Schweiz
Weihnachten

Was der Schweiz an Weihnachten wirklich wichtig ist – und was nervt

Die Familien Schneider und Scheidegger feiern Weihnachten am Montag, 24. Dezember 2012, in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Ein Festessen mit der Familie gehört für die meisten Schweizerinnen und Schweizer einfach zu Weihnachten.Bild: KEYSTONE

Was uns an Weihnachten wirklich wichtig ist – und was uns so richtig nervt

Was ist den Menschen in der Schweiz an Weihnachten wirklich wichtig und welche Traditionen bleiben lebendig? Eine neue Studie zeigt, dass über die Festtage die Familie im Mittelpunkt steht – mit allen Vor- und Nachteilen.
13.12.2025, 19:5813.12.2025, 19:58

Alle Jahre wieder stellt sich dieselbe Frage: Wie feiert die Schweiz eigentlich Weihnachten? Eine neue repräsentative Studie des Online-Forschungsinstituts Marketagent liefert nun Antworten – und zeigt, dass das Fest hierzulande vor allem eines bleibt: ein Familienereignis.

Für fast die Hälfte der über 1000 Befragten bedeutet Weihnachten in erster Linie Zeit mit den Liebsten, dicht gefolgt von der Aussicht auf ein gemeinsames Festmahl. Traditionelle Elemente wie der geschmückte Christbaum, Kerzen und Lichter gehören für viele ebenfalls dazu, wenn auch deutlich weniger als früher.

Schnee spielt kaum noch eine Rolle im kollektiven Weihnachtsbild; nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung verbindet das Fest überhaupt damit. Auch die religiöse Bedeutung des 24. Dezember tritt zunehmend in den Hintergrund.

Dennoch erfreut sich das Weihnachtsfest bei der Schweizer Bevölkerung nach wie vor grosser Beliebtheit. Fast ein Drittel feiert «sehr gerne» Weihnachten, ein Viertel «eher gerne». Nur jeder Zehnte hat Weihnachten nicht gern, jeder Zwölfte feiert überhaupt nicht oder nicht mehr.

Für diejenigen, die Weihnachten feiern, dürfen ein Essen im Familienkreis sowie Zeit mit der Familie an den drei Festtagen auf keinen Fall fehlen. Auch Kerzen und Lichterketten gehören für viele einfach dazu – genau wie ein festlich geschmückter Christbaum und ein gemütlich dekoriertes Zuhause. Ein Viertel der Befragten möchte auch auf Weihnachtsguetzli sowie Geschenke unter dem Christbaum auf keinen Fall verzichten.

Die Studie macht ausserdem deutlich, dass sich die Bevölkerung in unterschiedliche Weihnachtstypen einteilen lässt. Am häufigsten sehen sich die Schweizerinnen und Schweizer als klassische Familienmenschen, gefolgt von jenen, die sich selbst als Geniesserinnen und Geniesser beschreiben – Menschen also, für die gutes Essen, Gemütlichkeit und gemeinsame Stunden im Vordergrund stehen.

Ganz ohne Schattenseiten kommt das Fest jedoch nicht aus. Am meisten trüben Streit im Familienkreis, dauernd vibrierende Smartphones und schlechte Laune die Stimmung.

Auch Stress rund um die Feiertage ist ein Thema, vor allem dann, wenn das Weihnachtsgefühl beim Geschenkekauf in überfüllten Läden verloren geht. Für einige beginnt der Ärger gar schon im Oktober, wenn die Geschäfte frühzeitig mit Weihnachtsdeko und Guetzli gefüllt sind. Dennoch gibt es eine beachtliche Gruppe, die sich durch nichts die Stimmung verderben lässt und Weihnachten vollkommen entspannt entgegensieht.

Beim Schenken zeigt sich die Schweiz traditionsbewusst, aber budgetbewusster als auch schon. Rund 421 Franken planen die Menschen durchschnittlich für Geschenke ein. Die meisten investieren ähnlich viel wie im Vorjahr, doch fast ein Viertel der Befragten gibt an, sich dieses Jahr stärker einschränken zu wollen.

Spannend ist auch, wie unterschiedlich die Menschen an den Geschenkekauf herangehen: Einige planen langfristig und umsichtig, andere bleiben flexibel, und wiederum manche besorgen alles erst in letzter Minute.

Gefragt nach ihrem grössten Wunsch an das Christkind zeigt sich ein klares Bild: Die Schweiz wünscht sich Frieden – nicht nur zuhause, sondern auf europäischer und globaler Ebene. Daneben hoffen viele auf Entlastung bei den Krankenkassenprämien und auf weniger Armut sowie soziale Ungleichheit.

Marketagent-Geschäftsführer Roland Zeindler fasst die Erkenntnisse der Studie so zusammen:

«Weihnachten zeigt in der Schweiz ein sehr klares Bild: Im Zentrum stehen die Menschen – nicht das Materielle. Familie, gemeinsames Essen und echte Verbundenheit prägen das Fest weit stärker als Geschenke oder Traditionen. Gleichzeitig sehen wir, wie Stress und gesellschaftliche Veränderungen den Zauber manchmal trüben können. Doch gerade dieser Mix macht die Schweizer Weihnachtskultur so authentisch: bodenständig, genussvoll und zutiefst menschlich.»
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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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scotch
13.12.2025 20:22registriert September 2018
Die 2.9%, welche mit Weihnachten Einsamkeit verbinden, haben mir einen Stich ins Herz versetzt. Es muss schrecklich sein, sich in dieser vernetzten Welt an solchen Tagen einsam zu fühlen.
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Hädöpfel
13.12.2025 20:58registriert September 2016
«Welche der folgenden Begriffe verbinden Sie persönlich am stärksten mit Weihnachten?» -- Streit und Tränen fehlt als Antwort. War zumindest in meiner Familie / meiner Kindheit etwas, das leider fix dazu gehörte
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Molson
13.12.2025 21:57registriert Juni 2014
ich mag weihnachten wirklich und ich möchte es da einfach friedlich mit meinen liebsten haben. das problem ist, das ich in eine familie reingeheiratet habe welche traditionen so sehr lebt, das alles kaputt geht. es muss immer das selbe essen geben obwohl 2/3 es nicht gern haben, es muss alles immer genau gleich zur genau gleichen zeit gemacht werden. der stress im vorfeld deswegen bzw. wenn es dann nicht genau so wird, ist einfach nur krank. kann man traditionen nicht auch (ab)ändern, wenn man selber familie hat? frohe weihnachten euch allen 🙏🏻
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