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Wasserverbrauch in der Schweiz: Die spannendsten Daten und Grafiken

Ein Segelboot faehrt im Nebel ueber den Bielersee, am Samstag, 1. November 2025, bei Tuescherz am Bielersee. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Zum Glück ist der See noch nicht leer. Ein Segelboot auf dem Bielersee.Bild: KEYSTONE

Jedes Jahr zweimal den Bielersee – so viel Wasser verbraucht die Schweiz

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Ohne Wasser gibt es kein Leben. Es ist eine der wichtigsten Ressourcen für uns Menschen, unsere Umwelt und unseren Planeten, aber die Wasserquellen werden durch den Klimawandel immer knapper – auch in der Schweiz. Wie viel Wasser nutzen wir bereits und haben wir noch Reserven?
25.02.2026, 11:0025.02.2026, 11:00

Zwei Milliarden Kubikmeter Wasser. Etwa diese Menge an Wasser wurde in der Schweiz im Jahr 2023 gemäss dem Schweizer Dachverband für Wasser, Gas und Wärme (SVGW) genutzt. Der Bielersee hat ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Kubikmetern. Somit würde der schweizweite Wasserverbrauch den Bielersee also jährlich fast zweimal leeren. Dabei nicht eingerechnet ist der virtuelle Wasserverbrauch, sprich das Wasser, welches in Produkten wie Autos, Kleidern oder Mobiltelefonen steckt.

Entwicklung des Trinkwasserverbrauchs

Seit 1990 verbraucht die Schweiz weniger Trinkwasser. Die Nutzung ist effizienter geworden. Während 1990 schweizweit rund 1200 Millionen Kubikmeter Trinkwasser genutzt wurden, sank der Verbrauch bis 2023 um 22 Prozent auf noch 925,4 Millionen Kubikmeter ab.

Knapp die Hälfte des Wassers aus der öffentlichen Versorgung wird von Privathaushalten und dem Kleingewerbe genutzt. Die Landwirtschaft und Industrie machen einen verhältnismässig kleinen Teil des Wasserverbrauchs aus den öffentlichen Quellen aus. Nicht zuletzt darum, weil ein grosser Teil des Wassers aus der Eigenförderung stammt, was in den Daten nicht berücksichtigt ist. Spezifisch in der Landwirtschaft wird rund 80 Prozent des Verbrauchs aus eigener Gewinnung gedeckt.

Wenn der tägliche Wasserverbrauch der Schweiz, mit Industrie, Landwirtschaft und öffentlicher Nutzung eingerechnet, auf die Bevölkerung heruntergebrochen wird, sank auch der pro-Kopf-Verbrauch stark. Während 1990 noch rund 472 Liter pro Person genutzt wurden, waren es 2023 gerade noch 283 Liter pro Person.

Diese Zahl ist nicht repräsentativ für den durchschnittlichen Wasserverbrauch einer Privatperson pro Tag, sondern dient rein dazu, das Bevölkerungswachstum in der Rechnung zu berücksichtigen. Darum fällt diese Zahl auch hoch aus.

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Wasserverbrauch pro Person

Tatsächlich liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person in der Schweiz bei rund 142 Litern pro Tag. Dieser Wert ist seit rund 15 Jahren relativ stabil. In diesen Daten ist der Wasserkonsum für Privathaushalte enthalten. Also das Wasser, welches im Badezimmer, zum Kochen oder für die Wäsche direkt genutzt wird.

Knapp die Hälfte des Wasserverbrauchs in einem Haushalt fällt im Badezimmer an: für Toilettenspülung, Baden, Duschen, Waschen und Zähneputzen.

Von den 142 verbrauchten Litern pro Tag und Person entfallen rund 50 Liter auf Warmwasser (ca. 60°C), das einen erheblichen Anteil des täglichen Stromverbrauchs in den Privathaushalten ausmacht. Der grösste Anteil entfällt dabei auf das Baden und Duschen, das Wäschewaschen und die Geschirrspülmaschine.

Wo kommt das Wasser her?

Während die Schweiz den Bielersee jedes Jahr zweimal leeren könnte, stammten im Jahr 2023 gerade mal 196,9 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Schweizer Seen. Das entspricht rund 16 Prozent des Volumens des Bielersees.

Der grosse Teil des öffentlichen Schweizer Trinkwassers stammt aus dem Grund- und Quellwasser, zu fast gleich grossen Anteilen. In der Schweiz werden trotz des hohen Wasserverbrauchs nur 1,5 Prozent der nutzbaren Oberflächen und des Grundwassers genutzt. Es gibt also noch Reserven, doch die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind stark spürbar.

Industrie, Landwirtschaft und Atomkraftwerke

Genaue Verbrauchszahlen in der Landwirtschaft und der Grossindustrie sind schwieriger festzustellen als bei Privathaushalten, da ein beträchtlicher Teil des genutzten Wassers aus eigener Gewinnung stammt. Nach einer einmaligen Hochrechnung des SVGW vom Jahr 2006 stammt über 80 Prozent des Wassers, welches in der Landwirtschaft genutzt wird, aus Eigenversorgung.

Im Jahr 2006 lag der gesamthafte Wasserverbrauch bei 1120 Millionen Kubikmeter. Zwei Drittel davon werden rein für die Kühlung und Klimatisierung genutzt. Nicht in der Rechnung enthalten sind die 1600 Millionen Kubikmeter, die zur Flusswasserkühlung der Kernkraftwerke genutzt werden, was den schweizweiten Wasserverbrauch mehr als verdoppeln würde.

Um die Informationslücke in der landwirtschaftlichen Bewässerung etwas zu schliessen, hat der Bund damit begonnen, parametrische Modelle aufgrund verfügbarer Daten zu Klima, Boden und Landnutzung zu erstellen. Dem Modell zufolge wird von einer landwirtschaftlichen Wassernutzung von rund 9,5 Millionen Kubikmetern im Jahr 2021, von rund 41 Millionen Kubikmetern im Jahr 2022 und von rund 31 Millionen Kubikmetern Wasser ausgegangen. Also drastische Unterschiede innerhalb dieser drei Jahre.

Erklären lässt sich dies durch die Niederschlagswerte dieser Jahre. Während 2021 innerhalb der Norm lag, gehörten 2022 und 2023 zu den niederschlagsärmsten Jahren seit Messbeginn, was sich direkt und sehr drastisch auf die Bewässerung in der Landwirtschaft auswirkte. Das Modell lässt auch in die Zukunft blicken. So dürfte der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft ohne Klimaschutz um etwa 20 Prozent steigen, mit einem moderaten Klimaschutz um rund fünf Prozent.

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