Schweiz
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Dein Golfball in meinem Gesicht – nun ein Fall fürs Zürcher Obergericht 



Wie vorsichtig muss ein Golfer beim Abschlag sein? Mit dieser Frage setzt sich am Donnerstagnachmittag das Zürcher Obergericht auseinander. Ein Mann, dem auf dem Golfplatz Kyburg ein Ball mitten ins Gesicht flog, klagt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Zwei damals 61-Jährige spielten im Juli 2010 unabhängig voneinander eine Runde Golf. Der eine schlug gerade bei Loch 9 ab. Doch er traf den Ball offenbar nicht ideal.

Denn der Golfball flog nicht wie erhofft nahe ans Loch 9. Er sauste vielmehr dem anderen Spieler mitten ins Gesicht, der sich 60 Meter entfernt an Loch 7 auf seinen Abschlag vorbereitete. Dieser zog sich eine Rissquetschwunde an der Unterlippe, eine Zahnschmelzabsprengung an zwei Zähnen sowie eine Zahnfraktur zu.

Der Spieler an Loch 9 habe damit rechnen müssen, dass er bei einem Abschlagfehler eine andere Person treffen könnte, befand die Staatsanwaltschaft. Anfänglich hatte sie zwar Zweifel und wollte gar kein Verfahren einleiten. Doch das Bundesgericht ordnete auf eine Beschwerde des verletzten Golfers ein solches an.

Darauf klagte die Staatsanwaltschaft nicht nur gegen den Golfspieler wegen fahrlässiger Körperverletzung, sondern auch gegen den Betreiber und den Erbauer des Platzes. Diese hätten zwischen den Bahnen 7 und 9 für ein Netz sorgen müssen.

In erster Instanz erfolgten vor dem Pfäffiker Bezirksgericht drei Freisprüche. Auf einem Golfplatz würden Golfbälle herumfliegen, meinte der Einzelrichter im Oktober 2014. Das sei ein gewisses erlaubtes Risiko, es liege kein strafbares Verhalten vor. Der getroffene Golfer legte gegen dieses Urteil Berufung ein.

Golfer spielen trotz Riesen-Alligator weiter

(sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SaveAs_DELETE 14.07.2016 16:43
    Highlight Highlight Super, moll - und dann gleich vor Gericht ziehen?!
    Gibt es denn keine normalen Lösungen mehr als immer gleich zu Lätschen und vielleicht noch etwas profit daraus ziehen?
    Meine Meinung: nur Tuble uf därä Kugle, aber dasmal het sie zrugg gschlage..."
  • adrizi 14.07.2016 15:00
    Highlight Highlight Dieses Bild ist definitiv NICHT in Kyburg 😂
    • Philipp Dahm 14.07.2016 17:22
      Highlight Highlight Stimmt, das war Thun - Danke für den Hinweis!
  • exeswiss 14.07.2016 14:38
    Highlight Highlight kommt mir vor wie wenn beim hornusserfest einer jemanden vom ries nebenan trifft und der dann klage einreicht, weil zwischen den ries kein netzt ist das 80 meter hoch ist.
  • gudis 14.07.2016 14:07
    Highlight Highlight Das ist doch einfach das Risiko bei diesem Sport.
    Ich klage doch auch niemanden an, der mich in einem Amateurfussballspiel heruntergrätscht.
  • sidi77 14.07.2016 14:05
    Highlight Highlight Der Kläger sollte Einsicht haben und auf Minigolf umsteigen. Dort fliegen die Bälle üblicherweise weniger weit und richten deshalb weniger potenziellen Schaden an.
  • FrancoL 14.07.2016 13:58
    Highlight Highlight Der Abschlag 9 ist sehr nach am Abschlag 7. Zudem ist das Loch 9 eine langes Loch also muss man beim Abschlag möglichst hart schlagen, was die Wartenden am Loch 7 klar gefährdet. Auch das üblich "four" rufen ist bei der kurzen Distanz keine brauchbare Lösung.
    Ein Netz wäre die ideale Lösung und dies hätte der Platzplaner gut vorsehen können.

    Bin gespannt was das entschieden wird. Für mich eine gewisse Fahrlässigkeit des Betreibers.
  • Theor 14.07.2016 13:56
    Highlight Highlight Neuer Stoff für Vorurteile gegenüber dem Sport. ein STRAFverfahren wegen so einem Vorfall zu verlangen, darauf kann echt nur ein priviligierter "Bünzlischwiezer" durchsetzen bestehen wollen.
  • moccabocca 14.07.2016 13:43
    Highlight Highlight Also der Titel: WELTKLASSE!! Gratulation Watson, made my day =D
    • Philipp Dahm 14.07.2016 17:22
      Highlight Highlight Herzlichen Dank! :)
  • stiberium 14.07.2016 13:37
    Highlight Highlight Neue Vorschrift für Golfplätze!!
    Benutzer Bild
    • FrancoL 14.07.2016 13:49
      Highlight Highlight Geht nicht, gilt als Vermummung.

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