf der Artikelebene darzustellen», erklärt Kohler. Jede publizierte Geschichte auf suedostschweiz.ch gehe im Sinne einer Qualitätskontrolle über den Tisch der Redaktion – auch «Sponsored Content», sagt Kohler.

«Generell verlangen unsere Richtlinien eine für den Leser klar erkennbare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung», sagt Thomas Meier, Sprecher der Schweizerischen Lauterkeitskommission. Im Namen der Kommunikationsbranche überwacht sie die Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation. Den Artikel bei der «Südostschweiz» kann Meier nicht konkret beurteilen, da die Lauterkeitskommision nur auf Antrag hin beanstandete Einzelfälle behandelt.

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