Schweiz
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This undated picture provided by the Police Valais, shows Pigne d'Arolla mountain near Arolla, Switzerland.  Police in southwestern Switzerland said Monday, April 30, 2018 four Alpine climbers have died and another five were in critical condition after becoming trapped overnight by an unexpected storm of snow and high winds. Authorities in the Valais canton deployed seven helicopters as part of efforts early Monday to rescue the 14 hikers from France, Germany and Italy in the Pigne d’Arolla region. (Kantonspolizei Valais//Keystone via AP)

Der Wind wirbelt Schnee über den Pigne d’Arolla. Sieben Skitourenfahrer verloren hier ihr Leben. Bild: AP/Kantonspolizei Valais

Ein Augenzeuge erzählt vom Drama am Pigne d'Arolla

Sieben Tote hat das dramatische Bergunglück im Wallis gefordert. Ein Augenzeuge sagt, wie man die Bergsteiger fand. Wieso es zum Unglück kam, bleibt ein Rätsel.

Pascal Ritter / Schweiz am Wochenende



Das Drama am Pigne d’Arolla schockierte diese Woche die Menschen weit über die Bergsteigerszene hinaus. Am Mittwoch starb eine weitere Skitourengängerin an den Folgen ihrer Unterkühlung. Damit steigt die Zahl der Toten des Walliser Bergunglücks auf sieben. Die Tragödie nahm am Sonntagmorgen ihren Lauf. Zwei Skitourengruppen brachen von einer Berghütte im Val de Dix (2928 m ü. M.) auf. Einerseits vier Franzosen, andererseits eine Zehnergruppe, angeführt vom italienischen Bergführer Mario Catiglioni (†59). Die Franzosen wollten ohne Bergführer zur Cabane des Vignettes (3175 m ü. M.). Catiglioni hatte ein ehrgeizigeres Ziel. Er wollte mit seiner Gruppe bis zum Rifugio Nacamuli. Die Hütte liegt ennet der italienischen Grenze. Beide Gruppen erreichten ihr Ziel nicht.

Wie sich das Drama zutrug, ist Gegenstand heftiger Spekulationen. Klar ist lediglich, dass beide Gruppen sich vereinten und nur wenige hundert Meter vor der Cabane des Vignettes die Nacht verbrachten. Bei Temperaturen zwischen minus fünf bis minus zehn Grad und starkem Wind harrten sie auf offenem Gelände aus. Vier Tourengänger erfroren vor Ort, drei weitere starben später im Spital.

«Ein Aufstieg ist immer sicherer als der Weg von einer Hütte zur nächsten. Im Notfall bricht man ab und fährt ins Tal»

Durch Zufall gefunden

Nun wird bekannt, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Der Skitourengänger Thomas Pflügl ist Landesreferent des österreichischen Alpenvereins und war an jenem Sonntag ebenfalls zur Cabane des Vignettes aufgestiegen, allerdings vom Tal aus. In einer Vierergruppe gelang er von der Ortschaft Arolla zur Hütte. Dass ein Sturm aufzieht, sei offensichtlich gewesen, sagt er. Dessen Stärke habe ihn aber überrascht. Bedenken hatte er keine, doch er sagt: «Ein Aufstieg ist immer sicherer als der Weg von einer Hütte zur nächsten. Im Notfall bricht man ab und fährt ins Tal», sagt Pflügl.

Cabane des Vignettes in den Walliser Alpen: Nur 500 Meter von der Hütte entfernt campierten die Skitourengänger. Bild: wikicommons/jeanlouispitteloud

Die vier Österreicher erreichten die Cabane des Vignettes um 16 Uhr und verbrachten die Nacht dort. Vom Drama, das sich nur 500 Meter entfernt abspielte, bemerkten sie nichts. Am nächsten Morgen gab es um fünf Uhr Zmorgen. Pflügl und seine Begleiter hatten bereits am Vorabend beschlossen, wegen schlechten Wetters auf ihre geplante Tour zum Rifugio Nacamuli nicht anzutreten. Eine andere Gruppe brach aber um 6 Uhr auf. «Aus meiner Sicht war das verrückt, aber zum Glück haben sie es gewagt, sonst hätten wir die Opfer nie gefunden», sagt Pflügl.

32 Tote in einem Winter

Der Bergsport hat diesen Winter einen hohen Blutzoll gekostet. 32 Personen sind laut «Le Nouvelliste» bisher ums Leben gekommen. Im letzten Jahr kamen bei tödlichen Bergunfällen in der ganzen Schweiz 103 Personen ums Leben. Zehn davon fanden ihren Tod auf Skitouren. Gut möglich, dass diese Zahlen im laufenden Jahr überschritten werden. Im Sommer gibt es mehr tödliche Unfälle in den Bergen als im Winter, wie Zahlen des Schweizer Alpen-Clubs SAC zeigen. Grund für die hohe Zahl tödlicher Unfälle diesen Winter sind auch die Schneemengen. Sie lockten viele Wintersportler an und erhöhten die Lawinengefahr.

Der Bergsport hat diesen Winter einen hohen Blutzoll gekostet. 32 Personen sind laut «Le Nouvelliste» bisher ums Leben gekommen. Im letzten Jahr kamen bei tödlichen Bergunfällen in der ganzen Schweiz 103 Personen ums Leben. Zehn davon fanden ihren Tod auf Skitouren. Gut möglich, dass diese Zahlen im laufenden Jahr überschritten werden. Im Sommer gibt es mehr tödliche Unfälle in den Bergen als im Winter, wie Zahlen des Schweizer Alpen-Clubs SAC zeigen. Grund für die hohe Zahl tödlicher Unfälle diesen Winter sind auch die Schneemengen. Sie lockten viele Wintersportler an und erhöhten die Lawinengefahr.

Wenige Minuten nach ihrem Aufbruch stiess die Gruppe auf die ersten unglücklichen Bergsteiger und alarmierte die Bergrettung. Ein Helikopter brachte die vierzehn Alpinisten schliesslich zur Cabane des Vignettes, wo Pflügl half, die Überlebenden aufzupäppeln. Den Österreichern bot sich ein bizarres Bild. Während einige kaum ansprechbar waren, machten andere einen unversehrten Eindruck. Und dann lagen da auch noch die Toten.

Das Unglück vor der Berghütte treibt seither die Bergsteiger um. In Foren und Zeitungsartikeln diskutieren sie, was schiefgegangen sein könnte. Drei Faktoren spielen dabei eine Hauptrolle.

Anfangs ging man davon aus, dass Bergführer Catiglioni beim Versuch, Hilfe zu holen, verunglückte und darum die Gruppe nicht mehr entsprechend instruieren konnte. Das dementierten die Walliser Behörden am Donnerstag.

Fatalismus am Berg

Die Staatsanwaltschaft dürfte sich nun mit diesen Fragen befassen. Wahrscheinlich ist, dass eine Verkettung verschiedener Fehler und Umstände zum Drama führte. Trotz der bisher fatalen Saisonbilanz (32 Tote) sieht der Schweizer Alpen-Club gemäss Mosimann keinen Handlungsbedarf. Der Tod wird in der Bergsteigerszene offenbar in Kauf genommen. «Solange Menschen auf die Berge steigen, wird es solche Unglücke geben», kommentierte Bergsteigerlegende Reinhold Messner das Unglück.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luzi Fair 05.05.2018 15:27
    Highlight Highlight "Der Tod wird in der Bergsteigerszene offenbar in Kauf genommen."
    Was soll dieser polemische Satz?
    Am Berg ist es wie überall sonst im Leben, wo Menschen leben, sterben auch Menschen. Wer den Tod nicht in Kauf nimmt, hat etwas falsch verstanden.
    Es ist jedem selbst überlassen, wird sehr er sein Leben gefährden will, so lange er dabei nicht andere in Gefahr bringt.
    Fehler passieren. Überall. Hier mit dramatischem Ausgang.
  • liftwing 05.05.2018 10:29
    Highlight Highlight wellig ist kein bergführer, er ist alpinist.

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Im Kanton Wallis hat sich die Zahl der identifizierten Wölfe innert Jahresfrist von neun auf 18 verdoppelt. Trotzdem wurden weniger Nutztiere gerissen. Der Grund könnte ein verbesserter Herdenschutz sein.

Die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2019 eine Bilanz der Auswirkungen der Wolfpräsenz im Wallis erstellt. Demnach wurden in diesem Zeitraum 18 verschiedene Wölfe identifiziert, darunter zehn neue Individuen.

Im Chablais wurde, wie bereits bekannt, die Geburt von sieben Wolfswelpen nachgewiesen. Hinzu kommen zwei bis drei Jungwölfe im Vallon de Rechy und im Val d'Anniviers.

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