Wirtschaft
Schweiz

Bundespolizei übernimmt Ermittlungen im Postauto-Skandal

Bundespolizei übernimmt Ermittlungen im Postauto-Skandal

27.02.2018, 16:5827.02.2018, 17:14

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) führt das Verwaltungsstrafverfahren gegen die Post. Das hat der Bundesrat auf Antrag des Departementes von Verkehrsministerin Doris Leuthard beschlossen.

Beim Verwaltungsstrafverfahren gehe es darum, die festgestellten Unregelmässigkeiten beim Bezug von Subventionen im regionalen Personenverkehr durch die PostAuto Schweiz AG strafrechtlich zu prüfen und zu beurteilen, teilten die Bundesbehörden mit.

Ungewisse Verfahrensdauer

Das fedpol könne das Verfahren unbefangen und unabhängig führen. Wie lange das Verfahren dauern werde, könne nicht abgeschätzt werden. Dies hänge von den Erkenntnissen ab, die nun gewonnen würden. Je nach Verfahrensergebnis und ergriffenen Rechtsmitteln könnten bis zum rechtskräftigen Entscheid sogar Jahre vergehen, heisst es in der Mitteilung weiter.

In einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) vom vergangenen Samstag hatte Bundesrätin Doris Leuthard erklärt, dass sie erste Resultate der Post-Untersuchung in sechs bis acht Wochen erwarte. Gerade angesichts des Reputationsschadens müsse das nun schnell gehen. Solange gelte für Post-Chefin Susanne Ruoff die Unschuldsvermutung.

Was wusste das Management?

Es müsse geklärt werden, was das Management wann wusste und ob es ein internes Problem des Postauto-Bereichs gegeben habe. «Wir brauchen Klarheit zum Sachverhalt und zu den Verantwortlichkeiten, dann kann man beurteilen, welche personellen oder juristischen Konsequenzen daraus zu ziehen sind», sagte Leuthard weiter.

Der Post-Verwaltungsrat will die «illegale Buchungspraxis» bei PostAuto von einer eigens geschaffenen, unabhängigen Expertengruppe aufklären lassen. Daneben hat das UVEK zusammen mit dem Finanzdepartement eine Task-Force ins Leben gerufen, um zu klären, ob Handlungsbedarf besteht auf Stufe des Bundes als Eigner der Post.

Post muss 78 Millionen Franken zurückzahlen

Im Rahmen einer ordentlichen Revision hatte das Bundesamt für Verkehr (BAV) festgestellt, dass die PostAuto Schweiz AG seit 2007 Gewinne im abgeltungsberechtigten regionalen Personenverkehr erzielt und diese zwischen 2007 und 2015 in andere Geschäftsfelder umgebucht hat.

Für diese Jahre muss PostAuto gut 78 Millionen Franken zurückzahlen. Ob auch in den darauf folgenden Jahren getrickst wurde, ist noch umstritten. Offen ist auch, ob die Subventionen nur im regionalen Personenverkehr oder auch im Ortsverkehr zu hoch ausfielen. (whr/sda)

Gefährliches Eis auf Flugzeug-Flügel am Flughafen in Zürich

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
KI-Nutzung in der Schweiz wächst, bleibt aber ungleich verteilt
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist bei Schweizer Unternehmen bereits weit verbreitet. Allerdings wird die Technologie meist selektiv und nicht systematisch genutzt. Zu diesem Schluss kommt die Grossbank UBS nach einer Umfrage unter rund 2500 Unternehmen in der Schweiz.
Das Gesamtbild deute auf eine pragmatische Nutzung hin, schreiben die Autoren der am Dienstag veröffentlichten Studie. Rund 60 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen demnach bereits KI ein, wobei sich deutliche Unterschiede je nach Unternehmensgrösse und Branche zeigen.
Zur Story