Schweiz
Uri

Jahrzehntelanger Missbrauch in Uri – auch Regierung vertuschte

Jahrzehntelanger Missbrauch in Uri – auch Regierung vertuschte

16.04.2025, 09:0116.04.2025, 09:01

In den 1960er- und 1970er-Jahren ist es am Kollegium Karl Borromäus in Altdorf zu sexuellen Übergriffen durch Ordensleute auf Schüler gekommen. Der Kanton Uri will diese Missbräuche aufarbeiten, wie er am Mittwoch mitteilte.

Die Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens berichtet heute Mittwoch über die Missbrauchsfälle an der Urner Mittelschule. Recherchen der Sendung zeigten, wie Rektor, Benediktiner-Abt und Regierung die Taten jahrelang vertuscht hätten, schreibt SRF.

Regierungsrat Georg Simmen zeigte sich am Mittwoch in einer Mitteilung betroffen über die Vorfälle. Er bedaure, wenn diesen Schülern des Kollegiums damals Unrecht getan worden sei und dass die Schutzmechanismen der öffentlichen Hand versagt hätten.

Kantonale Mittelschule Uri, Altdorf, Kollegi, Kollegium Karl Borromäus, Borromaeus
Das Kollegium Karl Borromäus wurde 1978 dem Kanton übergeben.Bild: Von Kaelingisler2 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Der Kanton Uri will die Vorfälle aufarbeiten, wie er am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Er will dafür mit der Universität Zürich zusammenarbeiten, die in einer Studie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und katholisch geführten Institutionen untersucht. «Es ist uns wichtig, zuzuhören und Betroffenen eine Stimme zu geben», wird der Bildungs- und Kulturdirektor im Communiqué zitiert.

Die Regierung ruft Betroffene, die über sexuellen Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche sprechen möchten, dazu auf, sich bei den Forscherinnen der Universität Zürich zu melden. Sie könnten sich auch an den Kinder- und Jugendbeauftragten der Bildungs- und Kulturdirektion Uri wenden. Diese stellten den Kontakt zum Forschungsteam her. Auf Wunsch blieben die Angaben anonym. (rbu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Rikki-Tiki-Tavi
16.04.2025 09:17registriert April 2020
Gut wäre es, wenn der Regierungsrat sich nicht einfach betroffen zeigen würde, sondern effektiv dann dafür sorgt, dass es wirklich nicht mehr vorkommen kann.
831
Melden
Zum Kommentar
avatar
Neruda
16.04.2025 10:36registriert September 2016
Nennt doch die Namen dieser Pädo-Freunde und Mittäter (sie haben durch ihre Vertuschung weitere Opfer billigend in Kauf genommen)! Wer im Leben so schändlich agiert, gehört auch im Tod transparent betrachtet werden zu können.
565
Melden
Zum Kommentar
avatar
Gummibär
16.04.2025 10:21registriert Dezember 2016
Hoffen wir, dass der Klerus seinen Schwengel endlich in den Griff kriegt.
473
Melden
Zum Kommentar
10
«Exorbitante PR-Kosten» für Autobahnen etc. – Rösti-Bundesamt für Strassen in der Kritik
Teure Aufträge an externe PR-Firmen, ein Besucherpavillon mit modernster Technik, Vorwürfe der Schönfärberei: Die Kommunikation des Bundesamts für Strassen (Astra) wird zum Thema im Parlament.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) setzt auf die Unterstützung der bekanntesten PR-Firmen der Schweiz – und gibt dafür viel Geld aus. Wie CH Media im Oktober 2024 gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz publik machte, vergibt das Astra regelmässig Grossaufträge im Bereich Kommunikation an mehrere externe Dienstleister. Die Vergaben erfolgten dabei häufig im freihändigen Verfahren – also ohne öffentliche Ausschreibung.
Zur Story