Schweiz
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Flammen verwüsten Hotel in Luzern

02.05.18, 13:01 02.05.18, 17:33

In der Luzerner Kleinstadt ist am Mittwoch ein Hotel in Brand geraten. Verletzt wurde niemand, die Sorge gilt einer historische wertvollen Saaldecke im ersten Stock des gotischen Gebäudes. Die Feuerwehr setzte darum nur spärlich Wasser ein.

Der Mittag in Luzern roch nach Rauch, Asche wirbelte durch die Luft, im Sekundentakt erklangen die Feuerwehrsirenen. Und rund um den Franziskanerplatz reckten Schaulustige ihre Handys in die Höhe, filmten Feuerwehrleute, die gegen die Flammen und für ein historisch wertvolles Gebäude kämpften.

Hotelbrand in der der Altstadt von Luzern. Bild: Dominique Elmiger



Um 11.50 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und rückte mit einem Grossaufgebot aus: Das Hotel zum Schlüssel, Teil einer Häuserreihe in der Kleinstadt unweit der Reuss, stand in Flammen. Das Feuer griff auf Wände und Zwischenböden vom ersten bis in den fünften Stock über.

Ausgebrochen war es in der Küche im ersten Stock, wie Sacha Müller von der Berufsfeuerwehr Luzern am Brandort sagte. Der Brand war rasch unter Kontrolle, ein Übergreifen auf die angrenzenden Nachbarhäuser vereitelt. Dennoch wurden aus diesen zehn Personen evakuiert. Sicherheitshalber.

Historische Decke schützen

Im Hotel mit seinen zehn Zimmern und den Wohnungen in den oberen Etagen musste niemand gerettet werden. Die Personen in der Küche brachten sich selber in Sicherheit. Auch Verletzte gab es keine. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.

Beim Löschen mussten die Feuerwehrleute Vorsicht walten lassen. Statt viel Wasser war Handarbeit unter Atemschutz im Inneren des Gebäudes gefragt. Grund: der untere Teil des Hotels mit Baujahr 1545.

Dort, im ersten Stock, befindet sich laut dem Luzerner Stadtrat Martin Merki ein gotischer Saal mit einer historisch wertvollen Decke. Deswegen steht das Hotel unter Denkmalschutz. Die Decke sollte sich möglichst nicht mit Wasser vollsaugen, sagte Merki.

Der Raum wird auch Karl-Borromäus-Saal oder Tagssatzungssaal genannt. Anno 1570 soll im Hotel Schlüssel mit Karl Borromäus der Kardinal von Mailand beherbergt worden sein. Nach ihm ist ein Bündnis genannt, das in Luzern zur Erhaltung der katholischen Konfession in der Eidgenossenschaft geschlossen wurde.

Aus dem Dach des Hotels drang Rauch. bild: dominique elmiger

Treffpunkt der «Zofinger»

Neben einer langen Geschichte hat das Haus, das einer Genossenschaft und einer Stiftung gehört, auch eine gesellschaftliche Bedeutung: Seit Mitte der 1980er Jahre ist es das Stammlokal der Studentenverbindung Zofingia Lucernensis. Es beherbergt deren Archiv, in dem sich die Aktiven regelmässig zu Sitzungen treffen.

Die Stiftung besitzt die Wohnungen im ausgebauten Dachgeschoss. Diese vermietet sie vornehmlich an Studierende. Ihr Zweck wiederum ist es, Mitglieder der Studentenverbindung zu unterstützen, wofür sie auch die Mieterträge einsetzt.

Gegen 17.00 Uhr konnten die Bewohner der benachbarten Gebäude wieder in ihre Häuser zurückkehren. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte derweil an. (whr/cma/sda)

bild: dominique elmiger

(whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zappeli 02.05.2018 20:27
    Highlight Gleich im ersten Satz: In der Luzerner Kleinstadt. :) Für Schweizer Verhältnisse wohl eher nicht so klein...
    1 14 Melden
    • maricana 03.05.2018 07:42
      Highlight Das betroffene Quartier in der Stadt Luzern heisst offiziell KLEINSTADT mit gleichnamigem Quartier-Verein + Webseite kleinstadt-luzern.ch
      6 0 Melden
  • maricana 02.05.2018 18:25
    Highlight Erinnere mich sehr gerne an unsere letzte Klassenzusammenkunft im Hotel Schlüssel bzw. Borromäussaal. Ein heimeliges, gemütliches Bijou mit unvergleichlichem Charme. Die Küche gleich daneben ist relativ klein mit niedriger Decke/Raumhöhe. Hoffe sehr, dass das Gebäude erhalten bleibt.
    11 0 Melden
  • 〰️ empty 02.05.2018 13:20
    Highlight Hab da noch ein Bild.
    7 35 Melden

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