DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Multi-Bags dienen als ökologische Alternativen zu den Plastiksäckli in der Gemüse- und Früchteabteilung. 
Die Multi-Bags dienen als ökologische Alternativen zu den Plastiksäckli in der Gemüse- und Früchteabteilung. bild: coop

Wirkung verfehlt: Kaum jemand braucht die Öko-Säckli für Gemüse und Früchte

Der Kampf gegen die Einweg-Plastiksäcke in den Lebensmittelläden scheint seitdem sie fünf Rappen kosten fast gewonnen. Doch dem ist nicht so. Denn das Problem schlummert weiterhin in der Gemüse und Früchteabteilung. Und da helfen auch «Veggie Bags» und Mehrwegbeutel kaum.  
16.01.2018, 07:4517.01.2018, 00:43

In Italien sind die Einweg-Plastiksäcke für Obst und Gemüse in den Geschäften bald kostenpflichtig. Seit rund einem Jahr kosten die weissen Einweg-Plastiksäcke auch bei Migros und Coop fünf Rappen. Doch das nur direkt an der Kasse. In der Gemüse- und Früchte-Abteilung sind die Raschelsäcke noch immer gratis. Migros und Coop versuchen den Plastikverbrauch mit ökologischen Alternativen in Form von wasch- und wiederverwendbaren Beuteln zu bekämpfen. Wirklich effektiv ist die Alternative jedoch nicht. 

Die Migros bietet in der Gemüseabteilung seit knapp einem Jahr eine Alternative zum Raschelsack an. Anfänglich haben, so Mediensprecherin Aurélie Deschenaux, viele Kunden die «Veggie Bags» gekauft. «Dieses Niveau hat sich nun etwas abgeflacht, was eine logische Folge ist. Wer einmal genügend Bags eingekauft hat, braucht nicht sofort wieder neue», so Deschenaux.  

Deschenaux betont, dass sich die Kunden «sehr erfreut» über die Alternative zu den Plastiksäcken zeigen. Dennoch scheint das Konzept nicht ganz aufzugehen. Denn eine Veränderung im Verbrauch der Säckli hat es laut Migros seit der Einführung der Veggie Bags nicht gegeben. Verbraucht wird folglich immer noch gleich viel Plastik

Bei der Migros sorgen die Veggie-Bags nicht für eine Abnahme des Plastiksäckli-Verbrauchs. 
Bei der Migros sorgen die Veggie-Bags nicht für eine Abnahme des Plastiksäckli-Verbrauchs. migros

Seit November findet man auch bei Coop in der Gemüse- und Früchteabteilung einen wasch- und wiederverwendbaren Beutel, den sogenannten «Multi-Bag». Coop bezeichnet den Multi-Bag als «ökologisch sinnvolle Alternative» zu den Plastiksäckchen. Laut Ramón Gander, Mediensprecher von Coop, kommen die Multi-Bags sehr gut bei den Kunden an. «Inzwischen haben wir bereits über 58'500 Sets Multi-Bags verkauft, dies ist deutlich mehr als wir erwartet haben», sagt Gander auf Anfrage. 

Ob durch die Multi-Bags der Verbrauch der normalen Plastiktüten in der Gemüse- und Früchtabteilung gesunken ist, kann Gander aber noch nicht sagen. «Da der Multi-Bag erst seit knapp zwei Monaten im Verkauf ist, liegen uns hierzu noch keine Erfahrungswerte vor.»

Gewogen wird das Gemüse ohne den Multi-Bag, den es seit November in allen grösseren Coop-Supermärkten zu kaufen gibt.
Gewogen wird das Gemüse ohne den Multi-Bag, den es seit November in allen grösseren Coop-Supermärkten zu kaufen gibt.bild: coop

Migros und Coop wollen weiterhin über die sozialen Kanäle und die hausinternen Medien auf die ökologischere Alternative zum Raschelsack aufmerksam machen. Ob sich damit der Verbrauch der Plastiksäckli in der Gemüse- und Früchteabteilung in Zukunft verringern lässt, wird sich zeigen. 

Das kannst du gegen Foodwaste tun

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Was du zum Mediengesetz wissen musst
Am 13. Februar 2022 stimmt die Schweiz gleich über vier Vorlagen ab. Eine davon dreht sich um das neue Mediengesetz. Hier ein Überblick, worum es in der Vorlage geht, wer dafür und wer dagegen ist.

Die Schweizer Medien stehen unter Druck. Dieser kommt besonders von aussen in Form der grossen internationalen Unternehmen wie Google und Facebook, die ihnen die Werbegelder streitig machen. Darauf wollen Bundesrat und Parlament reagieren – mit einem neuen Mediengesetz. Hier erfährst du in aller Kürze, worum es dabei konkret geht:

Zur Story