Schweiz
Winter

Neun Menschen sind am Wochenende in Österreich wegen Lawinen gestorben

Sonne, Neuschnee, viele Leute – zahlreiche Tote bei Lawinenunfällen

08.02.2022, 06:47
Mehr «Schweiz»

Die hohe Zahl von Lawinenunfällen am Wochenende in den Alpen geht nach Einschätzung von Experten nicht zuletzt auf eine unglückliche Verkettung von Umständen zurück. «Es waren sehr viele Leute unterwegs, das Wetter war schön und es herrschte eine gefährliche Lawinenlage. Das ist eine Kombination, da passiert einfach oft etwas», sagt Thomas Feistl, Leiter der Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt. Der Schneedeckenaufbau vor allem am Alpenhauptkamm sei schlecht gewesen – ein Grund war starker Schneefall nach einer längeren schneearmen Zeit.

epaselect epa09730184 A police helicopter and emergency teams work at the site of an avalanche in the Spiss municipality, Austria, 04 February 2022 (issued 05 February 2022). The avalanche had occurre ...
Ein Helikopter im österreichischen Spiss, wo am 4. Februar 4 Schweden bei einer Lawine ums Leben kamen.Bild: keystone

In Österreich waren von Freitag bis Sonntag neun Menschen in Lawinen umgekommen. Ein Tourengeher starb zudem in der Schweiz und ein weiterer in Bayern. Am Montag wurden zwei weitere Tote aus den französischen Alpen gemeldet.

Die Lawinenwarnstufe sei erst am Freitag von grosser Gefahr der Stufe 4 an den Vortagen auf erhebliche Gefahr der Stufe 3 zurückgenommen worden, sagte Feistl. «Bei Stufe 3 (von 5) passieren die meisten Unfälle.» Zwei Drittel aller Unglücke ereignen sich bei dieser Lage.

Gerade bei Stufe 3 sei einerseits die konkrete Gefahr teils schwer zu beurteilen, andererseits könnten bestimmte Touren durchaus unternommen werden. «Es gehört aber lawinenkundliches Beurteilungsvermögen dazu, und dabei können Fehler passieren.»

In Teilen der bayerischen Alpen stieg am Montag die Warnstufe erneut auf 3. Grund waren 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Triebschneeansammlungen durch starken Wind. Feistl mahnte für die nächsten Tage zur Vorsicht. «Das sind die unfallträchtigsten Tage» – auch weil der Neuschnee locke. «Die ersten schönen Tage sind für die Tourengeher die gefährlichsten.» Zum Wochenende hin erwarten die Experten der Lawinenwarnzentrale aber eine Entspannung der Lage. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Lawinenwinter1999
1 / 22
Lawinenwinter1999
Eine Lawine hat ein Restaurant am oberen Dorfrand von Wengen erfasst und zerstört. Das Besitzerehepaar konnte nur noch tot geborgen werden.
quelle: keystone / edi engeler
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Bergtoter bei Suchaktion im Tessin gefunden

Die Tessiner Kantonspolizei und Bergretter haben am Samstagmorgen bei einer Suchaktion im Val Malvaglia einen Bergtoten gefunden. Der Fundort lag in unwegsamem Gelände auf etwa 2700 Metern über Meer unterhalb einer Bergsteigerroute. Am Samstagabend war die Identifizierung des Toten im Gang.

Zur Story