Schweiz
Sport

Historische Daten – so oft kämpft Adelboden mit Schneemangel

Die Rennpiste kommt unter dem Nebel zum Vorschein, am Donnerstag, 5. Januar 2023, in Adelboden. Am kommenden Wochenende finden am Chuenisbaergli die 67. Internationalen Ski Weltcuprennen statt. (KEYST ...
Ein Blick auf das Adelbodner Chuenisbärgli am gestrigen Donnerstag.Bild: keystone

Grün statt weiss – so oft hatte Adelboden schon mit Schneemangel zu kämpfen

Ein weisser Kanal in grün-brauner Landschaft: Trotz akutem Schneemangel sollen die Weltcuprennen von Adelboden am Wochenende stattfinden. Nicht zum ersten Mal bereitet Frau Holle den Organisatoren grosse Kopfschmerzen.
06.01.2023, 15:2406.01.2023, 16:52

Der Schneemangel und die warmen Temperaturen machen den Verantwortlichen der beiden Skirennen in Adelboden am Wochenende zu schaffen. Zwar lauft die Präparation der Weltcuppiste am Chuenisbärgli auf Hochtouren, ob der Riesenslalom vom Samstag und der Slalom vom Sonntag stattfinden können, wird aber erst am Samstagmorgen entschieden. «Es gibt einen Jury-Entscheid des internationalen Skiverbands FIS. Relevant ist dabei die Frage, ob die Sicherheit der Athleten gewährleistet ist», erklärt Co-Rennleiter Reto Däpp.

Genügend Schnee ist dank der tiefen Temperaturen vor Weihnachten vorhanden, dieser wurde in den letzten Tagen auf die Weltcuppiste geschoben. «Die nötige Schneedecke ist da», bestätigt Däpp. Dank zwei kälteren Nächten auf Freitag und Samstag besteht wieder Hoffnung, dass zwar keine perfekte, aber doch eine fahrbare Piste zur Verfügung stehen wird.

Falls der extrem steile Zielhang nicht bereit sein sollte, liegt auch ein Plan B vor, wie FIS-Rennleiter Markus Waldner schon am letzten Wochenende erklärte: «Fahren bis zur letzten Zwischenzeit und locker ‹abiwedeln› bis zum Publikum.» Absagen könne man die Rennen nicht, «da steht zu viel auf dem Spiel. Solange es nicht gefährlich ist, wird gefahren».

Adelboden und das Chuenisbärgli:

Bild

Ein Bilderbuchrennen wird es aber definitiv nicht geben. Selbst auf 2000 Meter über Meer liegt derzeit kaum Schnee – der Riesenslalom-Start in Adelboden liegt auf 1730 Meter über Meer.

Es ist nicht das erste Mal, dass der traditionelle Weltcuport mit akutem Schneemangel zu kämpfen hat. Gemäss Daten, die MeteoSchweiz watson zur Verfügung gestellt hat, lag in Adelboden am Weltcup-Samstag in den letzten elf Jahren nur einmal mehr als 16 Zentimeter Schnee. Aper war es im Dorf auch 2020, zwischen 2014 und 2016 war nicht mehr als ein Flaum auszumachen.

Nicht durchgeführte Rennen:

  • 1988: Wegen Schneemangels abgesagt
  • 1990: Wegen Schneemangels abgesagt
  • 1993: Wegen Schneemangels abgesagt
  • 1994: Wegen Schneemangels abgesagt
  • 2000: Abbruch wegen anhaltenden Schneefalls
  • 2010: Abbruch wegen dichten Nebels
  • 2016: Wegen schlechten Wetters abgesagt

Abgesagt werden musste der Riesenslalom in den 2000er-Jahren aber lediglich dreimal: 2016 hatte es kaum Schnee, am Ende waren es aber der Regen und die hohen Temperaturen, die den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung machten. 2010 wurde der Riesenslalom wegen Nebels abgebrochen, 2000 war der Schneefall zu intensiv.

General view at the finish area during the first run of the men's giant slalom FIS World Cup race in Adelboden, Switzerland, Saturday, January 10, 2015. (KEYSTONE/Peter Schneider)
2015: kaum Schnee in Adelboden.Bild: KEYSTONE

Mehr Probleme bereitete Adelboden der Schneemangel gegen Ende der 1980er- und zu Beginn der 1990er-Jahre: Gleich viermal in sieben Jahren konnte der Riesenslalom damals nicht stattfinden – auch weil die künstliche Beschneiung noch in den Kinderschuhen steckte und selbst im Weltcup noch mehrheitlich auf Naturschnee gefahren wurde. Erst 1999 wurde in Adelboden schliesslich eine fixe Beschneiungsanlage gebaut, die es bei tiefen Temperaturen erlaubt, frühzeitig Schneedepots einzurichten und die Piste von oben bis unten zu beschneien.

Auffällig bleibt: Ab 1987 werden die schneereichen Weltcuptage in Adelboden rarer, nur noch zweimal lag seither ein halber Meter oder mehr Schnee im Dorf. Zuvor war das noch deutlich regelmässiger der Fall. Eine Ausnahme bildet dabei das Jahr 1983, als der Weltcuport gemäss MeteoSchweiz am Renntag erstmals überhaupt komplett schneefrei blieb.

Gefahren werden konnte dank genügend Schnee am Berg aber trotzdem – zum Glück für die Ski-Schweiz. Mit seinem ersten von drei Adelboden-Triumphen ging damals der Stern von Pirmin Zurbriggen so richtig auf. Dank Max Julen und Jacques Lüthi feierten die Eidgenossen damals sogar einen Dreifacherfolg.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Schweizer Ski-Cracks mit 10 und mehr Weltcupsiegen
1 / 20
Schweizer Ski-Cracks mit 10 und mehr Weltcupsiegen
Der alpine Skisport gilt als Schweizer Nationalheiligtum. Das waren die erfolgreichsten Fahrerinnen und Fahrer der Geschichte.
quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Auge um Auge, Zahn um Zahn ... Nico muss zum Skispringen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Basel und der Meister vor kniffligen Aufgaben: Die Stolperfallen für die Super-Ligisten
Noch sind alle elf Super-League-Teams im Cup vertreten. In der zweiten Runde warten erneut unterklassige Gegner – doch nicht alle Aufgaben sind einfach. Ein Überblick über das Stolperpotenzial.
Eigentlich könnte Stade Nyonnais, das Schlusslicht der Challenge League, der ideale Aufbaugegner sein. Doch der FC Basel präsentiert sich derzeit desolat. Unter dem neuen Trainer Slavisa Jokanovic setzte es zunächst eine 3:7-Pleite im Testspiel gegen Winterthur und zuletzt eine bittere 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger Vaduz ab. Selbst in der Double-Saison 2024/25 hatten die Basler gegen Stade Nyonnais Mühe und erreichten die nächste Cuprunde nur dank eines Penalty-Treffers in der 123. Minute.
Zur Story