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Wo Tabakwerbung erlaubt ist – und wo man sie verbieten will: Alles zum Tabakwerbeverbot

Am 13. Februar 2022 stimmen wir unter anderem über ein generelles Tabakwerbeverbot ab. Worum es bei der Vorlage geht – und wie der indirekte Gegenvorschlag aussieht, liest du hier.
26.01.2022, 13:5826.01.2022, 15:43

Tabak schadet Kindern und Jugendlichen im Speziellen. Jegliche Werbung für Tabakprodukte, welche Minderjährige erreicht, soll deshalb verboten werden. Das verlangt die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung», die das Tabakproduktegesetz dahingehend ändern will.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung werden in Bezug auf die Tabakwerbung gewisse Gesetzesänderungen in Kraft treten. Wie diese Änderungen aussehen – und wer sich für und gegen die Vorlage ausspricht, erfährst du hier:

Was will die Initiative zum Tabakwerbeverbot?

Um Jugendliche und ihre Gesundheit zu schützen, will das Initiativkomitee Tabakwerbungen überall dort verbieten, wo Minderjährige sie sehen könnten. Verboten wäre somit Werbung in Kinos, an Veranstaltungen, auf Plakaten sowie im Internet. Die Initiative will ein Werbeverbot ins Tabakproduktegesetz schreiben.

bild: keystone

Sollte sich die Werbung ausschliesslich an Erwachsene richten, wäre sie erlaubt (Mailings oder Abgaben von Flyern an Erwachsene). Für E-Zigaretten würden dieselben Regeln gelten.

Wie sieht die aktuelle Gesetzeslage aus?

Werbung für Tabakprodukte ist in der Schweiz unter gewissen Umständen erlaubt, sofern sie sich nicht gezielt an Minderjährige richtet. Die Verteilung von Gratiszigaretten an Minderjährige ist hingegen streng verboten. Genauso wie die Tabakwerbung in Radio und Fernsehen.

Darüber hinaus gelten in den meisten Kantonen weitere Verbote, wie etwa für Tabakwerbung auf Plakaten, im Kino oder als Sponsoring bei Veranstaltungen.

In den rot gekennzeichneten Kantonen gelten weitere Tabakwerbeverbote.
In den rot gekennzeichneten Kantonen gelten weitere Tabakwerbeverbote. screenshot: erklärvideo des bundes

Warum braucht es weitere Verbote?

Der Tabakkonsum gehört gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu den grössten Problemen der öffentlichen Gesundheit der westlichen Industrienationen. Hierzulande sterben laut BAG pro Jahr 9500 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Dies führe zu immensen Kosten für das Gesundheitswesen. Deshalb gibt es auch das Tabakproduktegesetz.

Für Plakate gilt kein generelles Verbot – einige Kantone verbieten jedoch Tabakwerbungen auf Plakaten.
Für Plakate gilt kein generelles Verbot – einige Kantone verbieten jedoch Tabakwerbungen auf Plakaten. bild: keystone

Gemäss Initiativkomitee würden drei Viertel der Rauchenden bereits vor dem 18. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen. «Gerade Kinder und Jugendliche sind vulnerabel und besonders empfänglich für die in der Werbung vermittelten Traumwelten, Coolness, Erfolg und Sexappeal. Deshalb darf Werbung für Tabakprodukte und E-Zigaretten Kinder und Jugendliche unter keinen Umständen erreichen», erklärt Philippe Luchsinger, Präsident von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz, welcher die Vorlage unterstützt.

Wie sieht der Gegenvorschlag aus?

Für Bundesrat, Stände- und Nationalrat geht die Tabakverbots-Initiative zu weit. Deshalb unterbreiten sie einen indirekten Gegenvorschlag. Anders als die Initiative verzichtet der Gegenvorschlag auf das Werbeverbot an Kiosken, in Zeitschriften, in der Presse, im Internet sowie beim Sponsoring nationaler Veranstaltungen. Tabakwerbungen auf Plakaten, sowie im Kino sollen hingegen schweizweit verboten werden.

Die Volksinitiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» vs. der indirekte Gegenvorschlag Tabakproduktegesetz.
Die Volksinitiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» vs. der indirekte Gegenvorschlag Tabakproduktegesetz.screenshot: erklärvideo bundesrat

Wer spricht sich für das Tabakwerbeverbot aus?

Hinter dem Initiativkomitee stehen Personen, die täglich mit den Auswirkungen des Tabakkonsums konfrontiert werden. Dazu gehören die sämtlichen Ärzteverbände, grosse Gesundheitsorganisationen, wie etwa die Krebs- und Lungenliga, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände sowie einige Sportverbände und weitere Organisationen.

bild: keystone

Ihr Argument: Je früher mit dem Rauchen begonnen wird, desto schlimmer die gesundheitlichen Folgen. Der Gegenvorschlag reiche nicht aus, da genau jene Werbearten erlaubt wären, welche besonders viele Jugendliche erreichen.

Wer spricht sich gegen die Initiative aus?

Bundesrat, Stände- und Nationalrat lehnen die Initiative ab, wollen Kinder und Jugendliche aber dennoch vor den schädlichen Folgen des Rauchens schützen. Ihr Gegenvorschlag verstärke den Jugendschutz, erlaube aber weiterhin Werbung für Erwachsene.

Was sagen die Umfragen?

Es sieht gut aus für das Werbeverbot auf Tabak. Die Befürworter der Initiative lagen bisher in allen Umfragen deutlich vorne. Die Tabakindustrie muss sich also warm anziehen für den Abstimmungssonntag.

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Ein Blick in die Fabrik der Hanfzigaretten-Macher

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Ein Blick in die Fabrik der Hanfzigaretten-Macher
quelle: keystone / gian ehrenzeller
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