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Un ouvrier de Bombardier marche a cote du nouveau train lors de la premiere presentation du nouveau train a deux etages de Bombardier pour les CFF ce lundi 8 juin 2015 a Villeneuve. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bild: KEYSTONE

Der neue Bombardier-Zug: Warum auch die SBB für die Verspätung verantwortlich sind



Der Streit zwischen Bombardier und seiner Grosskundin SBB scheint kein Ende zu nehmen. Neben der bemängelten Zuverlässigkeit des neuen Fernverkehr-Doppelstöckers schiebt die Schweizer Eisenbahngesellschaft auch die Schuld an der Lieferverspätung dem Hersteller in die Schuhe.

Doch Bahnexperten sehen das anders. Die SBB hätten bei der Bestellung des Zuges das «Fuder überladen», sagt ein Kenner des Geschäfts in der NZZ am Sonntag. Nachträgliche Konzeptänderungen hätten den Prozess verlangsamt und die Ingenieure dadurch verärgert.

400 Meter lang, 1300 Passagiere, 4 Jahre Verspätung: Der neue Intercity der SBB ist da:

«Hunderte von Änderungen»

Bombardier hat sich bislang nicht zum Streit geäussert. Branchenkenner sind sich aber einig, dass die Schuld nicht alleine beim Hersteller liegt. «Hunderte von Änderungen» tragen massgeblich zur Verzögerung bei.

Unter anderem kritisieren Experten, dass der Zug auch in Deutschland und Österreich zugelassen wird. Weil Perrons in Deutschland höher sind als in der Schweiz, müssen die Züge mit einer steilen Einstiegsrampe ausgestattet werden. Dabei sei unklar, ob die neuen Doppelstöcker diese Strecken jemals befahren werden.

SBB legitimieren

Die SBB widersprechen der Kritik an der internationalen Zulassung. Diese sei nötig, weil der Zug dereinst nach München verkehren soll. Zeitpunkt: «Ab 2030», so Sprecher Raffael Hirt. Die Wagen sollen rund 40 Jahre genutzt werden.

Zudem müsse der Doppelstöcker verschiedenen Anspruchsgruppen genügen. Ebenso seien die Anforderungen seit der Ausschreibung strenger geworden, legitimiert das Unternehmen die nachträglich aufgegebenen Modifikationen.

Der Vertrag mit Bombardier enthält neben den 62 bestellten auch eine Option für die Lieferung von bis zu 112 weiteren Zügen. Ob die SBB davon Gebrauch machen, ist allerdings unklar. Bis in die späten 2020er Jahre sei der Bedarf gedeckt, wie NZZ am Sonntag berichtet. (vom)

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Video: srf/SDA SRF

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
amazonas queen
03.02.2019 11:30registriert September 2014
Die Cargo ist bis heute die einzige Division, die es geschafft hat, etwas "von der Stange" zu kaufen. Erstaunlicherweise hat es dort auch noch nie ein solches Debakel gegeben. Das "Schlimmste" war da noch, dass die Stadler Hybrid Rangierlok am Anfang einen Bremswagen benötigt hat, da die eigene Bremse nicht tat. Aber deswegen ist keine Fracht liegen geblieben.
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