Schweiz
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epa05275310 A picture made available on 24 April 2016 shows Pro-white rights organizations the neo-nazi National Socialist Movement and Ku Klux Klan groups participate in a cross and swastika burning in Temple, Georgia, USA, 23 April 2016. The ceremony was held after a day of rallies at Stone Mountain and Rome, Georgia, and to show successful collaboration agreements between the NSM and KKK, two white extremist groups.  EPA/ERIK S. LESSER

(Symbolbild) Bild: EPA

Schockierende Bilder aus Schwyz – unter den Ku-Klux-Klan-Roben stecken Rechtsextreme



Der Auftritt von mehreren Verkleideten an der Schwyzer Fasnacht hat ein Nachspiel: Weil die Gruppe in weissen Kutten als Ku-Klux-Klan durch Schwyz zog, hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen.

Man habe bereits erste Informationen über den Aufmarsch gehabt, der vom Güdelmontag auf den Dienstag stattgefunden habe, sagte ein Sprecher der Schwyzer Kantonspolizei auf Anfrage. Nach dem Auftauchen von Bild- und Videomaterial in den Medien am Mittwoch werde die Polizei den Vorfall nun sauber abklären. Weitere Angaben machte die Polizei nicht.

Unter den Kutten stecken Rechtsradikale

Derweil wird immer deutlicher, dass die Verkleidung kein Scherz war. Nach Recherchen des Blick soll es sich bei der Gruppe um Rechtsextreme aus der Innerschweiz handeln. Der Zeitung liegen Bilder vor, wie die verkleideten Personen um einen Tisch hocken, Bier trinken und den Hitlergruss machen. Sie sollen Verbindungen zur faschistischen «Blood & Honour»-Szene haben, das mehrere Tausend Mitglieder hat.

Ein Mitglied der Gruppe soll demnach anstossende Karikaturen auf Facebook gepostet haben. Etwa von zwei erhängten Sklaven, die mit ihren Körpern eine Hängematte für einen Mann im Ku-Klux-Klan-Kostüm bilden.

Der Blick zitiert einen Szenekenner: «Der Fackelumzug war kein übler Scherz. Das sind Leute aus der rechtsextremen Szene.» Er warnt: «Einige aus der Gruppe sind gewaltbereit und kampferprobt.»

Angriffe auf Schwarze

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken. Seit den 1990er Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an.

Nach Schätzungen zählt der Ku-Klux-Klan in den USA heute bis zu 8000 Mitglieder in mehreren unabhängigen Gruppen, die unter seinem Namen auftreten. Sie knüpften Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland. Die «Europäischen weissen Ritter vom brennenden Kreuz» (European White Knights of the Burning Cross) gelten als Ableger. (cma/sda)

Vom Ku Klux Klan bis zu Alt-right - Rechtsextreme in den USA

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174 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
redeye70
06.03.2019 11:05registriert May 2016
Ich bin selbst Fasnächtler aber Narrenfreiheit ist nicht grenzenlos. Das hier geht entschieden zu weit. Es würde mich nicht wundern wenn diese Typen tatsächlich KKK-Anhänger sind und die Fasnacht für einen öffentlichen Auftritt missbrauchten. So versuchen die vermutlich einer Bestrafung davonzukommen.
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G. Samsa
06.03.2019 10:56registriert March 2017
Ich warte auf Kommentare welche das als freie Meinungsäusserung und / oder als Witz bezeichnen.
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Nausicaä
06.03.2019 17:41registriert July 2016
Dass in der Innerschweiz Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus sehr verbreitet ist, weiss ich, weil ich seit jeher dort wohne und dies immer noch tue. Dies ist jetzt aber ein neuer Tiefpunkt und ich schäme mich zutiefst für meine Landsleute. Und ich denke an meinen dunkelhäutigen Kollegen und wie er sich wohl fühlt, wenn er heute Zeitung liest...
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