Schweiz
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Immer wieder gibt es Tierschützer, die in Ställe einbrechen, um Missstände aufzudecken. bild: tier im fokus

In Deutschland dürfen Tierschützer jetzt in Ställe einbrechen – zieht die Schweiz nach?

Freispruch trotz Einbruch: In Deutschland kamen Tierschützer ungeschoren davon, die in einen Stall einbrachen, um Missstände zu dokumentieren. Auch in der Schweiz wäre ein solches Urteil möglich.



Wenn der Richter die Beschuldigten lobt statt tadelt, dann handelt es sich um einen aussergewöhnlichen Fall. So passiert am deutschen Oberlandesgericht Naumburg. Wie bereits die zwei Vorinstanzen sprach der zuständige Richter die drei Tierschützer frei und liess es sich nicht nehmen, ihre Tat zu loben: Sie hätten dafür gesorgt, dass «endlich etwas geschah». 

Angeklagt waren drei Tierschützer von Animal Right Watch, weil sie 2013 in eine Schweinemastanlage mit 60'000 Tieren eingedrungen waren. Dort filmten sie Missstände in der Tierhaltung. Nachdem das ARD-Magazin «Brisant» die Aufnahmen veröffentlichte, gingen die Behörden gegen den Tierhalter vor. Dieser wiederum verklagte die Aktivisten.

Der Hausfriedensbruch sei nicht rechtswidrig gewesen, hielt der Richter jedoch in seinem Urteil fest und fällte damit einen überraschenden Entscheid. Mit dem gefährdeten Tierwohl habe ein rechtfertigenden Notstand bestanden. Weiter rügte der Richter die Behörden, die zuvor nicht reagiert hätten, obwohl es genügend Hinweise gab. «Es ist bewusst vertuscht worden, was geschehen ist.»

«Es ist ein offenes Geheimnis, dass dass Behörden teils Missstände tolerieren und bewusst wegschauen. Auch bei uns in der Schweiz», sagt Tobias Sennhauser, Präsident von «Tier im Fokus» und verweist auf den Fall Hefenhofen. Dieser wurde im vergangenen Jahr publik: Auf dem Hof des Pferde-Quälers Ulrich K. verendeten mehrere Tiere, ohne dass die Behörden einschritten. Erst die Fotos einer Mitarbeiterin von K. brachte der Fall ins Rollen.

«Tier im Fokus» bekommt immer wieder Bilder von Aktivisten zugespielt, die möglicherweise unerlaubt in Ställe eingestiegen sind. Ein Teil des Materials wird jeweils auf der Website der Tierrechtsorganisation veröffentlicht. «Solche Bilder braucht es, um die ungeschminkte Realität zu zeigen», argumentiert Sennhauser, der sich über das Urteil aus Deutschland freut. 

Diese Filmaufnahmen bekam «Tier im Fokus» kürzlich zugespielt

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Video: YouTube/tierimfokus

Es ist aber fraglich, ob auch ein Schweizer Gericht zugunsten der Aktivisten entscheiden würde, wie ein früherer Fall zeigt, der aber bereits 17 Jahre zurück liegt. Eine damals 55-Jährige deckte die Horrorzustände auf einem Thurgauer Hof auf. Ihr Anwalt versuchte anschliessend, den Einbruch ebenfalls mit einer Notstandssituation zu rechtfertigen. Doch das Gericht bestrafte nicht nur den Viehändler, sondern auch die Tierschützerin. Diese liess die Busse von 200 Franken aber unbeeindruckt. Sie betonte, zukünftig nicht anders handeln zu wollen: «Ich werde bestimmt nicht tatenlos weiterlaufen, wenn ich sehe, dass jemand Tiere misshandelt.» 

«Ein Stalleinbruch mitten in der Nacht ist für die Tiere der pure Stress.»

Fritz Rothen, Geschäftsführer IP Suisse

Im Schweizerischen Strafgesetzbuch sei der Rechtfertigungsgrund «Notstand» sehr eng formuliert, erklärt Juristin Vanessa Gerritsen. Sie ist die stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung für das Tier im Recht. «Nach der aktuellen Lehrmeinung ist das Tierwohl darin nicht enthalten.» Sie sieht aber eine andere Möglichkeit, wie Tierschützer vor einem Schweizer Gericht Recht bekommen könnten und verweist auf den Strafrechtsprofessor Franz Riklin. Gemäss dessen Auffassung könnte der Hausfriedensbruch mit der Wahrnehmung berechtigter Interessen begründet werden. 

Fritz Rothen ist der Geschäftsführer von IP Suisse, einer Vereinigung von Bäuerinnen und Bauern. Er findet es falsch, wenn Tierschützer nach einem Einbruch ungeschoren davon kommen. «Ein Stalleinbruch mitten in der Nacht ist für die Tiere der pure Stress. Vor allem dann, wenn für die Fotos noch Blitzlicht eingesetzt wird. Nicht selten sterben dabei Tiere an einem Herzinfarkt oder werden in der Massenpanik erdrückt», sagt Rothen. Die dadurch gestorbenen Tiere würden dann von den Tierschützer fotografiert und als Beweis für die Missstände veröffentlicht.

Rothen versucht, Tierschützer auf einen einfacheren, unspektakulären Weg hinzuweisen, wie sie bei vermuteten Missständen vorgehen können. «Einfach uns anrufen. Dann geben wir innert 24 Stunden eine unangekündigte Kontrolle in Auftrag.» So klappe die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS sehr gut, berichtet der Geschäftsführer der IP Suisse, bei der 10'000 Höfe angeschlossen sind. Jene die Tiere halten, werden einmal pro Jahr kontrolliert. Auch ohne Verdacht.

Der Schweizer Tierschutz STS betont auf Anfrage, in der Regel sei es nicht notwendig einzubrechen, um an belastendes Material zu kommen. Dieser Ansicht ist übrigens auch der deutsche Richter, der die Tierschützer freisprach. Er betonte, das Urteil sei «kein Freibrief für tatsächliche oder selbst ernannte Tierschützer». 

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    Alle Leser-Kommentare
  • redeye70 04.03.2018 12:53
    Highlight Highlight Der beste Tierschutz wäre wenn Produkte aus Massenhaltung aufgrund ihrer miserablen Bilanzen in Tiergesundheit, Ökologie und dem hohen Medikamentenbedarf während der Zucht, eine Art Strafgebühr erhalten würden. Und zwar so, dass die nachhaltig produzierten Produkte weniger kosten würden da sie auch letztendlich besser für die Gesundheit des Konsumenten sind und langfristig weniger Kosten verursachen. Auch lange Transportwege und Energieverschleiss sollten massgeblich sein. Das jetzige System entspricht nicht der Kostenwahrheit.
  • Skip Bo 04.03.2018 12:35
    Highlight Highlight Ich habe einen offen zugänglichen Rindviehstall. Wahrscheinlich hatte ich auch schon unangemeldete Gäste.
    Frage : Wenn Tierschützer keine Skandale entdecken, warum wird sowas nicht kommuniziert? Only bad news are good news?
  • dorfne 04.03.2018 09:22
    Highlight Highlight Wer regt sich auf über diese Einbrüche? Sind es jene, die Ihre Tierherden im Sommer unbehirtet und allein draussen lassen? Den Tieren wird nicht geschaut. Sie verenden unbehandelt an allen möglichen Krankheiten.
    Egal. Aber wehe der Wolf reisst ein Schaf! Dann setzt das grosse Wehklagen ein, Fotos von offenen Schafleibern werden herumgeschickt: Das arme geschändete Tier!. Der böse Wolf. Sollte der jetzt nicht rasch abgeschossen werden? Vorher aber noch schnell die Entschädigung vom Bund für das gerissenen Schaf kassieren!
  • Antonietta Tumminello 04.03.2018 09:07
    Highlight Highlight Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.
    • pedrinho 04.03.2018 13:14
      Highlight Highlight .
      Benutzer Bild
  • dorfne 04.03.2018 09:02
    Highlight Highlight Jögerlilö Fritz Rothen! "Ein Stalleinbruch in der Nacht ist für die Tiere der pure Stress."

    Klar. Denn bis zu dem Zeitpunkt, in den eingebrochen wurde, gings den Tieren ja prima! Sowas von Heuchlerei. Ich könnt kotzen.
  • Hillbilly 03.03.2018 23:30
    Highlight Highlight Moll, bravo. Ich find die Vorstellung ganz geil, dass Tierschützer vielleicht schon bald legal in meinen Stall einbrechen dürfen. Mit meiner Berufswahl oder vielleicht auch mit der Annahme von Direktzahlungen habe ich scheinbar meine Würde und Rechte an die Allgemeinheit abgetreten. Muss ich im Kleingedrukten irgendwo übersehen haben. Ou, ja falls ihr schon diese Nacht kommt - der Lichtschalter ist gleich links neben dem Eingang. Ab morgen lass ich dass Licht fortan brennen. Nicht dass ihr noch stolpert. Sonst habe ich die SUVA auch noch im Haus.
    • dorfne 04.03.2018 09:04
      Highlight Highlight Sie brauchen sich nur an die Auflagen des Tierschutzes zu halten, dann wird auch nicht eingebrochen. Oder Tiere vernachlässigen und selber die Mimose markieren?????
    • Hillbilly 04.03.2018 11:35
      Highlight Highlight Gegenfrage: Ich bin nicht ganz sicher, ob alle Haustiere in der Schweiz gut aufgehoben sind. Darf ich, natürlich nur in begründeten Fällen (als Idealist bin ich zu solchen Urteilen voll befähigt, imfall) Nachts in eure Häuser einbrechen und Föteli machen? Ich glaub drum nicht so an den Staat. Der hat ja nicht mal die KESB im Griff. Wie sieht das denn wohl erst bei den Haustieren aus. Jesses Gott. Die Richter sind ja auch viel zu lasch. Ich könnt ja die Tiere gleich mitnehmen und sie in der Tundra aussetzten. Dann ist die Welt schon viel besser.
    • redeye70 04.03.2018 13:01
      Highlight Highlight @Hillbilly
      Wenn du dem Tierschutzgesetz entsprechend produzierst musst du keinen Einbruch befürchten. Und für die Imagepflege: Mach doch was in der Art wie einen öffentlichen Bauernhoftag wo die Bürger deinen Betrieb besichtigen können. Am besten gleich mit Familien und deren Kindern. Das fördert vertrauen und mit einem Hofladen kannst du bessere Gewinne erzielen. Da fehlt es euch Bauern einfach ein bisschen an Ideen. Bei all diesen Lebensmittelskandalen der Industrie in den letzten Jahre habt ihr eine gute Chance euch als vertrauenswürdige Marke zu etablieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Silent_Revolution 03.03.2018 21:43
    Highlight Highlight Wer hier den Rechtsstaat aufs Neue über alles andere stellt, verweise ich auf den Fall Hefenhofen. Jeder war nach der massiven Berichterstattung empört, jeder hat sich gefragt wie denn sowas möglich sei.

    Der Vgt hat diesen Fall bereits 2005 zum ersten Mal durch ähnliches Vorgehen dokumentiert und vor Gericht gebracht, viel rumgekommen ist dabei 12 Jahre lang nicht. Erst mit Schockfotos und der Hilfe der Boulevardpresse haben die Gerichte ihre Arbeit erfüllt.

    Zur Frage also wie sowas möglich war: Ohne Druck der Öffentlichkeit interessiert sich euer geliebte Rechtsstaat null für Tierrechte!
    • dorfne 04.03.2018 09:09
      Highlight Highlight Dass Bürger zuerst ihre Gesundheit, ihren Ruf, ihr Vermögen und ihren Feierabendfrieden gefährden müssen, bis die Staatsvertreter endlich den Daumen raus nehmen ist eine Schande. Die Behördenheinis wollen offenbar nur eine ruhige Kugel schieben und ihre lukrativen Beziehungen mit den "Dorfgrössen" pflegen. Ja niemandem auf die Füsse treten, mit dem man in der Dorfbeiz sein Bierli trinkt.
  • Wolf2000 03.03.2018 19:30
    Highlight Highlight Für das gibt es in der Schweiz das Vätereneramt. Das kontrolliert ohne Voranmeldung die Tierzüchter umd schreitet bei Misständen ein. Ein anonymer Hinweis genügt schon.
    • öpfeli 03.03.2018 20:01
      Highlight Highlight Wenn das genügen würde, gäbe es keine Missstände
    • Geophage 03.03.2018 23:45
      Highlight Highlight Man erinnere sich an Paul Witzig den Thurgauer Kantonstierarzt. Ganz grosses Kino, einfach ohne Projektor.
    • Frausowieso 04.03.2018 00:42
      Highlight Highlight Der Kantonstierartz vergrault doch nicht seine Kunden. Zudem.sind die Tierärzte nicht immer Tierfreunde. Gerade im Nutztierberreich sind sie recht abgestumpft. Wenn du jeden Tag Massentierhaltung siehst und im Schlachthaus stehst, härtest du wohl unweigerlich ab. Ein empathischer Mensch könnte so einen Job kaum verkraften.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stichelei 03.03.2018 18:20
    Highlight Highlight Ein Staat, der sein Gewaltmonopol freiwillig per Gerichtsurteil abgibt und beginnt, die Mittel mit dem Zweck zu legitimieren, begibt sich ganz schnell aufs Glatteis. Grundsätzlich heisst das Urteil, dass jeder das Recht in die eigenen Hände nehmen darf, wenn er vorher den Staat vergebens auf einen Misstand aufmerksam gemacht hatte. Analoge Beispiele zum Einbruch gibt es zuhauf. Bei aller Abscheu gegen Tierquälerei: Das ist mMn der falsche Weg.
    • alessandro 04.03.2018 12:19
      Highlight Highlight Bedenke, dass du einen Artikel über das Urteil liest. Im Urteil selbst ist die Begründung nicht ganz so salopp wie in der obigen Headline.
  • Bert der Geologe 03.03.2018 17:51
    Highlight Highlight Träum ich? Selbstjustiz und Hausfriedensbruch in einem Rechtsstaat? Da sollte es nun wirklich keine zwei Meinungen geben.
    • Dario4Play 03.03.2018 18:51
      Highlight Highlight Ja, haubtsache das Kilo Chickennuggets kostet 4.-
    • Geophage 03.03.2018 19:33
      Highlight Highlight Tierquälerei und Vertuschung? Da sollte es nun wirklich keine zwei Meinungen geben.
    • el heinzo 03.03.2018 20:08
      Highlight Highlight @Sheldon Ich kenne mich mit der einheimischen Rechtsprechung zu wenig detailliert aus, aber ich vermute letztlich ist es eine Frage des höher zu gewichtenden Rechtsguts, in diesem Fall Hausfriedensbruch gegenüber Wahrung des Tierwohls. Darum sind diese Präzedenzfälle so unglaublich wichtig. Der vorliegende Vergleich ist ein äusserst heisses Eisen. Persönlich würde ich es begrüssen, wenn solche Aktionen aufgrund schärferer Auflagen und Kontrollen in der Tierhaltung nicht mehr notwendig wären. Fleisch würde natürlich bedeutend teurer. Wer das nicht einsieht soll sich halt privat eine Sau halten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wolf2000 03.03.2018 17:46
    Highlight Highlight Und wenn keine Missstände verhanden sind darf man sie anzeigen wegen : Hausfriedensbruch, zerstörung fremden Eigentums und und und...
    • dorfne 04.03.2018 09:37
      Highlight Highlight Wenn Sie sich in Ihrer Tierhaltung an das Tierschutzgesetz halten, brauchen Sie keinen "Hausfriedensbruch" zu fürchten.
      Ich esse wenig Label-Fleisch (Naturafarm) und Bio-Eier. Ich zahle gerne mehr für die Produkte. Im Gegenzug will ich, dass die Tiere ein anständiges Leben haben.
  • keplan 03.03.2018 17:25
    Highlight Highlight Wie hätte der Richter entschieden, wenns den Tieren gut gegangen wäre?

    Auch wenn ich keine Strafe für die Tierschützer fordere, finde ich das Urteil bedenklich. Er sollte die Tat des Hausfriedensbruch beurteilen, nicht was sie dort vorgefunden haben.
    • Geophage 03.03.2018 19:44
      Highlight Highlight Sollten sie auch dann wegen Hausfriedensbruch verurteilt werden, wenn sie eingepferchte Menschen gefunden hätten? Genau die selben moralischen Aspekte kann man hier geltend machen.
    • dorfne 04.03.2018 09:41
      Highlight Highlight Das Gericht sagt, es habe eine Güterabwägung gemacht. Es hat das Wohl der Tiere höher gewichtet als die Tatsache des Hausfriedensbruchs. Zu recht! Andere Lebewesen quälen und selber will man dann wie ein rohes Ei behandelt werden! Es muss auch mal Gerechtigkeit vor Recht geben. Danke.
  • noudi 03.03.2018 17:21
    Highlight Highlight Der Titel stimmt nicht so mitdem Schluss überein, dass es in Deutschland jetzt legal ist in Ställe einzubrechen.
  • Snowy 03.03.2018 16:56
    Highlight Highlight Viele Konsumenten haben fälschlicherweise das Gefühl, dass wenn auf der Verpackung ein Schweizer Kreuz und ein Tier auf grüner Wiese prangt, mit dem Tierschutz alles bestens sei.

    Schweizer Konsumenten sollen Bilder sehen, wie ihre Hühner und Schweine in der Massentierhaltung gehalten werden.

    Wenn dazu ein Einbruch notwendig ist, weil die Produzenten (und der Detailhsndel!) keine Filmmaterial wollen, dann soll es so sein!
    Das diese Industrie nur auf Druck von außen reagiert, sollte mittlerweile jedem klar sein.
    • Snowy 03.03.2018 18:52
      Highlight Highlight Nachtrag : Das ist meine persönliche Meinung- eine Richter muss objektiv urteilen. Er kann und sollte hier allerdings das Strafmaß geringstmöglich ansetzen.
    • Frausowieso 04.03.2018 00:55
      Highlight Highlight Die Daumen runter zeigen leider, dass es die Leute einfach nicht wahrhaben wollen. In der Schweiz ist halt alles perfekt, da kann so etwas doch gar nicht passieren.
      Aber sie überlegen sich nicht, wo denn eigentlich all die glücklichen Säuli und Hühner sind. Also ich seh so gut wie nie eine Säuliweide.... waren denn die Daumen runter Leute schon in einem Massentierstall? mmmmh? oder glauben sie der Werbung in der den Kühen Harfenmusik vorgespielt wird?
    • alessandro 04.03.2018 12:24
      Highlight Highlight Erinnerst du dich an die Migros Werbung mit dem Huhn. Als witzig, sympathisch und einfallsreich wurde diese Kampagne betitelt. Man hätte alles suggerierte auch einfach als Lüge betiteln können. Oder aktive Täuschung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Walter F. Sobchak 03.03.2018 16:46
    Highlight Highlight Es ist meiner Meinung nach Sache des Staates, für Ordnung zu sorgen. Alles andere ist Selbstjustiz und eines Rechtsstaates nicht würdig.

    Hier hätte der deutsche Staat eingreifen müssen. Die Verantwortlichen bei den Behörden sind ausfindig zu machen und durch fähiges Personal zu ersetzen.

    Es kann nicht angehen, dass Einbruch legalisiert wird.
    • elias776 03.03.2018 16:58
      Highlight Highlight Es war ein * rechtgefertigter Notstand* also ist es nicht gesetzeswidrig.
    • dorfne 04.03.2018 09:47
      Highlight Highlight Aha Walter. Wenn Alle Menschen während des Holocoust in der Schweiz so gedacht hätten......
      Aber es gab schon damals zu viele Menschen, die wie Sie dachten und sich hinter den Gesetzen versteckten, um ja kein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
    • Walter F. Sobchak 04.03.2018 11:17
      Highlight Highlight Sie können den deutschen Staat in der jetztigen Form nicht mit dem dritten Reich vergleichen. Ich weiss nicht, wie sie das sehen, doch ich attestiere der Bundesrepublik Deutschland Rechtstaatlichkeit. Des weiteren empfehle ich Ihnen, Holocaustvergleiche vorsichtiger anzuwenden. So führte ein ähnlicher Vergleich, obwohl wahrscheinlich nicht so gemeint, zum Rücktritt eines grünen Nationalrates. Beste Grüsse.
  • Kong 03.03.2018 16:43
    Highlight Highlight Das Tierwohl, bzw. die Rechte des Tieres wurden in den letzten Jahren aufgewertet. Daher möglich, dass auch ein CH Richter wie in diesem Fall entscheiden könnte. Stossend empfinde ich die Tatsache, dass Fälle „aufgedeckt“ werden, welche im (behördlichen) Umfeld bekannt waren. Ich will Aktivisten keinen Persilschein ausstellen. Aber ich respektiere deren Einsatz sehr.
  • Bert der Geologe 03.03.2018 16:38
    Highlight Highlight Hoffentlich dürfen die nicht bei mir einbrechen um meinen jammernden Kater zu befreien.
  • öpfeli 03.03.2018 16:08
    Highlight Highlight Die Worte von Herr Rothen sind ein Hohn! Dem würde ich gerade gerne gegenüber treten.
    Die fotografierten Tiere sehen exakt so aus, als wären sie vom Blitzlicht getötet worden. Genau.
    Was für ein Scheiss.

  • Leee 03.03.2018 16:08
    Highlight Highlight Das Urteil halte ich für richtig und wichtig.
    • Bosshard Matthias 05.03.2018 07:36
      Highlight Highlight Dann darf ich also nun auch bei Ihnen Einbrechen wen Sie ein Haustier haben einfach mal so um zu kontrollieren ob Sie Artgerechte Haltung machen, aber sonst geht es noch gut!
  • Freilos 03.03.2018 16:08
    Highlight Highlight Eigentloch denkt man dass gerade den Bauern das Tierwohl wichtig ist.
    • öpfeli 03.03.2018 16:48
      Highlight Highlight Nein, leider nicht. Für Bauern sind Tiere lediglich Produktionsmaschinen. Schliesslich brauchen ja auch Bauern ihr Lohn zum leben.
    • El Vals del Obrero 03.03.2018 16:56
      Highlight Highlight Mit Bauernhof-Idylle haben solche Tierfabriken herzlich wenig zu tun.

      Auch die dort arbeitenden Menschen (meistens Billiglohnarbeiter aus Osteuropa) werden dort nicht sehr gut behandelt.

      Die "echten" Bauern leiden wohl eher unter solchen Betrieben. Sei es, weil sie mit ihnen in einen Topf geschmissen werden (gäll, öpfeli) oder weil sie preislich nicht mithalten können.
    • Siebenstein 03.03.2018 17:01
      Highlight Highlight So einen verallgemeinernden Unsinn zu verbreiten sollte man sich lieber gut überlegen, es gibt nicht nur "den bösen und profitgierigen Tierquälerbauern"!
    Weitere Antworten anzeigen
  • VERIFIED FVLXIN 03.03.2018 16:01
    Highlight Highlight Find ich Super, ist alles schön und gut, vorallem das Sie die umstände Dokumentieren können usw. Aber dann müssen sich Leute auch nicht mehr wundern warum einige von diesen auch vermehrt als Futter enden werden für die misshandelten Tiere..
  • ChlyklassSFI 03.03.2018 16:01
    Highlight Highlight -> «Ein Stalleinbruch mitten in der Nacht ist für die Tiere der pure Stress. Vor allem dann, wenn für die Fotos noch Blitzlicht eingesetzt wird. Nicht selten sterben dabei Tiere an einem Herzinfarkt oder werden in der Massenpanik erdrückt», sagt Rothen. Die dadurch gestorbenen Tiere würden dann von den Tierschützer fotografiert und als Beweis für die Missstände veröffentlicht. <-


    Ist das ernst gemeint?
    • Mia_san_mia 03.03.2018 19:39
      Highlight Highlight Die Aussage ist wirklich unglaublich! Als ich das gelesen habe, ging mir etwas das gleiche durch den Kopf wie Dir...
    • lengdengjhensen 03.03.2018 19:54
      Highlight Highlight Das kann tatsächlich vorkommen, vorallem beim Geflügel, die Lungen von den meisten Vögel sind nicht dazu gemacht Druck von aussen auszuhalten, sie sterben wenn sie sich auf grund von panik in Ecken drängen.
    • Mia_san_mia 03.03.2018 19:58
      Highlight Highlight @lengdengjhensen: Das glaube ich schon, aber die Aussage ist trotzdem deplaziert...
    Weitere Antworten anzeigen
  • reich&schön 03.03.2018 15:59
    Highlight Highlight Ein Beispiel mehr wie der Rechtsstaat in Deutschland vor die Hunde geht.
    • Jascha29 03.03.2018 17:55
      Highlight Highlight Auf dem besten Weg zur Lynchjustiz!
  • chnobli1896 03.03.2018 15:53
    Highlight Highlight [...] Fritz Rothen ist der Geschäftsführer von IP Suisse, einer Vereinigung von Bäuerinnen und Bauern. Er findet es falsch, wenn Tierschützer nach einem Einbruch ungeschoren davon kommen. «Ein Stalleinbruch mitten in der Nacht ist für die Tiere der pure Stress. Vor allem dann, wenn für die Fotos noch Blitzlicht eingesetzt wird. Nicht selten sterben dabei Tiere an einem Herzinfarkt oder werden in der Massenpanik erdrückt», sagt Rothen [...]

    Ernsthaft? So wie viele Tiere gehalten werden kommt der Stress definitiv nicht von einmalig auftauchenden Tierschützern.
  • Evan 03.03.2018 15:48
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Tiere, gerade in der Schweiz, korrekt gehalten werden. Wenn man aber sieht, wie gewisse Hühner und andere Tiere komplett vernachlässigt werden, im Ausland, aber bestimmt auch in der Schweiz, wenn man sich an die Schlagzeilen aus dem Thurgau zurückerinnert, dann sollten solche Höfe eigentlich gezwungen werden, die Ställe öffnet ich zugänglich zu machen und regelmässig Tage der Offenen Türe zu veranstalten, so dass sich jeder darüber vergewissern kann, dass er die Produkte ohne Bedenken konsumieren kann.
    • Luzi Fair 03.03.2018 17:00
      Highlight Highlight Das sollte keine Verpflichtung drin sein, sondern ein freiwilliges Marketing Instrument

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