Schweiz
Sport

Dein Golfball in meinem Gesicht – nun ein Fall fürs Zürcher Obergericht

Dein Golfball in meinem Gesicht – nun ein Fall fürs Zürcher Obergericht

14.07.2016, 13:2111.11.2020, 12:49

Wie vorsichtig muss ein Golfer beim Abschlag sein? Mit dieser Frage setzt sich am Donnerstagnachmittag das Zürcher Obergericht auseinander. Ein Mann, dem auf dem Golfplatz Kyburg ein Ball mitten ins Gesicht flog, klagt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Zwei damals 61-Jährige spielten im Juli 2010 unabhängig voneinander eine Runde Golf. Der eine schlug gerade bei Loch 9 ab. Doch er traf den Ball offenbar nicht ideal.

Denn der Golfball flog nicht wie erhofft nahe ans Loch 9. Er sauste vielmehr dem anderen Spieler mitten ins Gesicht, der sich 60 Meter entfernt an Loch 7 auf seinen Abschlag vorbereitete. Dieser zog sich eine Rissquetschwunde an der Unterlippe, eine Zahnschmelzabsprengung an zwei Zähnen sowie eine Zahnfraktur zu.

Der Spieler an Loch 9 habe damit rechnen müssen, dass er bei einem Abschlagfehler eine andere Person treffen könnte, befand die Staatsanwaltschaft. Anfänglich hatte sie zwar Zweifel und wollte gar kein Verfahren einleiten. Doch das Bundesgericht ordnete auf eine Beschwerde des verletzten Golfers ein solches an.

Darauf klagte die Staatsanwaltschaft nicht nur gegen den Golfspieler wegen fahrlässiger Körperverletzung, sondern auch gegen den Betreiber und den Erbauer des Platzes. Diese hätten zwischen den Bahnen 7 und 9 für ein Netz sorgen müssen.

Justiz

In erster Instanz erfolgten vor dem Pfäffiker Bezirksgericht drei Freisprüche. Auf einem Golfplatz würden Golfbälle herumfliegen, meinte der Einzelrichter im Oktober 2014. Das sei ein gewisses erlaubtes Risiko, es liege kein strafbares Verhalten vor. Der getroffene Golfer legte gegen dieses Urteil Berufung ein.

Golfer spielen trotz Riesen-Alligator weiter

1 / 5
Golfer spielen trotz Riesen-Alligator weiter
Abschlag? Jetzt besser nicht: In Englewood in Florida ...
quelle: x80001 / handout
Auf Facebook teilenAuf X teilen

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
stiberium
14.07.2016 13:37registriert September 2014
Neue Vorschrift für Golfplätze!!
Dein Golfball in meinem Gesicht – nun ein Fall fürs Zürcher Obergericht 
Neue Vorschrift für Golfplätze!!
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
sidi77
14.07.2016 14:05registriert Februar 2016
Der Kläger sollte Einsicht haben und auf Minigolf umsteigen. Dort fliegen die Bälle üblicherweise weniger weit und richten deshalb weniger potenziellen Schaden an.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
gudis
14.07.2016 14:07registriert Mai 2016
Das ist doch einfach das Risiko bei diesem Sport.
Ich klage doch auch niemanden an, der mich in einem Amateurfussballspiel heruntergrätscht.
00
Melden
Zum Kommentar
11
So funktioniert die neue Zoll-App für Schweizer Einkaufstouristen
Der deutsche Zoll testet derzeit die neue App dAKZ für die digitale Mehrwertsteuer-Rückerstattung. Sie soll Einkaufstouristen das Leben zukünftig erleichtern. Wie sie funktioniert und worauf du achten solltest.
Wer kennt es nicht? Schnell zum Einkaufen über die Grenze nach Deutschland und dabei Geld sparen. Nur eines ist dabei lästig: das Anstehen am Zoll und das Abstempeln der Ausfuhrscheine. Dabei lässt sich die deutsche Mehrwertsteuer ab einem Einkaufswert von 50 Euro zurückfordern. Je nach Produkt können so bis zu 19 Prozent des Kaufpreises gespart werden. Laut einer Umfrage von SRF unter Einkaufstouristen in Konstanz (DE) stehen Konsumentinnen und Konsumenten aber bislang ca. 35 bis 40 Minuten beim Schalter an.
Zur Story