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Nationalrat Regula Rytz, GP-BE, demonstriert waehrend eines Klima-Marsches, am Samstag, 8. Dezember 2018  in Bern. Die Demonstranten rufen die Schweizer Politik zu mehr Engagement im Kampf gegen den Klima-Wandel auf (KEYSTONE/Anthony Anex)

Ihre Partei surft gemäss SRG-Wahlumfrage auf einer «grünen Welle»: Regula Rytz (Dezember 2018). Bild: KEYSTONE

Grüne im Höhenflug auf über 10 Prozent, SVP verliert – das SRG-Wahlbarometer in 4 Grafiken

Gemäss der neusten Wahlumfrage können die Grünen von der Klimadebatte profitieren. Würden heute die eidgenössischen Wahlen stattfinden, könnten sie um drei Prozent zulegen und wären erstmals zweistellig. Auch die Grünliberalen und die SP gewinnen hinzu. Deutlich Federn lassen müsste hingegen die SVP. Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.



Wer gewinnt dazu?

Den grössten Sprung nach vorne machen fünf Monate vor den nationalen Wahlen 2019 gemäss dem SRG-Wahlbarometer die Grünen mit einem Wähleranteil von 10,1 Prozent. Gemäss aktueller Wahlabsicht könnten die Grünen das erste Mal in ihrer Geschichte ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Die Grünen haben ihr Ergebnis im Vergleich zum letzten Wahlbarometer vom Februar 2019 nochmals verbessert und stehen jetzt bei einem Plus von 3,0 Prozentpunkten im Vergleich zu den Wahlen 2015.

Auch die Grünliberalen befinden sich weiterhin im Hoch. 6,4 Prozent der aktiven Stimmberechtigten wollen derzeit die GLP wählen. Dies entspricht dem Wert des letzten Wahlbarometers. Gegenüber den Wahlen 2015 wäre das ein Zuwachs von 1,6 Prozentpunkten.

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Wenn in der Schweiz die Grünen gewinnen, dann verliert normalerweise die SP – und umgekehrt. Doch diese Faustregel trifft nicht bei jeder Wahl zu – letztmals 2003 konnten sowohl Grüne als auch Sozialdemokraten gleichzeitig Wähler hinzugewinnen.

Sollten die aktuellen Wahlabsichten gemäss SRG-Wahlbarometer bis zum Wahltag am 20. Oktober anhalten, könnte sich dieses Muster wiederholen. Denn trotz starkem Zuwachs bei den Grünen liegt aktuell auch die SP mit +0,3 Prozentpunkten wieder ganz leicht im Plus. Sie käme auf 19,1 Prozent Wähleranteil.

Die Veränderungen gegenüber dem Wahlergebnis 2015

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Und wer verliert?

Als 2003 sowohl die SP als auch die Grünen zulegen konnten, fand auf der anderen Seite des politischen Spektrums eine Stärkung der SVP statt. Polarisierung war der Begriff der Stunde und Christoph Blocher schaffte zwei Monate nach den Wahlen den Sprung in den Bundesrat.

Dieses Mal scheint nur einer der politischen Pole zulegen zu können. Denn im Gegensatz zum linken Lager verliert die SVP gemäss SRG-Wahlbarometer 2,9 Prozentpunkte im Vergleich zu den letzten Wahlen. Sie käme auf einen Wähleranteil von 26,5 Prozent, womit sie weiterhin klar stärkste Kraft wäre.

Ebenfalls zu den Verlierern gehören gemäss dem jüngsten Wahlbarometer die beiden Mitteparteien CVP und BDP. Die CVP verliert aktuell einen Prozentpunkt und kommt auf 10,6 Prozent Wähleranteil. Damit liegt sie nur noch einen halben Punkt vor den Grünen.

Wie bei der SVP hat sich auch bei der BDP der negative Trend nochmals leicht verstärkt. Mit einem Minus von 1,2 Prozentpunkten liegt sie aktuell bei einem Wähleranteil von 2,9 Prozent.

Im Vergleich zu den früheren Wellen des SRG-Wahlbarometers hat insbesondere die FDP an Schwung eingebüsst. Sie kommt noch auf einen Wähleranteil von 16,2 Prozent, womit sie 0,2 Prozentpunkte hinter ihrem Wahlergebnis im Jahr 2015 liegt. Beim SRG-Wahlbarometer im Februar 2019 gaben noch 17,4 Prozent der Stimmberechtigten an, die FDP wählen zu wollen.

Petra Goessi, Nationalraetin und Parteipraesidentin von der FDP die Liberalen, anlaesslich einer Medienkonferenz  zur Position zur Umwelt-und Klimapolitik, am Freitag, 24. Mai 2019, in Langenthal. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Schwieriges Terrain: FDP-Präsidentin Petra Gössi. Bild: KEYSTONE

Die Debatten zur Positionierung der Partei in der Klimafrage haben sich negativ auf ihren Formstand ausgewirkt. Weil sich die Sozialdemokraten gleichzeitig gefangen haben, liegt das erklärte Wahlziel der FDP, die SP zu überholen, fast drei Prozentpunkte weg.

Während die Trendentwicklung der SVP und der BDP (negativ) sowie der Grünen und der Grünliberalen (positiv) sich im Verlauf der Legislatur stetig verstärkt haben, zeigten SP, FDP und CVP eine weit volatilere Entwicklung.

Wie verändert sich die Stärke der politischen Lager?

Die Ergebnisse des SRG-Wahlbarometers bringen insgesamt eine Verlagerung der Kräfteverhältnisse nach links zum Ausdruck. Grüne und SP gewinnen aktuell 3,3 Prozentpunkte hinzu. Einen so starken Zuwachs bei Rotgrün gab es bei den nationalen Wahlen der letzten 30 Jahre nur einmal, nämlich 2003.

Die Parteipraesidenten Albert Roesti, SVP, links, und Petra Goessi, FDP, aeussern sich bei der Elefantenrunde zu den Abstimmungsergebnissen, am Sonntag, 10. Juni 2018, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Gemeinsam verlieren Röstis SVP und Gössis FDP gemäss Wahlbarometer 3,3 Prozentpunkte. Bild: KEYSTONE

Gleichzeitig verlieren die beiden grossen Parteien rechts der Mitte, SVP und FDP, zusammen 3,1 Punkte. Bleibt es bis im Herbst bei dieser Konstellation, kommt es nicht nur zu einer grünen Welle, sondern zu einem deutlichen Linksrutsch, der sich auf die Mehrheitsverhältnisse in der grossen Kammer auswirken würde. Insbesondere ist die knappe Mehrheit von 101 Sitzen, welche die SVP und die FDP gemeinsam halten, akut in Gefahr.

In der Mitte kann gegenwärtig die GLP die Verluste von CVP und BDP nur teilweise kompensieren. Insgesamt verlieren die Mitteparteien 0,5 Prozentpunkte. Da sowohl die Wählerbasis als auch die Parlamentsfraktion der Grünliberalen – nicht nur in ökologischen Fragen – etwas links der CVP und der BDP positioniert ist, führen die Veränderungen innerhalb der politischen Mitte ebenfalls zu einer leichten Verlagerung nach links.

wähleranteile von 1991-2015

Welche Themen beeinflussen den Wahlentscheid?

SRG-Wahlbarometer Juni 2019

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SRG-Wahlbarometer Juni 2019
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Die Stimmberechtigten wurden gefragt, welche Themen für sie nicht nur wichtig, sondern für ihren Entscheid zugunsten einer Partei auch ausschlaggebend sind. Dabei zeigt sich, dass das Klimathema erstmals der am häufigsten genannte Wahlgrund ist. Beim SRG-Wahlbarometer vom Februar 2019 hatte bei dieser Frage noch das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU an der Spitze gelegen.

Wie wurde die Umfrage durchgeführt?

Erstellt hat es die Forschungsstelle Sotomo in Zürich im Auftrag der SRG. Die online durchgeführte Befragung fand zwischen dem 17. und dem 27. Mai über das Portal der SRG und das Online-Panel von Sotomo statt. Gewichtet und ausgewertet wurden die Antworten von 10'388 Stimmberechtigten, die sich selbst rekrutiert hatten. Der Stichprobenfehler liegt bei plus/minus 1,5 Prozent. (cbe/fox/sda)

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quelle: keystone / lukas lehmann
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