Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tötungsdelikt Schattdorf UR: Täter muss zwölf Jahre ins Gefängnis



Le batiment du Tribunal Federal, TF, photographie ce jeudi 13 avril 2017 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Das Bundesgericht bestätigt die Vorinstanz. Bild: KEYSTONE

Der Mann, der im März 2013 den Wirt des Restaurants Mühle in Schattdorf UR mit einem Messer tötete, muss definitiv ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat die Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung und Diebstahls bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Uri beantragte eine Verurteilung wegen Mordes. Ausserdem forderte die Staatsanwaltschaft in ihrer Beschwerde, der Täter sei zudem wegen qualifizierten Raubes und somit zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren zu verurteilen.

Das Bundesgericht ist in einem am Freitag publizierten Entscheid jedoch den Argumenten des Urner Obergerichts gefolgt. Es hält fest, dass gewisse Indizien durchaus für eine Raubmordtheorie sprechen würden. Diese einzelnen Indizien allein zeichneten aber kein schlüssiges Gesamtbild. Weitere Punkte würden ebenso für einen anderen Tathergang sprechen.

Opfer gekannt

Der Täter kannte sein Opfer und hatte bei diesem auch schon als Aushilfskoch gearbeitet. In der Tatnacht war er im Restaurant. Er verliess das Lokal nach Mitternacht als letzter Gast. Draussen holte er ein Messer aus dem Helmfach seines Rollers.

Damit begab sich der Mann auf den Friedhof, wo er das Grab seines Vaters besuchte. Erst danach kehrte er ins Restaurant zurück, wo er den Wirt mit zahlreichen Messerstichen tötete. Bevor er die Gaststube verliess, nahm er eine Einkaufstasche an sich, in der sich fast 9000 Franken befanden.

Das Landgericht Uri verurteilte den Mann im September 2015 wegen Mordes und Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren. Das Obergericht hiess die Berufung des Täters teilweise gut. Es sprach ihn der vorsätzlichen Tötung und des Diebstahls schuldig und senkte die Strafe auf zwölf Jahre. (Urteil 6B_804/2017 vom 23.05.2018) (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • watsinyourbrain 08.06.2018 12:53
    Highlight Highlight Ich denke, das gericht hat sicherlich korrekt nach Gesetz verurteilt etc. - jedoch finde ich das Strafmass dafür viel zu tief. Ein Leben gegen 12 Jahre inkl. Diebstahl? Ist es wirklich so wenig wert? Oder kann man das nicht vergleichen? Hat jemand dafür eine Begründung?
    • mrcharliebrown 08.06.2018 13:56
      Highlight Highlight Ein Leben kann grunsätzlich nicht mit einer Strafe aufgewogen werden, und sei es lebenslänglich. Bedenken Sie, dass 12 Jahre eine sehr lange Zeit ist. Längere Freiheitstrafen kommen fast ausschliesslich bei äusserst grausamen Verbrechen zustande (Mord, Erpressung, Freiheitsberaubung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit).

      In diesem Fall war es laut Urteil "nur" vorsätzliche Tötung, kein Mord. Dies weil in der Gesamtwürdigung aller Umstände keine "Skrupellosigkeit" (Voraussetzung für Mord) vorlag, sondern der Täter sich wohl erst unmittelbar vor der Tat dazu entschloss.
    • satyros 08.06.2018 15:59
      Highlight Highlight In Ergänzung zum von mrcharliebrown Gesagten: Mit zwölf Jahren ist das Urteil ziemlich genau in der Mitte des Strafrahmens (zwischen fünf und zwanzig Jahren). Zwanzig Jahre Freiheitsstrafe ist die höchste zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe. Lebenslänglich gibt's nur für Mord, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Diebstahl ist in der Strafzumessung kaum ins Gewicht gefallen, weil der neben dem Tötungsdelikt eine Bagatelle ist. Ohne Aktenkenntnis ist's immer schwer zu sagen, ob eine Strafe angemessen ist oder nicht.
    • satyros 08.06.2018 16:03
      Highlight Highlight Als zweite Ergänzung: Der Mord fiel wohl weg, weil offenbar das Vermögensdelikt nicht eindeutig im Zentrum stand. Hätte er getötet, um sich der Fr. 9000 zu bemächtigen und einen lästigen Zeugen loszuwerden, wäre das Kriterium der Skrupellosigkeit erfüllt und der Strafrahmen wäre Freiheitsstrafe zwischen zehn und zwanzig Jahren oder lebenslängliche Freiheitsstrafe.
    Weitere Antworten anzeigen

Kantonale Abstimmungen: In Bern bleibt alles beim Alten, Basel baut kein Ozeanium

Im Kanton Bern wird die Sozialhilfe nicht gekürzt. Das Stimmvolk lehnte am Sonntag eine Gesetzesänderung mit 52,6 Prozent ab. Die Revision hätte ermöglicht, den Grundbedarf unter die Skos-Richtlinien zu senken.

Damit hält sich der Kanton Bern weiterhin an die nationalen Standards der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos). Die umstrittene Berner Kürzungsvorlage wurde mit 158'378 Nein gegen 142'757 Ja überraschend verworfen. Die Stimmbeteiligung lag bei 42,3 Prozent.

Mit 56 Prozent Nein …

Artikel lesen
Link zum Artikel