Schweiz
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Mehr Service Public – das verlangt der Bundesrat von der SRG



Am Mittwoch hat der Bundesrat der SRG eine neue Konzession erteilt. Diese wird am 1. Januar 2019 in Kraft treten und gilt bis zum 31. Dezember 2022. Dazu wird gefordert, dass sich der Service Public den neuen Nutzungsgewohnheiten und technologischen Rahmenbedingungen anpassen muss. Das soll in zwei Phasen vor sich gehen.

ZUR MELDUNG, DASS DIE SCHWEIZERISCHE RADIO- UND FERNSEHGESELLSCHAFT SRG IM GESCHAEFTSJAHR 2015 MIT EINEM VERLUST VON 90 MILLIONEN FRANKEN ABGESCHLOSSEN HAT, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG 7. APRIL 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEUNG. - Montage des neuen Logos SRG SSR beim Schweizer Fernsehen in Zuerich am Mittwoch, 2. Maerz 2011. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Bundesrat hat der SRG eine neue Konzession erteilt. Bild: KEYSTONE

So soll das Leistungsprofil der SRG ab 2019 geschärft und der Begriff «Service Public» soll genauer definiert werden. Mittelfristig will der Bundesrat das heutige Radio- und Fernsehgesetz zu einem Bundesgesetz über elektronische Medien weiterentwickeln und der Digitalisierung im Medienbereich Rechnung tragen. 

Die neuen Anforderungen an die SRG sehen wie folgt aus:

Information und Kultur

Die neue Konzession soll die heutigen Informations- und Kulturleistungen der SRG sichern. Sie verlangt, dass sie mindestens die Hälfte der Gebühreneinnahmen zugunsten der Information verwendet.

Mehr Integration

Junge Menschen sollen besser erreicht werden. Daher wird die SRG verpflichtet, altersgerechte Angebote bereitzustellen und die Beteiligung junger Menschen am politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben zu fördern. 

Nebst den Jungen sollen auch die verschiedenen Sprachregionen besser integriert werden und mehr ins Gewicht fallen.

THEMENBILD ZUR SOMMERSESSION - THEMA STAERKUNG SERVICE PUBLIC SRG -- The recording of a video for the TV program Zambo in a radio studio of the Swiss Radio and Television SRF at the Brunnenhof Street in Zurich, Switzerland, photographed on November 30, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Aufzeichnung eines Videos im Studio von Zambo im Radiostudio vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF an der Brunnenhofstrasse in Zuerich, aufgenommen am 30. November 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Beispiel für die Integration der Jungen im Sendungsangebot ist das SRF-Format «Zambo». Bild: KEYSTONE

Unterscheidbarkeit

Die Anforderungen an die Unterscheidbarkeit der SRG-Programme  gegenüber Programmen kommerzieller Veranstalter sollen erhöht werden. Dies gilt insbesondere bei Unterhaltungsangeboten.

Die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem werden ausserdem erweitert und präzisiert. So muss die SRG für alle redaktionellen Bereiche inhaltliche und formale Qualitätsstandards vorgeben und Prozesse für deren Überprüfung festlegen. Der Erfolg ihrer Angebote soll über deren hohe Qualität sichergestellt werden.

Dialog mit der Öffentlichkeit

Die Rechenschaftspflichten der SRG werden umfassender formuliert. Zudem muss die SRG einen dauerhaften Dialog mit der Öffentlichkeit pflegen und insbesondere regelmässig ihre Angebots- und Unternehmensstrategie zur Diskussion stellen.

Ruedi Matter, Direktor Schweizer Radio und Fernsehen, referiert anlaesslich der Jahrespressekonferenz am Dienstag, 13. Januar 2015, in Zuerich. Matter ist am Mittwochabend, 11. November 2015, in der Sendung

Ruedi Matter, Direktor SRF, steht in der Sendung «Hallo SRF» seinem Publikum Red und Antwort. Bild: KEYSTONE

Kooperationen

Die SRG wird verpflichtet sein, im Bereich der Unterhaltung und des Sports mit schweizerischen Veranstaltern zu kooperieren. Zudem wird die Zusammenarbeit mit privaten schweizerischen Medienunternehmen als rechtliche Verpflichtung in die Konzession aufgenommen: Die SRG soll ihnen Kurzversionen von tagesaktuellen audiovisuellen Inhalten zur Verfügung stellen müssen.

Journalistisches Angebot

Die Konzession soll es der SRG möglich machen, das zweite Fernsehprogramm in der italienischen Schweiz durch ein multimediales Angebot zu ersetzen. Ausserdem wird sie künftig die Möglichkeit haben, bei einem Rückgang der Einnahmen Radioprogramme zusammenzulegen oder auf einzelne Angebote zu verzichten.

Die Einschränkung beim Online-Angebot, das stets einen Sendungsbezug haben muss und keine Werbung beinhalten darf, bleibt weiterhin bestehen.

(doz)

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Video: watson/Deborah Gabuzzini, Emily Engkent

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