Schweiz
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Fahrrad von vermisstem Paul gefunden – er zählte die Tage bis zu seinem Verschwinden  

Der 12-jährige Paul Schickling aus Gunzgen (SO) hatte die Absicht, sein Zuhause zu verlassen. In Gunzgen geht derweil die Angst vor Kindsentführungen um.



Im Zuge ihrer Ermittlungen hat die Kantonspolizei Solothurn, aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung, am Dienstag das Fahrrad von Paul Schickling in Härkingen in der Nähe der Kirche auffinden können. Die Kantonspolizei Solothurn erhofft sich nun aufgrund des Fahrradfundes weitere Erkenntnisse zu gewinnen.   

In Gunzgen ist der Knabe losgefahren, in Härkingen wurde sein Velo entdeckt.

Ausgerissen, verschleppt oder verunfallt – noch immer ist unklar, was mit dem am Samstag verschwundenen Paul Schickling aus Gunzgen passiert ist. Fest steht nun aber, «dass Paul Schickling am Samstagmittag sein Elternhaus in der Absicht verlassen hat, nicht mehr zurückzukehren», wie Thomas Kummer, Sprecher der Kantonspolizei Solothurn, gegenüber «Tele M1» sagt.

Er habe gegenüber seinen Mitschülern gesagt, dass er nach einer gewissen Anzahl Tage nicht mehr da sein werde. Ein Klassenkamerad sagt denn auch in die Kamera, dass der 12-jährige Paul Kleberli auf sein Pult geklebt habe, auf denen er die Zahlen 1 bis 18 notiert habe. Diese habe er Tag für Tag abgestrichen – bis eben zu seinem Verschwinden am 18. Juni.

«Dass er einfach verschwindet, ohne etwas zu sagen, passt nicht zu Paul»

Pauls Mutter Monika Schickling

In Gunzgen geht die Angst um

Seither sucht das Dorf nach dem Bub. Die Angst geht um. Auffällig viele Eltern bringen ihre Kinder nun persönlich zum Unterricht, wie verschiedene Dorfbewohner bestätigen. Besonders verzweifelt ist Mutter Monika Schickling. Sie macht sich Sorgen, dass ihr Sohn irgendwo verletzt im Wald liegt, oder einem Unbekannten ins Auto gestiegen ist. Dass er einfach so verschwinde, ohne etwas zu sagen, passe überhaupt nicht zu Paul. Über Facebook versucht sie ihren Sohn zu finden.

Aufgrund der Öffentlichkeitsfahndung, die die Polizei am Sonntagmorgen startete, sind diverse Hinweise bei der Polizei eingegangen, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt. Die Suche und Abklärungen der Polizei blieben erfolglos.  Die Polizei ist daher um weitere Hinweise dankbar: Der 12-jährige ist ungefähr 1.55 Meter gross, schlank und hat kurze blonde, gelockte Haare. Er spricht mehrheitlich hochdeutsch, trägt eine rote Windjacke mit Kapuze und hellblaue Jeans. Möglicherweise hat er einen roten Rucksack mit schwarzen Riemen und Rückenteil sowie einen blau/lila Velohelm dabei. Paul Schickling ist mit einem blauen Fahrrad mit auffälligen schmalen Rennradreifen unterwegs.

Keine Hinweise auf Entführung

Seit sechs Jahren existiert in der Schweiz ein umfassendes Schnell-Alarmsystem für vermisste Kinder. Dieses wurde hier nicht ausgelöst. Laut Kummer von der Kapo Solothurn müssen begründete Hinweise darauf vorliegen, dass eine Entführung stattgefunden hat. «Ist hier nicht der Fall.»

Paul Schickling, Gunzgen, roter Rucksack

Paul hatte bei seinem Verschwinden wohl einen solchen roten Rucksack bei sich.
kapo solothurn

Das Alarmsystem steht wegen seiner strengen Kriterien seit längerem in der Kritik. Damit der Alarm ausgelöst wird, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss konkret festgestellt werden oder ein begründeter Verdacht bestehen, dass eine minderjährige Person entführt wurde. Zweitens muss angenommen werden, dass die entführte Person ernsthaft in ihrer physischen, sexuellen oder psychischen Integrität gefährdet ist. Drittens müssen genügend gesicherte Informationen vorliegen, damit der Alarm mit Aussicht auf eine erfolgreiche Lokalisierung von Täterschaft und/oder Opfer ausgelöst werden kann. Verschiedene Vorstösse, die Kriterien zu lockern, liefen bislang ins Leere. (rwy)

Personen, die sachdienliche Angaben über den Verbleib des Jungen machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn in Verbindung zu setzen, Telefon 032 627 71 11.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chihirovocale 22.06.2016 03:10
    Highlight Highlight Ziemlich überheblich wie hier beschuldigt und vorgeworfen wird. Ich bin der Meinung, dass die Comunity kein Recht hat weder der Mutter noch sonst wem Vorhaltungen zu machen. Die Hauptsache ist, der junge Mann taucht sehr bald und wohlbehalten wieder auf.
    Alles Folgende wird hoffentlich mit ihm und in seinem Interesse wieder eingerenkt.
  • Waschgiri 21.06.2016 22:34
    Highlight Highlight Hab zunehmend Mühe mit solchen Berichten. Wieso sollte ein Unbeteiligter sagen, wo Paul ist, wenn man nicht die ganze Wahrheit weiss? Er wird schon Gründe haben, wenn er geht. Auch der Wille eines Zwölfjährigen ist ernst zu nehmen, Kinder sind nicht der Besitz ihrer Eltern.
  • Toerpe Zwerg 21.06.2016 17:40
    Highlight Highlight Die Aussagen der Mutter bestätigen die mutmassliche Handlung des Kindes.
  • Padi Engel #Kanngarnix 21.06.2016 16:21
    Highlight Highlight Ist es falsch zu hoffen, dass zwei zürcher studis dahinter stecken? 🤔
  • Roman Don Hulliger 21.06.2016 15:40
    Highlight Highlight Vielleicht fährt er zu diesem Zeitpunkt in Hogwarts ein ;)
  • ChrisThePilot 21.06.2016 13:17
    Highlight Highlight Zuerst sah es danach aus, dass er nach DE zu seinen Verwandten gegangen ist. Ich hoffe sie haben das Velo am Bahnhof gefunden und nicht irgendwo am Strassenrand. Somit könnte er mit dem Zug verreist sein. Wäre erleichternd.
  • dommen 21.06.2016 11:48
    Highlight Highlight Hoffe nur der hat nicht im Internet irgend einen Unbekannten kennen gelernt, der ihm das Blaue vom Himmel versprochen hat...
    • Littlepage 21.06.2016 18:27
      Highlight Highlight Das wäre grauenhaft. Ich hasse das Schlechte im Mensch.
    • MasterPain 21.06.2016 23:11
      Highlight Highlight Auf diesen Gesanken wäre ich nie um Leben gekommen... bin wohl wirklich naiv.
  • WalterWhiteDies 21.06.2016 09:59
    Highlight Highlight Hoffe für die Familie das Paul bald wieder gesund auftaucht..
  • stiberium 21.06.2016 09:48
    Highlight Highlight Vater?
    • goschi 21.06.2016 11:51
      Highlight Highlight was ist damit?
    • stiberium 21.06.2016 15:46
      Highlight Highlight Im Blick schreiben sie dass er auch hofft, dass nichts passiert ist. :)
  • jellyshoot 21.06.2016 07:26
    Highlight Highlight der kleine spricht mehrheitlich hochdeutsch? ist die Familie zugewandert? - dann vielleicht mal am alten wohnort suchen.

    ich wünsche der familie, dass paul bald wieder auftaucht!
  • CindyA 21.06.2016 07:06
    Highlight Highlight Warum haben ihn die Mitschüler nicht gefragt, wohin er denn am 18.6. gehen möchte? Und noch wichtiger: Wussten die Eltern nichts von diesem Vorhaben?
    • Legendary Dave 21.06.2016 07:54
      Highlight Highlight Nein, ich glaube nicht, dass die mitschüler dies gefragt wurden. Das wäre ja nicht naheliegend oder so... (protipp: ein news-artikel beinhaltet nicht immer ALLES was getan wurde)
    • CindyA 21.06.2016 09:08
      Highlight Highlight Meine Frage war nicht, ob die Polizei die Schüler gefragt hat (das haben sie sicher!) sondern ob die Mitschüler Paul nicht gefragt haben wo er am 18.6. hin möchte. Bitte genauer lesen.
      Wenn meine Mitschülerin von sowas gesprochen hätte, hätte mich das interessiert. Ich denke, da wird wiedermal nicht alles an Informationen weitergegeben.
      Kann ja nicht sein, dass er es überall in der Schule erzählt und die Eltern davon nichts erfahren. Zumindest die Lehrer hätten reagieren müssen. Meiner Meinung nach war dieses Verhalten ein Hilferuf des Jungen.
    • Fumo 21.06.2016 09:40
      Highlight Highlight Ja Zettelchen auf den Pult sollten der Lehrkraft schon aufgefallen sein. Ich denke hier wird einiges verschwiegen was den Zustände innerhalb der Familie anbelangt. Die Mutter sollte sich Gedanken machen.
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